Jubeln – aber keinen vergessen

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© Christian Mentzel
Jubeln – aber keinen vergessen

Innovative technische und digitale Lösungen revolutionieren immer intensiver unseren Alltag – gerade auch im Bereich des das Diabetesmanagements. Doch bei allem Enthusiasmus: Was ist mit denen, die diese Entwicklungen nicht mitmachen wollen oder können? Darüber hat sich Jana Einser Gedanken gemacht…

Wenn es eine neue Technologie gibt, die uns Typ-1-Diabetikern das Leben erleichtert, gehöre ich zu den Ersten, die jubeln! Und ich hatte schon häufiger Grund zum Jubeln in den fast 50 Jahren. Neulich aber war ich Zuhörer in Veranstaltungen, die sich mit Diabetestechnologien befassten. Dorthin waren Diabetiker und Diabetesexperten gekommen, die wie ich von diesem Thema begeistert sind.

Deutlich wurde in den Vorträgen und Diskussionen dabei aber auch: Es ist jeweils nur ein kleiner Teil, der sich so intensiv um solche Dinge kümmert. Das bringt mich zum Nachdenken …

Manche wollen, manche können nicht jede Entwicklung mitmachen

Vergessen wir über unserer Begeisterung die anderen, die warum auch immer nicht so Begeisterten? Es gibt viele Gründe, warum jemand mit Typ-1-Diabetes einfach seine Therapie ohne viel Schnickschnack durchführen will oder muss. Da sind diejenigen, die den Diabetes seit Jahrzehnten haben, nun auch reich an Lebensjahren, und einfach mit den neuen Technologien nicht zurechtkommen.

Da sind diejenigen, die nicht durch die am Körper zu tragende Technik dauernd an den Diabetes erinnert werden wollen oder die es stört, immer einen Fremdkörper bei sich haben zu müssen. Es gibt auch diejenigen, die gern genauso jubeln würden, aber wegen Seheinschränkungen die neuen Technologien mitunter gar nicht anwenden können.

Hängen wir mit unserem Fokus auf die technologischen Fortschritte Menschen ab – wie das auch oft im Alltag geschieht? Vieles gibt es heute nur noch im Internet, aber nicht jeder hat Zugang dazu oder kann damit umgehen. Geräte aus dem häuslichen Umfeld sind manchmal so kompliziert, dass mancher sie nicht mehr bedienen kann. Und das gilt eben auch für medizinische Geräte.

Damit niemand auf der Strecke bleibt: Ein Umdenken ist zu erkennen

Zum Glück ist hier inzwischen bei einigen ein Umdenken zu beobachten. Vielen wird zum Beispiel klar, dass auch Typ-1-Diabetiker heute ziemlich alt werden – und auch dann mit ihren Problemen nicht alleingelassen werden wollen. Expertengruppen greifen das Thema auf, Medizinproduktehersteller bemühen sich, Geräte für verschiedene Zielgruppen zu entwickeln und anzubieten.

Das finde ich gut, denn wir dürfen in unserer Begeisterung nicht die vielen vergessen, die auch gut versorgt werden wollen – im Rahmen dessen, was sie können und was sie wollen.


Das Team für den guten Schluss: Dr. Hans Langer arbeitet als Arzt in einer Diabetesklinik, Jana Einser hat schon seit Kindertagen Typ-1-Diabetes und Alex Adabei hat viele Bekannte und Verwandte mit Typ-2-Diabetes. Sie schreiben abwechselnd für diese Kolumne.

Kontakt:
Kirchheim-Verlag, Kaiserstraße 41, 55116 Mainz,
Tel.: (06131) 9 60 70 0, Fax: (06131) 9 60 70 90,
E-mail: redaktion@diabetes-journal.de

Erschienen in: Diabetes-Journal, 2017; 66 (3) Seite 78

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  • thomas55 postete ein Update vor 3 Wochen, 4 Tagen

    Hallo Philipa,
    beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
    Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
    Viel Erfolg
    Thomas

  • philipa postete ein Update vor 3 Wochen, 5 Tagen

    Hallo zusammen,
    Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?

    • Hallo philipa,
      Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
      Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
      Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
      Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
      Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
      Beste Grüße

  • lena-schmidt hat eine Umfrage erstellt vor 1 Monat, 1 Woche

    Reminder: Das nächste Community-Meetup findet am 15. Juli statt!
    Den Link und weitere Infos gibt es hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juli/

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