„Now we are talking“ – FreeStyle Libre 2

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„Now we are talking“ – FreeStyle Libre 2

[Dieser Beitrag enthält unbeauftragte Markennennung.]

Ich mag den FreeStyle Libre. So sehr, dass ich ihn lieber aufgepimpt habe, als auf ein CGM zu wechseln (siehe „FreeStyle Libre wird zum CGM“). Das ist nun gar nicht mehr nötig, verspricht Abbott. Denn vor Kurzem hat der Hersteller der FGM-Lösung die zweite Generation des FreeStyle Libre auf den Markt gebracht. Gestatten: „Libre 2“.

Quelle: Anke Bewert

FreeStyle Libre 2

Die Sensoren sind äußerlich gleich, das Handling ist dasselbe wie bisher – scannen, Glukosewert ablesen. Neu dagegen: das Lesegerät, das man für die zweite Generation (neu) benötigt. In Blau statt Schwarz kommt es im gewohnten Format daher. Die Bedienung über die (einzige) Taste und den Touchscreen ist ebenfalls gleich geblieben. Im Menü findet man nun zehn statt der bisher acht Punkte. Neben dem neuen Bereich „Erinnerungen“, der bisher über das Glockensymbol auf dem Startbildschirm erreichbar war, mit einem entscheidenden neuen Extra: der Menüpunkt „Alarme“. Denn der FreeStyle Libre 2 warnt nun auch. Allerdings weniger differenziert als so manches CGM. Heißt konkret: Das Lesegerät des FreeStyle Libre 2 piept nur dann, wenn der Gewebezucker den vorab individuell definierten Bereich – beispielsweise von 70 bis 180 mg/dl (3,9 bis 10,0 mmol/l) – verlässt.

Es piept!

Mit dem Piepen zeigt er aber nicht gleich den aktuellen Wert an. Er vermeldet lediglich „Alarm: Hoher Glukosewert“ oder „Alarm: Niedriger Glukosewert“ und fordert zum Scannen auf. Anschließend erfolgt keine weitere Warnung mehr. Gut, wenn man – wie ich – von Alle-fünf-Minuten-Warnungen schnell genervt ist. Auch wenn man schon reagiert hat, die Zuckerkurve aber nunmal träge ist und erst allmählich wieder sinkt. Schlecht, wenn man sich darauf verlässt, dass die getroffene Gegenmaßnahme – Zucker essen oder Insulin spritzen – ausreicht, und man erst viel später wieder kontrolliert. Wenn nämlich zum Beispiel der Katheter einer Pumpe oder eine Patchpumpe defekt ist oder das Insulin im Pen nicht funktioniert, meldet sich der FreeStyle Libre 2 kein zweites Mal, auch wenn der Zucker nach dem ersten (zu hohen) Wert 181 mg/dl (10,1 mmol/l) und einer vermeintlichen Korrektur munter auf bis zu 300 mg/dl (16,7 mmol/l) weitersteigt. Erst wenn er wieder im Normbereich war und erneut abweicht, ertönt ein neuer Alarm.

Quelle: Susane Löw

Wem selbst der eine Piepton mal zu lästig ist oder wer in Konferenzen, Konzerten oder anderen ruhigen Situationen nicht gestört werden will, der kann die Alarme komplett deaktivieren. Klarer Pluspunkt für den FreeStyle Libre 2, dessen Lesegerät aufgrund der Bluetooth-Verbindung schneller wieder aufgeladen werden muss als beim Vorgänger. Das heißt: Wer den Libre wie bisher nutzen will, deaktiviert alle Alarme und merkt keinen Unterschied im Alltag.

Warnfunktion und genauere Messwerte

Neben der Neuerung mit der Warnfunktion verspricht Abbott genauere Messwerte – „ab dem ersten Tag des Tragens und während der gesamten Tragedauer“. Gerade in den Anfangsstunden eines neuen Sensors. Ich hatte bislang nie das Problem, von dem andere berichten – dass ein neuer Sensor in den ersten ein, zwei Tagen extrem vom blutigen Wert abweicht. Dennoch habe ich drei Tage lang parallel einen bereits zehn Tage alten FreeStyle-Libre-(1)-Sensor am rechten und einen nagelneuen, zweiten FreeStyle-Libre-2-Sensor am linken Oberarm getragen, zudem gelegentlich zusätzlich blutig gemessen. Die Bilanz: Maximal um die 15 mg/dl (0,8 mmol/l) Unterschied zwischen FreeStyle Libre 1 und 2, ab dem zweiten Tag tendenziell weniger. Wie generell bei Gewebeglukosewert-Messsystemen „hinkt“ die Anzeige dem (blutig gemessenen) Blutzucker etwas hinterher.

Wie kommt man an den FreeStyle Libre 2? Abbott erklärt dazu: „Die größten gesetzlichen Krankenkassen Techniker Krankenkasse (TK), BARMER, DAK Gesundheit und AOK Bayern sowie einige Betriebskrankenkassen wie die BBK Pfaff, BKK pronova, Securvita BKK und die Schwenninger Betriebskrankenkasse übernehmen bereits die Kosten für Menschen mit Typ 1- bzw. Typ 2-Diabetes und intensivierter Insulintherapie (ICT) oder Insulinpumpentherapie (CSII). Bestehende FreeStyle Libre-Nutzer dieser Krankenkassen werden ab der nächsten Verordnung mit FreeStyle Libre 2 versorgt.“ Der eine oder andere muss sich also vielleicht noch gedulden. Aber das Warten lohnt sich. Und Vorfreude ist ja bekanntlich die schönste Freude.

Quelle: Susane Löw

Abwarten und die Vorfreude auskosten

Diese Vorfreude muss man auch in Sachen App aufbauen. Denn einen Nachfolger für die „FreeStyle LibreLink“-App, mit der man parallel zum Lesegerät die Sensoren des FreeStyle Libre (1) auslesen konnte, gibt es aktuell noch nicht. Abbott will die FreeStyle-LibreLink-App auch für den FreeStyle-Libre-2-Sensor verfügbar machen – voraussichtlich in der ersten Jahreshälfte 2019.


Auch Steffi hat das FreeStyle Libre 2 bereits getestet: Erste Eindrücke vom FreeStyle Libre 2

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