Neuropathie-Diagnose via Smartphone-Vibration

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Neuropathie-Diagnose via Smartphone-Vibration

Eine neue App könnte zukünftig Ärztinnen und Ärzte mit Hilfe der Vibrationsfunktion des Smartphones bei der Diagnose von Sensibilitätsstörungen unterstützen. In einer Studie zeigte sich die mobile Anwendung herkömmlichen Screening-Methoden sogar überlegen.

Bei allen Formen des Diabetes kann eine Schädigung der peripheren Nerven auftreten. Je länger der Diabetes bereits besteht, desto häufiger entwickelt sich eine diabetische Neuropathie, die für die Betroffenen sehr unangenehm sein kann. Weitere Komplikationen wie zum Beispiel ein diabetischer Fuß können die Folge sein.

Ärzte empfehlen daher ein Screening auf diabetische Neuropathie zum Zeitpunkt der Diagnosestellung bei Typ-2-Diabetes und spätestens fünf Jahre nach Diagnosestellung bei Menschen mit Typ-1-Diabetes. Die Untersuchung sollte im Jahresrhythmus wiederholt werden. Dabei testet der Arzt oder die Ärztin das Vibrationsempfinden an verschiedenen Stellen der Beine und Füße mithilfe einer 128-Hertz-Stimmgabel. Ein 10-Gramm-Monofilament dient dazu, Druck- und Berührungsempfinden zu prüfen.

Diagnostik 2.0 – Smartphone-App erkennt Neuropathie

Ein britisches Forscherteam entwickelte nun eine Anwendung für Smartphones, die bewirkt, dass der Motor des Handys gleichmäßig in einer Frequenz von ca. 25 Hertz vibriert. In einer randomisierten Studie prüften sie, ob NeurAppathy Sensibilitätsstörungen ähnlich zuverlässig erkennt wie der Test mit Stimmgabel oder Monofilament.

An der Studie, deren Ergebnisse im Fachjournal „Foot and Ankle Surgery“ nachzulesen sind, nahmen 21 Patienten mit bekannter diabetischer Neuropathie, 19 Patienten ohne Diabetes, aber mit einer Fraktur an den unteren Gliedmaßen, sowie 21 Personen ohne Diabetes und ohne Verletzung als Kontrollpersonen teil. Alle drei Instrumente wurden an verschiedenen Körperstellen getestet. Ausschlaggebend war die Auskunft der Probanden, ob sie eine Berührung spürten oder nicht.

Handy-App genauer als herkömmliche Messmethoden

Nach Auswertung der Testergebnisse zeigte sich, dass das Handy mit Vibrations-App sowohl dem Monofilament als auch der Stimmgabel an Genauigkeit überlegen war. Sowohl erkrankte als auch nicht-erkrankte Personen konnten durch NeurAppathy mit einer höheren Wahrscheinlichkeit richtig identifiziert werden als mit den herkömmlichen Instrumenten.

Nach Einschätzung der Autoren habe die Handy-App den Praxistest bestanden. Die Methode sei nicht nur einfach anwendbar, breit verfügbar und kostengünstig, sondern konnte auch die medizinisch erforderliche Zuverlässigkeit der Testergebnisse zeigen. Für einen breiten Einsatz in der Neuropathie-Diagnostik ist es jedoch noch zu früh. Die Ergebnisse sind derzeit noch nicht auf alle Handymarken übertragbar und die App ist nicht als diagnostisches Messinstrument zugelassen.


Quelle: Diabetesinformationsdienst München

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