- Technik
Senseonics und Roche wollen Closed-Loop-System entwickeln
3 Minuten

Von vielen insulinpflichtigen Diabetespatienten seit Jahren ersehnt, schreitet die Entwicklung (halb-)automatisierter Insulinabgabesysteme für den Alltagsgebrauch immer schneller voran. Drei Unternehmen haben diesbezüglich nun eine Kooperation angekündigt.
Das US-amerikanische Medizintechnikunternehmen Senseonics hat bekanntgegeben, gemeinsam mit Roche Diabetes Care und TypeZero Technologies an der Entwicklung eines hybriden Closed-Loop-Systems zu arbeiten. Das semi-automatisierte Insulinabgabesystem wird auf der Kombination des Systems zur koninuierlichen Glukosemessung (CGM) Eversense (Senseonics), der Insulinpumpe Accu-Chek Insight (Roche) sowie des inControl AP-Algorithmus (TypeZero) basieren.
„Closed-Loop-Systeme verheißen eine automatische und nachhaltige Stoffwechselkontrolle, bei gleichzeitiger Vermeidung von Unterzuckerungen. Mit dieser Partnerschaft kommen wir der Marktreife dieser Verheißung, die das Alltagsleben von Menschen mit Diabetes deutlich verbessern kann, einen Schritt näher“, kommentierte Tim Goodnow, geschäftsführender Vorstandsvorsitzender von Senseonics.
Erprobung im Rahmen eines internationalen Studienprogramms
Die Kooperation erfolgt im Rahmen des von der US-amerikanischen Gesundheitsbehörde (National Health Institute/NIH) bezuschussten und federführend von der Universität Virginia geleiteten Studienprogramms International Diabetes Closed Loop Trial (IDCL-Studie). In diesem werden die Funktionalität und Sicherheit von automatisierten Insulinabgabesystemen unter Alltagsbedinungen getestet.
„Diese Partnerschaft veranschaulicht, wie Industrie, Forschung und klinische Versorgung zusammenarbeiten können, um innovative Technologien vom Forschungs- zum Entwicklungsstadium bis hin zur Patientenversorgung zu führen und damit die Belastung durch Diabetes möglichst in Grenzen zu halten“, so Dr. Boris Kovatchev, Leiter des Center for Diabetes Technology an der Universität Virginia und Hauptstudienleiter der IDCL-Studie.
Die Erprobung der gemeinsamen Lösung von Senseonics, Roche und TypeZero wird an drei klinischen Zentren in Europa durchgeführt werden: der Universität Amsterdam in den Niederlanden, der Universität Padua in Italien und der Universitätsklinik Montpellier in Frankreich.
Weniger Therapiemaßnahmen, mehr Zeit im glykämischen Normalbereich
„Seit vielen Jahren wirken wir an der Erforschung von automatisierten Insulinabgabesystemen mit. Darum freuen wir uns nun ganz besonders, unsere ausgezeichneten Partnerschaften weiter auszubauen und die Zusammenarbeit im Rahmen der IDCL-Studie auf die nächste Stufe zu heben“, äußerte sich Marcel Gmünder, globaler Leiter von Roche Diabetes Care. Man wolle erreichen, dass einige derzeit noch notwendigen Therapie-Routinen überflüssig werden und insulinpflichtigen Diabetespatienten gleichzeitig ermöglichen, mehr Zeit im glykämischen Normalbereich zu verbringen.
Und auch der Vorstandsvorsitzende von TypeZero, Chad Rogers, zeigte sich zuversichtlich: „Es ist seit langer Zeit unser Ziel, den Patienten so bald wie möglich richtungsweisende Produkte zur Verfügung zu stellen, die die Funktion einer gesunden Bauchspeicheldrüse nachahmen. Unsere Partnerschaft mit Branchenpionieren wie Senseonics und Roche versetzt uns nun dazu in die Lage.“
Langzeit-CGM-System als Grundlage
Für Senseonics und Roche ist das aktuelle Kooperationsprojekt keine Premiere, die beiden Unternehmen arbeiten schon seit längerem zusammen. So vertreibt Roche exklusiv das Eversense-System in vielen Staaten, auch in Deutschland.
Das Langzeit-CGM-System verfolgt im Vergleich zu den bisher verfügbaren Systemen einen revolutionären Ansatz: Der weniger als zwei Zentimeter lange, reiskornförmige Sensor wird in einem kleinen ambulanten Eingriff in einer Arztpraxis unter die Haut eingesetzt und misst dort die Konzentration der Gewebeglukose. Er kann dort bis zu 90 Tage getragen werden, bevor er wieder chirurgisch entfernt wird.
Weltweit erstes Closed-Loop-System seit Juni in USA auf dem Markt
Im Juni ist mit dem MiniMed 670G von Medtronic das weltweit erste hybride Closed-Loop-System auf den Markt gebracht worden, allerdings erst einmal nur in den USA. Wann das erste automatisierten Insulinabgabesystem auch in Europa die Zulassung erhält und angeboten werden kann, steht derzeit noch nicht fest.
von Gregor Hess
Redaktion Diabetes-Journal, Kirchheim-Verlag,
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thomas55 postete ein Update vor 3 Tagen, 10 Stunden
Hallo Philipa,
beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
Viel Erfolg
Thomasphilipa postete ein Update vor 4 Tagen, 4 Stunden
Hallo zusammen,
Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?lena-schmidt hat eine Umfrage erstellt vor 2 Wochen, 4 Tagen
Reminder: Das nächste Community-Meetup findet am 15. Juli statt!
Den Link und weitere Infos gibt es hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juli/Wer ist am Start?
Virtuelles Diabetes-Anker Community-MeetUp im Juli – Diabetes-Anker
Wir freuen uns auf das nächste Community-MeetUp am 15. Juli! 1x im Monat treffen wir uns und tauschen uns rund um das Thema Diabetes aus. Die ganze Community ist herzlich eingeladen. […]








Hallo philipa,
Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
Beste Grüße