Patienten-Veranstaltung zum Weltdiabetestag rückt Diabetes-Technik in den Fokus

2 Minuten

Patienten-Veranstaltung zum Weltdiabetestag rückt Diabetes-Technik in den Fokus | Foto: diabetesDE / Deckbar
Foto: diabetesDE / Deckbar
Patienten-Veranstaltung zum Weltdiabetestag rückt Diabetes-Technik in den Fokus

Zwei wichtige Veranstaltungen, ein großes Event: Die Patienten-Veranstaltung „Meilensteine der modernen Diabetologie“ wurde erneut mit wissenschaftlichen Vorträgen zum Weltdiabetestag von diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe ausgerichtet. Eine vielversprechende Kombi­nation, wie sich zeigte.

Das Schwerpunktthema in diesem Jahr: „40 Jahre erster Insulin-Pen“ mit Blick auf den technischen Fortschritt im Bereich CGM bei Typ-1- und Typ-2-Diabetes.

Gesundheits-Check-ups noch mehr nutzen

Bundesgesundheitsministerin Nina Warken, Schirmherrin der Veranstaltung, schickte eine Grußbotschaft. Darin betonte sie, wie sehr sie die Informationsveranstaltung „mit voller Überzeugung“ unterstütze. Damit werde Aufmerksamkeit für Prävention, Früherkennung, aber auch „für ein gutes Leben mit Dia­betes“ geschaffen. Die Erkrankung bedürfe vor allem einer zielgerichteten Behandlung. Ein wichtiges Instrument zur Früherkennung sei der regelmäßige Gesundheits-Check-up, den derzeit die Hälfte der gesetzlich Versicherten in vollem Umfang nutze. „Es gilt also, noch mehr Menschen für die Früherkennung zu gewinnen“, erklärte Warken.

Als einen der größten Meilensteine in jüngster Zeit sieht Professor Dr. Bernd Kulzer, FIDAM, die künstliche Intelligenz, die Menschen mit Diabetes auch für die Auswertung ihrer Gesundheitsdaten nutzen. Zwar noch in der Forschungsphase, dafür aber nicht weniger interessant sei „Delphi-2M“. Dieses KI-Modell wurde speziell auf medizinische Daten trainiert und von Forschenden des Deutschen Krebsforschungszentrums in Heidelberg und anderer europäischer Institutionen entwickelt, so der Psychologe. Es kann das Risiko für über 1.000 Krankheiten gleichzeitig vorhersagen und bis zu 20 Jahre in die Zukunft blicken.

KI wird die Diabetologie immer stärker prägen

KI sei schon jetzt „ein integraler Bestandteil der Diagnostik und Therapie des Diabetes und aus der Forschung wie aus der klinischen Praxis nicht mehr wegzudenken“, betonte er. Man denke nur an AID- und CGM-Systeme, die längst mit KI-gestützten Algorithmen arbeiteten, die immer bessere Vorhersagbarkeit des Glukoseverlaufs oder auch an das neue KI-basierte Retinopathie-Screening, das inzwischen auch Schwerpunktpraxen durchführen.

„Es ist davon auszugehen, dass künstliche Intelligenz immer stärker die Diabetologie prägen wird“, so der Experte. Er sprach von einem „unumkehrbaren Prozess“. Insgesamt werde die Zukunft des Gesundheitssystems, vor allem des Diabetes, sehr stark durch KI-Anwendungen bestimmt. „Mit sehr vielen Vorteilen für Menschen mit Diabetes – und natürlich auch mit Risiken“. Zu letzteren gehöre etwa der mögliche Missbrauch dafür besonders anfälliger sensibler Gesundheitsdaten. Oder einer unzureichenden Kontrolle aufgrund der Vielzahl von Diabetes-Apps und -Tools.


von Angela Monecke

Avatar von angela-monecke

Diabetes-Anker-Newsletter

Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.

Hinweise zum Datenschutz

Ähnliche Beiträge

Fachverbände schlagen Alarm: Große Chancen, aber unzureichende Unterstützung für Praxen bei Diabetes-Technologie
Trotz der unbestreitbaren Vorteile neuer Diabetes-Technologien wie CGM- und AID-Systeme hinkt die strukturelle und finanzielle Einbindung dieser Innovationen in die ambulante Versorgung hinterher. Diabetologische Fachgesellschaften und Berufsverbände fordern daher nun ein Umdenken auf politischer Ebene.
Fachverbände schlagen Alarm: Große Chancen, aber unzureichende Unterstützung für Praxen bei Diabetes-Technologie | Foto: Halfpoint – stock.adobe.com

3 Minuten

Moderne Hilfsmittel: Diabetes-Technologie – eine Typ-Sache?!
Die rasante Entwicklung der Diabetes-Technologie hat Therapie-Ansätze des Diabetes nachhaltig beeinflusst. Je nach Diabetestyp und der individuellen Therapie kommen unterschiedliche Technologien zum Einsatz, die den Alltag der Betroffenen erleichtern und die Glukosekontrolle optimieren können.
Moderne Hilfsmittel: Diabetes-Technologie – alles Typ-Sache?! | Foto: ViDi Studio – stock.adobe.com

3 Minuten

Keine Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Diabetes-Anker-Newsletter

Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.

Hinweise zum Datenschutz

Über uns

Geschichten, Gemeinschaft, Gesundheit: Der Diabetes-Anker ist ein umfassendes Angebot für alle Menschen mit Diabetes – live, gedruckt und digital. Der Diabetes-Anker und die Community sind immer da, wo du sie brauchst. Für alle Höhen und Tiefen.

Community-Frage
Mit wem redest du
über deinen Diabetes?

Die Antworten werden anonymisiert gesammelt und sind nicht mit dir oder deinem Profil verbunden. Achte darauf, dass deine Antwort auch keine Personenbezogenen Daten enthält.

Werde Teil unserer Community
Folge uns auf unseren Social-Media-Kanälen
Community-Feed
Zur Community
  • thomas55 postete ein Update vor 1 Woche

    Hallo Philipa,
    beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
    Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
    Viel Erfolg
    Thomas

  • philipa postete ein Update vor 1 Woche, 1 Tag

    Hallo zusammen,
    Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?

    • Hallo philipa,
      Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
      Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
      Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
      Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
      Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
      Beste Grüße

  • lena-schmidt hat eine Umfrage erstellt vor 3 Wochen, 1 Tag

    Reminder: Das nächste Community-Meetup findet am 15. Juli statt!
    Den Link und weitere Infos gibt es hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juli/

    Wer ist am Start?

    ( 4 von 6 )
    66.67%
    ( 1 von 6 )
    16.67%
    ( 1 von 6 )
    16.67%