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Weltweit erster dualer Glukose-Keton-Sensor: „Libre Duo“-Systeme von Abbott erhalten CE-Kennzeichnung
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Abbott hat die CE-Kennzeichnung für die weltweit erste duale Glukose-Keton-Sensor-Technologie erhalten. Die „Libre Duo“-Systeme messen kontinuierlich die Glukose- und Keton-Werte in einem Sensor – zur Früherkennung einer diabetischen Ketoazidose, die potentiell lebensbedrohlich ist.
Das Unternehmen Abbott hat die CE-Kennzeichnung für eine neue Sensortechnologie erhalten, die erstmals kontinuierliche Glukose- und Keton-Messungen in einem einzigen Wearable vereint. Die Systeme tragen die Bezeichnungen „Libre Duo“ und „Libre Duo 10 Day“ und erfassen beide Werte minütlich¹ – ohne herkömmliche Blut- oder Urintests. Abbott plant, die Produkte noch in diesem Jahr in ausgewählten europäischen Ländern auf den Markt zu bringen.
Warum hohe Keton-Werte für Menschen mit Diabetes gefährlich werden können
Bei Menschen mit Diabetes – insbesondere bei Insulinmangel – kann der Körper beginnen, Fett als Energiequelle abzubauen. Dabei entstehen Ketone, die sich im Blut anreichern. Steigen die Werte zu stark an, kann sich innerhalb weniger Stunden eine diabetische Ketoazidose (DKA) entwickeln – ein medizinischer Notfall, der unbehandelt zu Koma oder Tod führen kann.² Die American Diabetes Association empfiehlt Keton-Tests bei Krankheit oder erhöhten Glukosewerten, doch die Früherkennung bleibt im Alltag eine erhebliche Herausforderung.
Ein zentrales Problem: Ketone und Glukose steigen nicht zwingend gemeinsam an. In manchen Fällen können Keton-Werte erhöht sein, obwohl der Blutzucker scheinbar im Normbereich liegt – was die rechtzeitige Erkennung eines DKA-Risikos erschwert.⁴ Hinzu kommt, dass frühe Symptome wie Übelkeit, Müdigkeit oder grippeähnliche Beschwerden leicht mit gewöhnlichen Infektionen verwechselt werden.⁴˒⁸˒⁹
Diabetische Ketoazidose auf dem Vormarsch, Keton-Messung aber noch selten
Die Datenlage zeigt, dass DKA als Komplikation zunimmt und gleichzeitig zu wenig überwacht wird. Laut einer im Fachjournal Diabetes Care veröffentlichten Studie stiegen Krankenhausaufenthalte aufgrund von DKA in den vergangenen zehn Jahren um rund 55 Prozent.⁵ Eine Analyse von fast 660.000 Personen aus dem Vereinigten Königreich, vorgestellt auf der Fachkonferenz ATTD 2026 in Barcelona, ergab, dass sich die DKA-Inzidenz bei Erwachsenen mit Typ-1-Diabetes über einen Zeitraum von 23 Jahren mehr als verdreifacht hat – bei Menschen mit Typ-2-Diabetes stieg sie sogar um das Sechsfache.⁶
Die US-amerikanischen Centers for Disease Control and Prevention (CDC) nennen DKA als eine der häufigsten Todesursachen bei Kindern und Erwachsenen unter 58 Jahren mit Typ-1-Diabetes.⁷˒⁹ Zudem ist DKA laut CDC für rund viermal mehr Krankenhausaufenthalte verantwortlich als Hypoglykämien.⁷
Trotz dieser Zahlen bleibt die Keton-Messung in der Praxis selten: In einer Befragung von knapp 3.000 Menschen mit Typ-1-Diabetes, veröffentlicht in Diabetes Care, gaben nur 18 Prozent an, ein Blutketonmessgerät zu besitzen. Fast ein Drittel hatte überhaupt keine Keton-Testmaterialien – weder Blutmessgeräte noch Urinteststreifen.¹⁰
Wie die „Libre Duo“-Systeme funktionieren und wie lange die Tragedauer ist
Die „Libre Duo“-Systeme sind als kontinuierliche Zwei-in-Eins-Lösung konzipiert: Ein einziger Sensor erfasst sowohl Glukose- als auch Keton-Werte und soll Menschen mit Diabetes dabei helfen, ansteigende Keton-Werte frühzeitig zu erkennen – und damit möglicherweise einen schwerwiegenden DKA-Notfall zu vermeiden.
Die CE-Kennzeichnung umfasst zwei Varianten: „Libre Duo“ ist für Erwachsene ab 18 Jahren ausgelegt und kann bis zu 15 Tage getragen werden. „Libre Duo 10 Day“ richtet sich an Menschen ab 2 Jahren und ist für eine Tragedauer von bis zu 10 Tagen konzipiert. Klinische Daten zeigen, dass aktive Kinder und Jugendliche mit dem kürzeren Sensor die vorgesehene Tragezeit besser einhalten. Beide Systeme liefern laut Abbott eine konstant hohe Messgenauigkeit.³
AID-Anbindung in Planung, Einführung in ausgewählten Märkten noch für 2026 angestrebt
Die Sensoren werden in das digitale FreeStyle Libre Gesundheitsökosystem integriert, sodass Glukose- und Keton-Daten mit Pflegepersonen und medizinischem Fachpersonal geteilt werden können. Abbott arbeitet zudem mit führenden Pumpenherstellern zusammen, um die Sensoren mit automatisierten Insulinabgabesystemen (AID) zu verbinden.
Die „Libre Duo“-Systeme sind nun in der EU zertifiziert, aber noch nicht im Handel erhältlich. Abbott plant, die Systeme noch im Jahr 2026 in ausgewählten europäischen Ländern einzuführen. In den USA steht die Zulassung durch die FDA noch aus, Abbott-CEO Robert Ford rechnet dort mit einer Entscheidung in der zweiten Jahreshälfte 2026.
Auf einen Blick: Wichtige Fragen zu den „Libre Dou“-Systemen
„Libre Duo“ ist ein Zwei-in-Eins-Sensor, der Glukose- und Keton-Werte gleichzeitig und in Echtzeit misst. Anders als herkömmliche CGM-Systeme, die nur den Blutzucker erfassen, erkennt „Libre Duo“ auch ansteigende Keton-Werte – und kann so dabei helfen, einen schwerwiegenden DKA-Notfall frühzeitig abzuwenden.²
Die „Libre Duo“-Systeme richten sich an Menschen mit Diabetes, die ein erhöhtes DKA-Risiko haben – insbesondere Personen mit Typ-1- oder Typ-2-Diabetes, die Insulin spritzen oder Medikamente wie SGLT2-Inhibitoren einnehmen. „Libre Duo“ ist ab 18 Jahren zugelassen, „Libre Duo 10 Day“ bereits ab 2 Jahren.
Herkömmliche CGM-Systeme messen ausschließlich Glukose – nicht Ketone. Da Keton-Werte unabhängig vom Blutzucker ansteigen können und frühe Symptome wie Übelkeit oder Müdigkeit leicht mit einer gewöhnlichen Erkrankung verwechselt werden, bleibt ein DKA-Risiko mit einem reinen CGM unter Umständen unerkannt.²˒⁴˒⁸
Bisherige Keton-Messungen erfordern aktives Handeln: Blutentnahme am Finger oder Urinteststreifen – und das meist nur dann, wenn bereits Symptome auftreten. Libre Duo misst kontinuierlich und automatisch, ohne dass Betroffene selbst initiativ werden müssen.
Ja. Abbott arbeitet mit führenden Pumpenherstellern zusammen, um die „Libre Duo“-Systeme mit automatisierten Insulinabgabesystemen (AID) zu verbinden. Zudem lassen sich die Daten über das „FreeStyle Libre“-Ökosystem mit Pflegepersonen und medizinischem Fachpersonal teilen.
Die CE-Kennzeichnung liegt vor. Abbott plant die Markteinführung in ausgewählten europäischen Ländern noch im Jahr 2026 – der genaue Zeitplan hängt von den jeweiligen nationalen Verfahren ab. Wann und ob eine Kostenerstattung durch Krankenkassen erfolgt, ist noch offen.
Die „Libre Duo“-Systeme entsprechen den Empfehlungen eines internationalen Expertenkonsens-Papiers von Breakthrough T1D, einer auf Typ-1-Diabetes spezialisierten Forschungs- und Interessenvertretungsorganisation. Das Papier beschreibt die sichere und effektive Anwendung kontinuierlicher Keton-Messung als Teil eines umfassenden Diabetes-Managements.⁴
Chris Scoggins, Executive Vice President von Abbott Diabetes Care, erklärte: „Abbott hat sich wiederholt als Pionier in der Gesundheitsinnovation bewiesen. Menschen mit Diabetes berichten uns regelmäßig, dass das Risiko schwerwiegender Komplikationen ein fester Bestandteil ihres Alltags ist. Unsere Libre-Duo-Systeme geben ihnen, ihren Familien und dem medizinischen Fachpersonal klarere, frühzeitigere Informationen darüber, was in ihrem Körper vorgeht, sodass sie rechtzeitig handeln können, wenn es darauf ankommt.”
[1] Der Sensor ist 60 Minuten nach der Aktivierung für die Glukosemessung bereit. Angaben: Abbott.
[2] American Diabetes Association. „Planning for Sick Days.” Abgerufen am 6. Februar 2026.
[3] Daten liegen vor. Abbott Diabetes Care.
[4] Dhatariya et al. Lancet Diabetes & Endocrinology (2025).
[5] Umpierrez et al. Diabetes Care (2024).
[6] Seidu S. et al. „Rising burden of diabetic ketoacidosis in the UK: 23-year trends, recurrence, and predictors from linked primary–secondary care data.” Oral presentation, ATTD 2026, Barcelona, Spanien, 11.–14. März 2026.
[7] Centers for Disease Control and Prevention. „National Diabetes Statistics Report.” Abgerufen am 4. Mai 2026. National Diabetes Statistics Report – United States Diabetes Surveillance System.
[8] Virdi, N. Diabetes Technology & Therapeutics (2023).
[9] Nguyen, K. T. Journal of Diabetes Science and Technology (2022).
[10] Albanese-O’Neill et al. Diabetes Care (2017).
von Gregor Hess
mit Materialien von Abbott
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stephanie-haack postete ein Update vor 4 Tagen, 22 Stunden
Jetzt schon vormerken: Das nächste virtuelle Community-MeetUp findet am 10. Juni statt. Wir freuen uns drauf! 🙂
Alle Infos hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juni2026/
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tako111 postete ein Update vor 5 Tagen
Ich habe Ihr Heft 1-2/2026 leider erst jetzt in die Hände bekommen und war über den Bericht auf Seite 14 „Spritzen, aber kein Insulin“ schon verwundert. Zwar nennen Sie einige mögliche Nebenwirkungen der einzelnen Substanzen, jedoch fehlt ein Hinweis auf eine besonders schwerwiegende Komplikation: die Gefahr einer Schädigung des Sehnervs beziehungsweise anderer Augenstrukturen. Nach meinem Kenntnisstand kann diese Nebenwirkung unter Umständen nicht mehr reversibel sein.
Ich würde mir wünschen, dass Sie bei künftigen Berichten auch auf solche Risiken eingehen und diese entsprechend berücksichtigen. Auffällig ist zudem, dass in Ihrem Heft häufig über Menschen mit Diabetes Typ 1 berichtet wird, während der Diabetes Typ 2 deutlich weniger Beachtung findet. Darüber hinaus entsteht der Eindruck, dass die entsprechenden Spritzenmedikamente bei Typ-2-Diabetes oftmals in einem überwiegend positiven Licht dargestellt werden, ja geradezu für den Typ 2 gegenüber beispielsweise Metformin, präferiert werden.
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katrin-kraatz antwortete vor 4 Tagen, 22 Stunden
Für die Augenproblematik konnte bisher keine Kausalität gezeigt werden. Hier sind weitere Studien zu erwarten, deren Ergebnisse abzuwarten sind. Außerdem ist es ein sehr seltenes Ereignis. Details sind zum Beispiel zu finden im Deutschen Ärzteblatt unter https://www.aerzteblatt.de/themen/augenheilkunde/therapie-mit-glp-1-rezeptor-agonisten-okulaere-komplikationen-sind-selten-aber-visusbedrohend-e345aa92-a4f7-4f40-8146-b2967b577504.
Wir bemühen uns, mit unseren Beiträgen ausgewogen über die Ausgaben des Diabetes-Ankers hinweg alle Menschen mit Diabetes zu informieren – mal mehr über den einen, mal mehr über den anderen Typ und auch weitere Diabetestypen. Medikamente finden ebenfalls über die Ausgaben hinweg ausgewogen ihren Raum im Heft.
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moira postete ein Update vor 2 Wochen, 1 Tag
Hallo! Ich fahre in den Ferien nach Paris und möchte gerne auf den Eiffelturm steigen. Mein Mann macht sich deshalb große Sorgen, weil die Treppe schon sehr lang ist.
War jemand schon mal dort und hat den einen oder anderen Tipp?
