EU-Behörde empfiehlt Zulassung für Glukagon-Nasenspray

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© Eli Lilly and Company
EU-Behörde empfiehlt Zulassung für Glukagon-Nasenspray

Kann ein Mensch mit Diabetes durch den Zustand einer schweren Unterzuckerung selbst nicht mehr gegen diese angehen, muss ihm Glukagon verabreicht werden. Bislang ist dies nur durch eine Injektion möglich. Nun wurde von der zuständigen EU-Behörde eine Zulassungsempfehlung für ein sofort gebrauchsfertiges Glukagon-Nasenspray abgegeben.

In der vergangenen Woche hat der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) ein positives Gutachten verabschiedet, in dem die Zulassung eines sofort einsetzbaren Notfall-Glukagon-Nasensprays bei schweren Unterzuckerungen (Hypoglykämien) in der EU empfohlen wird. Die Zulassung in den USA durch die dortige Arzneimittelbehörde FDA wurde im Sommer erteilt und das Nasenspray ist dort bereits in Apotheken erhältlich.

Glukagon ist ein Hormon, das wie Insulin in der Bauchspeicheldrüse gebildet wird und als dessen Gegenspieler fungiert: Es erhöht die Blutzuckerkonzentration durch Stimulierung des Glykogenabbaus und Freisetzung von Glukose aus der Leber. Im Falle einer schweren Unterzuckerung, bei der die Betroffenen sich nicht mehr selbst helfen können (beispielsweise durch den Verzehr von Traubenzucker), sorgt die Gabe von Glukagon dafür, den Blutzuckerspiegel wieder in ausreichendem Maße zu erhöhen.

Die Zulassungsempfehlung gilt für Menschen mit Diabetes ab vier Jahren

Bislang gibt es ausschließlich Glukagon-Kits auf dem Markt, bei denen man vor dem Einsatz Glukagon in Pulverform mit einer Lösungsflüssigkeit vermischen muss, bevor die fertige Lösung mit einem Pen in eine Muskelpartie gespritzt wird.

Das neue nasale Glukagon liegt hingegen in einem gebrauchsfertigen Applikator für den einmaligen Gebrauch vor. Im Falle einer schweren Unterzuckerung können Helfende damit den Betroffenen das Glukagon-Spray über die Nase verabreichen, wo es über die Schleimhäute aufgenommen wird. Die Anwendung ist also so simpel wie bei anderen Nasensprays, beispielsweise solche gegen Heuschnupfen.

Die Zulassungsempfehlung der CHMP für das neue Glukagon-Nasenspray gilt für „die Behandlung von schwerer Hypoglykämie bei Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern ab 4 Jahren mit Diabetes mellitus“. Es wurde vom Unternehmen Lilly entwickelt und wird unter dem Handelsnamen Baqsimi vertrieben. Auf Basis der Empfehlung wird die Europäische Kommission nun in naher Zukunft eine finale Entscheidung über die Zulassung treffen – erwartungsgemäß ist dies nach positivem CHMP-Bescheid eine reine Formsache.


Autor:

Gregor Hess
Redaktion Diabetes-Journal
Kirchheim-Verlag
Wilhelm-Theodor-Römheld-Straße 14
55130 Mainz

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  • lena-schmidt postete ein Update vor 1 Monat

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  • thomas55 postete ein Update vor 2 Monaten

    Hallo Philipa,
    beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
    Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
    Viel Erfolg
    Thomas