- Leben mit Diabetes
Patienten-Schafe auf neuen Wegen
2 Minuten

Der Arzt der Hirte, die Patienten seine Schäfchen? In der Kolumne Zum guten Schluss stellt Alex Adabei fest, dass durch Diabetes starre Rollenverteilungen aufgebrochen werden.
Aus dem Wartezimmer ist ein mehrstimmiges Blöken zu hören. Der Hütehund kommt herein. Schlagartig wird es still; ein Schaf wird abgeholt.
Der Hirte und seine Schäfchen?
Tja, solche Bilder entstehen in meinem Kopf, wenn ich mir uns Patienten als geduldige Schafe vorstelle und den Arzt als allwissenden Hirten. Der Hütehund ist natürlich die Arzthelferin. Der Hirte bestimmt, wo’s langgeht. “Herrlich”, denkt er sich, “was ich sage, wird gemacht.” Die Schafe sind sehr dankbar, dass der Hirte für sie sorgt. Manchmal allerdings muckt ein schwarzes Schaf vorwitzig auf. Es wird entweder schnell wieder eingegliedert oder aus der Herde entfernt.
Klar, so einfach ist das nicht – aber ganz von der Hand zu weisen eben auch nicht. Ist ja auch kein Wunder: In ihrer Ausbildung lernen Ärzte, die Akteure zu sein und durch ihre Maßnahmen die Gesundheit ihrer Patienten wiederherzustellen. Und die Patienten haben verinnerlicht: “Ich gehe zum Arzt, der verschreibt mir was, und wenn ich das brav nehme, werde ich wieder gesund.”
Diabetes bedingt mehr Eigenverantwortung
Dieses System aber hat seine Grenzen. Eine dieser Grenzen sind chronische Krankheiten wie der Diabetes. Durch den Diabetes müssten Hirte und Schafe raus aus ihrem jahrzehntelangen Trott – eigentlich. Aber: “Warum darf ich kein Schaf mehr sein?”, fragt sich das Schaf. Und: “Warum darf ich kein Hirte mehr sein?”, fragt sich der Schäfer. Auch die Hütehunde sind verwirrt.
Blöd ist: Es muss sich was ändern, wenn es mit dem Diabetes besser laufen soll. So könnte es gehen: Der Arzt gibt seinen Patienten mehr Raum, traut ihnen mehr zu. Das ist klug, weil er ja nicht nur ein Schaf, sondern eine ganze Herde zu versorgen hat. Und er stellt fest: “So schlecht ist das nicht – ich muss nicht mehr die ganze Verantwortung alleine tragen.”
Starre Rollenverteilung ist aufgehoben
Die Patienten nutzen diese Freiräume und merken: “Ich weiß und kann viel mehr, als ich dachte.” Die starre Rollenverteilung ist aufgehoben, auch für die fürsorglich hütenden Arzthelferinnen, die nun zum Beispiel die Schulung übernehmen. Mehr Freiräume bedeuten aber auch: weniger (gefühlte) Sicherheit. Kann sein, dass der Abschied von den klaren Rollen schwerfällt.
Wer mag, darf sich deshalb seinen Arzt jetzt gern mit einem Schafsschwänzchen vorstellen und sich selbst den Hirtenhut auf die wolligen Ohren setzen – das hilft garantiert.
von Alex Adabei

Kontakt:
Kirchheim-Verlag, Kaiserstraße 41, 55116 Mainz, Tel.: (06131) 9 60 70 0,
Fax: (06131) 9 60 70 90, E-mail: redaktion@diabetes-journal.de
Erschienen in: Diabetes-Journal, 2015; 64 (4) Seite 90
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thomas55 postete ein Update vor 3 Wochen, 4 Tagen
Hallo Philipa,
beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
Viel Erfolg
Thomasphilipa postete ein Update vor 3 Wochen, 5 Tagen
Hallo zusammen,
Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?lena-schmidt hat eine Umfrage erstellt vor 1 Monat, 1 Woche
Reminder: Das nächste Community-Meetup findet am 15. Juli statt!
Den Link und weitere Infos gibt es hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juli/Wer ist am Start?
Virtuelles Diabetes-Anker Community-MeetUp im Juli – Diabetes-Anker
Wir freuen uns auf das nächste Community-MeetUp am 15. Juli! 1x im Monat treffen wir uns und tauschen uns rund um das Thema Diabetes aus. Die ganze Community ist herzlich eingeladen. […]






Hallo philipa,
Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
Beste Grüße