- Technik
Telemedizin: Schlaganfallbehandlung im ländlichen Raum
3 Minuten
Gerade in ländlichen, strukturschwachen Gebieten mangelt es noch immer an Stroke Units – also spezialisierten Zentren zur Versorgung von Schlaganfallpatienten. Hier kann die Telemedizin Abhilfe schaffen – Experten sehen diese aber nur als Übergangslösung auf dem Weg zu einer flächendeckenden Versorgung.
Bei Schlaganfall-Patienten zählt jede Minute – je früher die Betroffenen die richtige medizinische Betreuung bekommen, desto größer sind ihre Chancen, Schäden im Gehirn zu vermeiden. Eine ideale Versorgung bieten spezialisierte Schlaganfall-Stationen – sogenannte Stroke Units – mit hochqualifizierten Fachärzten. Aber anders als in den urbanen Zentren, die in der Regel gut mit diesen Einrichtungen ausgestattet sind, mangelt es in ländlichen Regionen oft daran.
Expertenwissen via Telemedizin – überall und jederzeit
Wie die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) erklärt, bietet die Telemedizin hier wertvolle Chancen: Über Videokonferenzen unterstützen Experten aus städtischen Gebieten die Kollegen im ländlichen Raum – etwa in Bayern und Rheinland-Pfalz – rund um die Uhr mit ihrem Expertenwissen.
Die Telemedizin ermöglicht so eine zeitnahe Diagnose und Therapie und damit die wohnortnahe Versorgung von Schlaganfallpatienten. Sie sollte nach Ansicht der Experten jedoch nur eine Übergangslösung darstellen bis ausreichender neurologischer Sachverstand jederzeit vor Ort verfügbar ist.
Bei einem Schlaganfall ist ein Blutgefäß im Gehirn verstopft oder geplatzt und ein Hirnbereich leidet unter Sauerstoffmangel. „Nur wenn die Versorgung der Nervenzellen schnell wiederhergestellt wird, können Spätschäden wie Lähmungen oder Sprachstörungen verhindert werden“, erklärt Professor Dr. med. Wolf-Rüdiger Schäbitz, Pressesprecher der DSG. Eine ideale Versorgung erhalten Patienten in Stroke Units – da hier Akuttherapien bestmöglich durchgeführt werden.
Im ländlichen Raum fehlen häufig spezialisierte Einrichtungen
Während die städtischen Zentren meistens gut mit diesen spezialisierten Einrichtungen versorgt sind, fehlen in den Krankenhäusern auf dem Land oft entsprechende Abteilungen und vor allem neurologische Fachärzte. „Doch durch die Telemedizin können auch Schlaganfall-Patienten in diesen Gegenden schnell und fachmännisch versorgt werden“, erklärt Professor Dr. med. Armin Grau, Vorsitzender der DSG.
In Bayern, Rheinland-Pfalz und anderen Bundesländern gleichen telemedizinische Netzwerke in der Schlaganfallversorgung also die schlechtere medizinische Infrastruktur auf dem Land so weit wie möglich aus.
Zentren mit spezialisierter Stroke Unit und Kliniken im ländlichen Raum haben sich zu einem Netzwerk zusammengeschlossen und sich auf definierte Behandlungsstandards geeinigt. Der telemedizinische Konsiliardienst ist rund um die Uhr ansprechbar. Wenn bei einem Patienten ein Verdacht auf einen Schlaganfall besteht, kommt er in ein Krankenhaus, das dem Netzwerk angeschlossen ist. Die dortigen Ärzte stellen ihn sofort per Konferenzschaltung dem Spezialisten im städtischen Zentrum vor.
Patient, behandelnder Arzt vor Ort und ein spezialisierter Neurologe stehen über Video und Audiokonferenzschaltung miteinander in Kontakt. Auch auf radiologische und andere medizinische Befunde kann der Experte zugreifen. Wird so die Diagnose Schlaganfall gestellt, spricht der Spezialist eine Empfehlung zur Therapie aus. In den meisten Fällen erfolgt die Therapie vor Ort im ländlichen Krankenhaus, nur ein Teil der Patienten muss in eine Spezialklinik verlegt werden.
Flächendeckende Versorgung: Telemedizin nur als Übergangsphase
Doch wie kann eine qualitativ hochwertige Versorgung unter solchen Umständen gewährleistet werden? „Für eine erfolgreiche Umsetzung der Telemedizin müssen klare Vereinbarungen zwischen den Kliniken getroffen und eingehalten werden, die technischen und personellen Voraussetzung müssen stimmen“, erklärt Professor Grau, Direktor der Neurologischen Klinik mit Klinischer Neurophysiologie und Stroke Unit am Klinikum Ludwigshafen.
So sollen nach Ansicht der DSG-Experten regelmäßige gemeinsame Fortbildungsmaßnahmen der behandelnden Ärzte und Pflegekräfte in den Zentren und den Kliniken im ländlichen Raum auch die weitere adäquate ärztliche Versorgung und Pflege vor Ort sicherstellen.
Im Moment profitieren Schlaganfall-Patienten aus dem ländlichen Raum von den telemedizinischen Netzwerken. Doch Professor Schäbitz sieht auch die Grenzen der Telemedizin: „Die DSG setzt sich weiter dafür ein, die medizinische Infrastruktur mit spezialisierten Einrichtungen auf dem Land zu verbessern. Die momentane Situation darf nur eine Übergangsphase sein, bis wir unser Ziel – eine flächendeckende Versorgung mit zertifizierten Stroke Units – erreicht haben.“
Die persönliche Betreuung der Patienten habe natürlich immer weiterhin die höchste Priorität.
Quelle: Pressemitteilung der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft (DSG)
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stephanie-haack postete ein Update vor 3 Tagen, 4 Stunden
Jetzt schon vormerken: Das nächste virtuelle Community-MeetUp findet am 10. Juni statt. Wir freuen uns drauf! 🙂
Alle Infos hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juni2026/
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tako111 postete ein Update vor 3 Tagen, 6 Stunden
Ich habe Ihr Heft 1-2/2026 leider erst jetzt in die Hände bekommen und war über den Bericht auf Seite 14 „Spritzen, aber kein Insulin“ schon verwundert. Zwar nennen Sie einige mögliche Nebenwirkungen der einzelnen Substanzen, jedoch fehlt ein Hinweis auf eine besonders schwerwiegende Komplikation: die Gefahr einer Schädigung des Sehnervs beziehungsweise anderer Augenstrukturen. Nach meinem Kenntnisstand kann diese Nebenwirkung unter Umständen nicht mehr reversibel sein.
Ich würde mir wünschen, dass Sie bei künftigen Berichten auch auf solche Risiken eingehen und diese entsprechend berücksichtigen. Auffällig ist zudem, dass in Ihrem Heft häufig über Menschen mit Diabetes Typ 1 berichtet wird, während der Diabetes Typ 2 deutlich weniger Beachtung findet. Darüber hinaus entsteht der Eindruck, dass die entsprechenden Spritzenmedikamente bei Typ-2-Diabetes oftmals in einem überwiegend positiven Licht dargestellt werden, ja geradezu für den Typ 2 gegenüber beispielsweise Metformin, präferiert werden.
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katrin-kraatz antwortete vor 3 Tagen, 4 Stunden
Für die Augenproblematik konnte bisher keine Kausalität gezeigt werden. Hier sind weitere Studien zu erwarten, deren Ergebnisse abzuwarten sind. Außerdem ist es ein sehr seltenes Ereignis. Details sind zum Beispiel zu finden im Deutschen Ärzteblatt unter https://www.aerzteblatt.de/themen/augenheilkunde/therapie-mit-glp-1-rezeptor-agonisten-okulaere-komplikationen-sind-selten-aber-visusbedrohend-e345aa92-a4f7-4f40-8146-b2967b577504.
Wir bemühen uns, mit unseren Beiträgen ausgewogen über die Ausgaben des Diabetes-Ankers hinweg alle Menschen mit Diabetes zu informieren – mal mehr über den einen, mal mehr über den anderen Typ und auch weitere Diabetestypen. Medikamente finden ebenfalls über die Ausgaben hinweg ausgewogen ihren Raum im Heft.
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moira postete ein Update vor 1 Woche, 6 Tagen
Hallo! Ich fahre in den Ferien nach Paris und möchte gerne auf den Eiffelturm steigen. Mein Mann macht sich deshalb große Sorgen, weil die Treppe schon sehr lang ist.
War jemand schon mal dort und hat den einen oder anderen Tipp?
