- Technik
Mit dem Smartphone in der Hand zum Lebensretter
3 Minuten

Der Berufsverband Deutscher Anästhesisten e.V. (BDA) ruft alle ausgebildeten Ersthelfer in Deutschland dazu auf, sich bei einer sogenannten Notfall-App zu registrieren. Die dort eingetragenen mobilen Ersthelfer werden bei einem Notfall von der Leistelle per App angefragt und bestätigen ihre Einsatzbereitschaft per Klick.
Im Anschluss erhalten sie die genauen Daten zum Einsatzort und begeben sich dorthin. So könnten die oft lebensentscheidenden Minuten zwischen dem Auftreten eines Herzstillstandes und dem Eintreffen des professionellen Rettungsdienstes durch den Einsatz ausgebildeter Laienhelfer geschlossen werden, sagt Dr. Jan-Thorsten Gräsner, Mitglied des BDA-Präsidiums und Direktor des Instituts für Rettungs- und Notfallmedizin des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein in Kiel. Weitere Informationen zum Thema Wiederbelebung stehen auf www.einlebenretten.de bereit.
Die ersten fünf Minuten sind entscheident
Mehr als 70.000 Menschen erleiden in Deutschland jährlich außerhalb einer Klinik einen Kreislaufstillstand. Oft sind es die ersten fünf Minuten nach einem Herzversagen, die über das Überleben des Betroffenen entscheiden. Bleiben innerhalb dieser kritischen Phase Maßnahmen zur Herz-Lungen-Reanimation aus, sinken die Überlebenschancen drastisch.
Da Rettungsdienste, Notärzte oder Feuerwehr häufig erst nach diesen für die Reanimation entscheidenden fünf Minuten am Ort des Geschehens eintreffen, muss diese lebenswichtige Rettungslücke zwingend anders geschlossen werden: „Die Unterstützung durch Laien und ausgebildete Ersthelfer ist für eine optimale Rettungskette unverzichtbar. Durch den Einsatz von Notfall-Apps wird das Rettungsnetz in Deutschland noch engmaschiger. Die Chance, dass eine Reanimation in den ersten fünf Minuten erfolgt, kann sich dadurch deutlich erhöhen“, sieht Gräsner die Ersthelfer-Apps als sinnvolle Ergänzung des bundesweiten Rettungssystems.
Per Notfall-App zum mobilen Ersthelfer werden
In Deutschland sind derzeit nach Schätzungen mehr als 50 Millionen Smartphones im Umlauf. Gleichzeitig verfügen viele Menschen hierzulande über eine professionelle Ausbildung in Erster Hilfe: „Vom gut trainierten Laien bis zum Arzt oder Pfleger in seiner Freizeit kann sich jeder bei einer Notfall-App in seiner Nähe registrieren“, sagt Gräsner. Der BDA setzt sich
seit Jahren mit Kampagnen wie „Ein Leben retten. 100 Pro Reanimation“ oder der „Woche der Wiederbelebung“ für eine Optimierung der Rettungskette nach einem Herzstillstand ein – mit großem Erfolg: Die Quote der Reanimationen durch Laien konnte allein in den vergangenen sechs Jahren von 17 Prozent (2010) auf 34 Prozent (2016) verdoppelt werden. In Deutschland bereits existierende Notfall-Apps wie www.mobile-retter.de (Gütersloh), www.meine-stadt-rettet.de (Lübeck) und andere bieten laut BDA weiteres riesiges Potenzial, Menschenleben zu retten. Für die Zukunft wünscht sich Gräsner, „dass die existierenden App-Systeme miteinander kompatibel werden. Darin steckt technisch wie politisch die Herausforderung für die Zukunft.“ Doch wie funktioniert die Rettung per Notfall-App genau?
Lebensrettung per Notfall-App – so geht’s
„Geht ein Notruf in der Leitstelle des Rettungsdienstes ein, werden die Einsatzdaten des Notfall-Patienten gleichzeitig an die Leistelle der regional verfügbaren Notfall-App weitergegeben. Diese kann per GPS-Daten sehen, welche registrierten mobilen Ersthelfer sich in unmittelbarer Nähe des Einsatzortes aufhalten. Potenzielle Retter werden sofort über das Smartphone angefragt. Bestätigt ein solcher Ersthelfer seine Bereitschaft zu helfen, erhält er die genauen Daten des Einsatzortes. In manchen Fällen ist es sinnvoll, dass die Leitstelle gleich mehrere Helfer aktiviert, die dann verschiedene Aufgaben in Bezug auf den Einsatz erhalten, z.B. die Mitnahme eines AED-Systems, also eines Defibrillators“, erklärt Gräsner den genauen Ablauf der Rettung per App.
Dänemark punktet mit der App
Dass effektive Erste Hilfe per Notfall-App tatsächlich funktioniert, beweisen erste Zahlen der in Dänemark weit verbreiteten Notfall-App „FirstAED“:
- In 89 Prozent der Alarmierungen waren App-Ersthelfer am Einsatzort.
- Das durchschnittliche Eintreffen der mobilen Ersthelfer lag in städtischen Regionen bei 1 bis 2 Minuten, in ländlichen Gegenden bei 4 Minuten, also insgesamt innerhalb der kritischen Fünf-Minuten-Phase nach dem Herzstillstand.
- In 99 Prozent der Fälle brachte ein mobiler Ersthelfer einen Defibrillator an den Einsatzort mit.
- 8 von 13 Patienten mit Herzstillstand konnten durch das System wiederbelebt werden
- Zwei Drittel der mobilen Retter waren ausgebildete Laienhelfer.
Damit Deutschland eine ähnliche Entwicklung nimmt, ermutigt der BDA professionelle Ersthelfer wie Ärzte, Krankenschwestern und
Rettungspersonal, aber auch qualifizierte Laien mit eine Ausbildung in Reanimation, sich bei einer App anzumelden: „Wir als Rettungsprofis begrüßen das ausdrücklich. Jeder, der sich registrieren lässt, ist ein potenzieller Helfer, den man im Notfall einsetzen kann. Und davon kann es nie genug geben“, so Gräsner.
Quelle: Pressemitteilung des Berufsverbandes Deutscher Anästhesisten e. V.
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thomas55 postete ein Update vor 1 Woche, 3 Tagen
Hallo Philipa,
beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
Viel Erfolg
Thomasphilipa postete ein Update vor 1 Woche, 3 Tagen
Hallo zusammen,
Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?lena-schmidt hat eine Umfrage erstellt vor 3 Wochen, 4 Tagen
Reminder: Das nächste Community-Meetup findet am 15. Juli statt!
Den Link und weitere Infos gibt es hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juli/Wer ist am Start?
Virtuelles Diabetes-Anker Community-MeetUp im Juli – Diabetes-Anker
Wir freuen uns auf das nächste Community-MeetUp am 15. Juli! 1x im Monat treffen wir uns und tauschen uns rund um das Thema Diabetes aus. Die ganze Community ist herzlich eingeladen. […]







Hallo philipa,
Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
Beste Grüße