Digitalisierungs- und Technologie-Report Diabetes 2020 vorgestellt

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Digitalisierungs- und Technologie-Report Diabetes 2020 vorgestellt

Einen aktuellen Überblick über Trends bei Digitalisierung und neuen Technologien in der Diabetologie gibt der neue Digitalisierungs- und Technologiereport Diabetes 2020 (D.U.T). Auch in der zweiten Ausgabe, liefern die Autoren mit neuen Zahlen, Meinungen und Fakten Stoff für die aktuelle Diskussion.

„2020 ist der Beginn eines neuen Jahrzehnts, ein Jahrzehnt, in dem die Digitalisierung in allen Lebensbereichen eine immer stärkere Rolle einnehmen wird“, heißt es im Vorwort zum neuen Digitalisierungs- und Technologiereport Diabetes 2020 (D.U.T).

Zur Vorstellung versammelt sich das gesamte Team des D.U.T-Reports auf der Bühne: Vertreter des Kirchheim-Verlags und der Berlin-Chemie AG sowie die Mitglieder des Zukunftsboards Digitalisierung (zd).

Was das für die Diabetologie bedeutet und was die aktuellen Entwicklungen und Trends der fortschreitenden Digitalisierung und neuer Technologien sind, darüber gibt der D.U.T-Report 2020 Auskunft. Es wird von der Berlin-Chemie AG unterstützt und erscheint im Kirchheim-Verlag. Vorgestellt wurde der D.U.T-Report 2020 jetzt anlässlich des DiaTec-Kongresses in Berlin, online abrufbar ist er ab sofort unter www.dut-report.de.

Umfrage: wie Ärzte und Patienten zur Digitalisierung stehen

Im ersten Teil des Digitalisierungs- und Technologiereports Diabetes werden die Ergebnisse von Befragungen von Ärzten und Patienten dargestellt. „Auch in diesem Jahr wurden Diabetologen nach ihren Einstellungen zu dem aktuellen Stand der Digitalisierung befragt“, erklären die Herausgeber Prof. Dr. Bernhard Kulzer, Bad Mergentheim, und Prof. Dr. Lutz Heinemann, Neuss. „Dabei hat uns besonders interessiert, welche neuen Technologien und digitalen Anwendungen tatsächlich in der klinischen Praxis umgesetzt werden.“

Neue Technologien und digitale Anwendungen im Fokus

Im Vergleich zum Vorjahr wächst der Einsatz neuer Technologien bei den befragten Diabetologen deutlich. „Dies betrifft vor allem das kontinuierliche Glukosemonitoring (rtCGM/isCGM) und die Zahl der Insulinpumpen, die rapide zunehmen und mittlerweile quasi zur Standardtherapie bei Patienten mit Typ-1-Diabetes geworden sind“, so Kulzer. Pro Praxis ist der Anteil der Patienten, die ein CGM-System nutzen im Vergleich zum Vorjahr um 76 Prozent, der mit isCGM um 38 Prozent und der mit einer Insulinpumpe um 34 Prozent gestiegen.

Erstmals auch Patienten befragt

Digitale Lösungen und telemedizinische Anwendungen könnten Patienten in Zukunft in vielen Bereichen helfen. Etwa bei der Therapie, bei der Schulung, der Kommunikation mit Behandlern oder dem Management des Diabetes im Alltag. „Doch wie Betroffene selbst darüber denken – darüber gab es bislang wenig Daten“, sagt Dr. Dominic Ehrmann, Bad Mergentheim, der die Ergebnisse der Patientenbefragung in Berlin vorstellte.

Erstmals wurden für den D.U.T-Report 2020 deshalb auch Menschen mit Typ-1- oder Typ-2-Diabetes sowie Eltern von Kindern mit Typ-1-Diabetes befragt. „Von der Resonanz waren wir sehr positiv überrascht. Über 3.400 Betroffene haben Auskunft über ihre Ansichten, Einstellungen, Wünsche und Bedürfnisse gegeben“, so Ehrmann.

Patienten bewerten Digitalisierung überwiegend als positiv

Laut der Umfrage sehen Patienten die Digitalisierung überwiegend positiv. 85 Prozent der Befragten mit Typ-1-Diabetes und 73 Prozent derjenigen mit Typ-2-Diabetes schätzen diese als sehr wichtig ein. Bereits jetzt bewerten 53 Prozent der Befragten Closed-Loop-Systeme als ein sehr bedeutsames Thema der Diabetologie – vor allem für Eltern von Kindern mit Diabetes (63 Prozent) und für Erwachsene mit Typ-1-Diabetes (55 Prozent) spielt dies heute schon eine große Rolle.

Sichtlich erfreut: die Mitglieder des Zukunftsboards Digitalisierung (zd).

Innerhalb der nächsten fünf Jahre erwarten die meisten der Befragten, dass die Bedeutung von Closed-Loop-Systemen weiter stark zunehmen wird. 96 Prozent der befragten Eltern von Kindern mit Typ-1-Diabetes sind sich sicher und verbinden damit große Hoffnungen.

Ärzte und Patienten im Vergleich

Auch zu Themen wie „Nutzung von Apps“, „Datenschutz“ oder „Datenspende“ gaben die Befragten Auskunft und liefern damit einen wichtigen Beitrag zu aktuellen Diskussionen. „Interessante Aspekte ergeben sich im Vergleich der Antworten von Ärzten und Menschen mit Diabetes“, erläutert Prof. Dr. Norbert Hermanns, Bad Mergentheim.

So bemängelten Patienten mehr als Ärzte Defizite im Datenschutz. Andererseits wenden sie moderne Technologien in Bezug auf Datenschutz vergleichsweise weniger kritisch an. Auch was das Thema „Datenspende“ betrifft, gehen die Meinungen auseinander. So stehen Ärzte einer Datenspende von Patienten zu wissenschaftlichen Zwecken kritischer gegenüber als Patienten.

Auch kritische Aspekte der Digitalisierung beleuchtet

Im zweiten Teil des Reports behandeln verschiedene Autoren unterschiedliche Aspekte der Digitalisierung und neuer Technologien in der Diabetologie. Hierbei werden auch kritische Aspekte der Digitalisierung beleuchtet. So müssen immer noch viele Hürden in der diabetologischen Praxis genommen werden.

Die Autoren Dr. Andreas Lueg, Hameln, und Dr. Nikolaus Scheper, Marl, beschreiben z.B., mit welchen technischen Problemen Ärzte in diabetologischen Praxen tagtäglich zu kämpfen haben. Dennoch habe die Digitalisierung in der Arztpraxis ein enormes Potenzial dazu, die Arbeit in der Praxis, die medizinische Versorgung der Patienten und die Arbeitszufriedenheit der Mitarbeiter wesentlich zu verbessern. „Die Voraussetzung dafür ist aber, dass die Basis entsprechend weiterentwickelt wird“, so die Autoren.

Mehr zum D.U.T-Report

Der Digitalisierungs- und Technologiereport Diabetes (D.U.T) erscheint im Kirchheim-Verlag. Die Herausgeber sind Prof. Dr. Bernhard Kulzer und Prof. Dr. Lutz Heinemann. Unterstützt wird der D.U.T von der Berlin-Chemie AG mit seinem Zukunftsboard Digitalisierung (zd), mit dem das Unternehmen zusammen mit führenden Experten den Digitalisierungsprozess in der Diabetologie aktiv vorantreiben will.

Die neun Mitglieder des Zukunftsboards Digitalisierung bilden zusammen mit weiteren Experten zudem die Jury für den bytes4diabetes-Award, der in diesem Jahr zum ersten Mal auf der Veranstaltung „DiaTec 2020“ in Berlin vergeben wurde. Der Digitalisierungs- und Technologiereport Diabetes 2020 ist erhältlich über das Unternehmen Berlin-Chemie AG und in digitaler Form auf dut-report.de.


von Redaktion Diabetes-Anker

Das Redaktionsteam des Diabetes-Ankers besteht aus erfahrenen Journalistinnen und Journalisten – teils mit medizinischem und naturwissenschaftlichem Hintergrund sowie selbst von Diabetes betroffen – die seit vielen Jahren zum Thema Diabetes publizieren.

mit Materialien der Berlin-Chemie AG

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