- Bewegung
Fitness-Kick per Technik: Wie Apps, XBox und Wii uns fit halten können
3 Minuten

Fortschreitende Entwicklungen der Technik können natürlich auch in Bezug auf Sport und Bewegung für und von Menschen mit Diabetes mellitus sinnvoll genutzt werden. Diese motivieren zu mehr Aktivität und helfen, diese zu steuern oder zu dokumentieren. Dieser Artikel stellt verschiedene technische Hilfsmittel wie Apps, XBox und Wii vor, die zu Bewegung animieren und fit halten.
Apps können vielfältige Aufgaben haben. So gibt es Schrittzähler-Apps, welche unser alltägliches Bewegungsverhalten monitoren wie Accupedo oder Pacer, oder aber Apps, die direkt ein ganzes Präventionsprogramm anbieten wie VIDEA bewegt, deren Kosten Krankenkassen sogar erstatten. Mit der App können Anwendende Schritte und Aktivitätsminuten tracken, durch „Motivational Messaging“ (Nachrichten, die der Benutzer regelmäßig auf sein Smartphone zugestellt bekommt) wird das Erreichen von Bewegungszielen unterstützt.
Fit mit Technik: Apps und Schrittzähler wirken
In einer aktuellen Metastudie (2019) konnte die Effektivität von Apps zur Lebensstilmodifikation bei Menschen mit Diabetes, vor allem Typ-2-Diabetes, gezeigt werden. Der sinnvolle Einsatz von Schrittzählern zum Steigern von Alltagsaktivität ist in einigen wissenschaftlichen Studien nachgewiesen worden, ebenso der Einsatz personalisierter Nachrichten zum Erhöhen der Bewegungsmotivation (Jahre 2015 und 2017).
Wie findet man sich im Angebots-Dschungel der Apps zurecht? Täglich kommen neue auf den Markt. Hilfe verspricht hier bereits jetzt und in Zukunft die Internetseite www.diadigital.de. Apps können hier von Experten u. a. der Deutschen Diabetes Gesellschaft, der Deutschen Diabetes-Hilfe und des Verbands der Diabetes-Beratungs- und -Schulungsberufe in Deutschland einer Prüfung unterzogen werden und erhalten bei positiver Begutachtung ein entsprechendes Siegel. Ein solches System zur Kontrolle von Gesundheitsapps und zur Orientierung auf dem Markt kann aus sportmedizinischer Sicht nur begrüßt werden.
Link-Tipp: zertifizierte Gesundheitsapps im Überblick
Die Seite www.diadigital.de gibt einen Überblick über zertifizierte Gesundheitsapps im Diabetes-Bereich.
Fitnessportale wie www.gymondo.com oder www.gesundpass.de bieten Fitness-Übungen mit virtuellen Trainern für zu Hause. Wichtig ist zu bedenken, dass eine Online-Trainerin/ein Online-Trainer keine Betreuung vor Ort ersetzen kann. Gerade Menschen mit Diabetes-Folgeerkrankungen sollten diese Angebote nur nach Rücksprache mit ihrer Ärztin/ihrem Arzt nutzen.
Spielkonsolen zu nutzen ist ein neuer Ansatz in der Sporttherapie. Besonders in Zeiten häuslicher Quarantäne zum Schutz vor dem Coronavirus könnte diesen Helfern eine ganz neue Bedeutung zukommen. So gibt es z. B. die Wii von Nintendo oder die Xbox Kinect von Microsoft.
Wii und andere Exergaming-Konsolen: Virtuelle Sportspiele wirken
Besondere Vorteile dieses Trainingsansatzes wurden in einer aktuellen wissenschaftlichen Übersichtsarbeit beschrieben (Masoud und Brinkmann, Wiener Medizinische Wochenschrift 2019). Die Kombination aus Spiel und Sport kann besonders technik- und spielaffine Personen begeistern. Auch bewegungseingeschränkte Personen, die vielleicht den Weg in ein Gesundheitsstudio nicht mehr schaffen, können bei sich daheim Sport machen und sich mehr bewegen.
Schwierigkeitsstufen kann man in der Regel gut anpassen. Durch die Kombination von Bewegung mit Denkaufgaben kann man auch die geistige Leistungsfähigkeit durch manche Spiele verbessern. In einer Studie aus dem Jahr 2013 mit fast 150 Menschen mit Typ-2-Diabetes konnte eine Verbesserung des HbA1c-Wertes durch Exergaming zu Hause gezeigt werden.
Wichtig: passende Auswahl – am besten mit Beratung
Empfehlenswert ist es, Spiele zusammen mit einer Sporttherapeutin/einem Sporttherapeuten auszuwählen, um das „Training“ mit Spielkonsolen möglichst effizient zu betreiben. Aufgrund des Risikoprofils von Menschen mit Diabetes rät man diesen unbedingt vorab zu einer Sporttauglichkeitsuntersuchung. Gegebenenfalls muss dann die Belastungsintensität vorgegeben und z.B. über die Herzfrequenz kontrolliert werden.
Steuerung des Stoffwechsels beim Sport mit neuer Technologie
Insbesondere für Menschen mit Typ-1-Diabetes ist die kontinuierliche Glukosemessung (CGM) vor, bei und nach dem Sport bedeutsam, um vor allem Hypoglykämien beim Sport zu verhindern. Immer bessere, zuverlässigere CGM-Systeme helfen, zusammen mit den entsprechenden Apps die Glukoseprofile zu analysieren (z. B. FreeStyle Libre 2 von Abbott oder Dexcom G6 von Dexcom). Diese messen Glukosewerte in der Zwischengewebe-Flüssigkeit unter der Haut.
Die Technik ist weiter auf dem Vormarsch. Vor allem Systeme, die immer weniger invasiv sind und sogar nichtinvasive Systeme drängen auf den Markt. In einem von der EU geförderten Projekt („ELSAH“) geht es um die Entwicklung eines Pflasters mit Mikrosensoren, die ganz knapp unter der Haut nicht nur Glukose messen können, sondern z. B. auch Laktat in Echtzeit, was neue Möglichkeiten zur Steuerung des Trainings oder auch zur Leistungsdiagnostik eröffnet.
Eine andere Idee ist die unblutige Messung von Glukose („nichtinvasiv“) durch Strahlung (ein photothermisches Messsystem, siehe: www.diamontech.de). Wie zuverlässig diese neuen Systeme, vor allem auch im Einsatz beim Sport, sind, muss jedoch erst noch genau untersucht werden.
Fazit
Neue Techniken können Menschen mit Diabetes mellitus unterstützen und zu mehr Bewegung motivieren. Um die neuen Techniken jedoch optimal nutzen zu können, braucht es in vielen Fällen Qualitätskontrollen. Und oft kann eine grundlegende Ersteinweisung durch Fachpersonal hilfreich sein.
Schwerpunkt: „Technologie bewegt uns“
- Fitness-Kick per Technik: Wie Apps, XBox und Wii uns fit halten können
- Unterstützung für mehr Bewegung: Pedelec und E-Bike als Chance für bisher Inaktive?
- Was Insulinpumpe und CGM-System beim Sport leisten – und was nicht
Erschienen in: Diabetes-Journal, 2020; 69 (5) Seite 22-24
Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.
Ähnliche Beiträge
- Bewegung
- Bewegung

< 1 minute
Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.
Geschichten, Gemeinschaft, Gesundheit: Der Diabetes-Anker ist ein umfassendes Angebot für alle Menschen mit Diabetes – live, gedruckt und digital. Der Diabetes-Anker und die Community sind immer da, wo du sie brauchst. Für alle Höhen und Tiefen.
über deinen Diabetes?
Die Antworten werden anonymisiert gesammelt und sind nicht mit dir oder deinem Profil verbunden. Achte darauf, dass deine Antwort auch keine Personenbezogenen Daten enthält.
uho1 postete ein Update vor 1 Woche, 4 Tagen
@calvin240
Ich hätte eine Frage zum
Bestellablauf und deinen Erfahrungen mit Medtrum. Könnte ich dich auch „privat“ anschreiben? Wenn du vielleicht meine Freundschaftsanfrage annimmst? Gruß Ute- calvin240 antwortete vor 1 Woche, 4 Tagen
Habe ich angenommen, schreibe mir gerne eine Nachricht
Liebe Grüße
123novesia postete ein Update vor 1 Woche, 6 Tagen
Bin neu hier. Typ2. Meine Werte verschlechtern sich obwohl ich nicht anders esse und mehr Bewegung eingebaut habe. Denke Stress ist hier das Hauptthema. Pflegebedürftige Mutter und Sohn steht im Stastsexsmen. Habe seit Jahren auch Depressionen und Panikattacken. Bin verzweifelt.
- lena-schmidt antwortete vor 1 Woche, 5 Tagen
Liebe @123novesia, willkommen in unserer Community. Es tut mir sehr leid zu lesen, wie viel gerade auf deinen Schultern liegt. Die Sorge um deine Mutter, der Stress rund um das Staatsexamen deines Sohnes und dazu Depressionen und Panikattacken. Dass dich das erschöpft und verzweifelt macht, ist sehr verständlich.
Bitte mach dir keine Vorwürfe: Verschlechterte Werte bedeuten nicht automatisch, dass du etwas falsch machst. Stress und psychische Belastungen können den Blutzucker beeinflussen. Trotzdem wäre es wichtig, die Veränderungen zeitnah mit deiner Diabetespraxis oder deiner Hausärztin/deinem Hausarzt zu besprechen, damit auch andere Ursachen ausgeschlossen und die Behandlung gegebenenfalls angepasst werden kann.
Du musst das alles nicht allein tragen. Vielleicht gibt es für deine Mutter Unterstützung durch Angehörige, einen Pflegestützpunkt oder einen ambulanten Dienst. Und auch für dich wäre jetzt Unterstützung wichtig – durch deine behandelnde Praxis oder eine psychotherapeutische/psychiatrische Anlaufstelle. Auch hier findest du vielleicht noch Halt und Unterstützung aus unserer Community. Alles Gute und pass auf dich auf. Liebe Grüße Lena
jseiffert postete ein Update vor 2 Wochen, 6 Tagen
Hallo zusammen,
heute findet unser nächstes Community-MeetUp via Teams statt.
Alle Infos gibt es hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-september-26
Wir freuen uns auf Euch! 🙂Virtuelles Diabetes-Anker Community-MeetUp im September – Diabetes-Anker
Wir freuen uns auf das nächste Community-MeetUp am 8. September! 1x im Monat treffen wir uns und tauschen uns rund um das Thema Diabetes aus. Die ganze Community ist herzlich eingeladen. […]





