- Technik
Umfrage zu Technologie und Digitalisierung: Ihre Meinung zählt
3 Minuten

Moderne Technologien und Digitalisierung aus Sicht von Menschen mit Diabetes: Die große Umfrage für den Digitalisierungs- und Technologie-Report läuft noch ein paar Tage – Sie können noch mitmachen! Wir haben Prof. Dr. Bernhard Kulzer, der mit seinem Team im Forschungsinstitut der Diabetes-Akademie Mergentheim (FIDAM) die Fragen entwickelt hat, gefragt, warum Menschen mit Diabetes daran teilnehmen sollten und um welche Themen es konkret geht. Hier sind seine Antworten.
Diabetes-Journal (DJ): Herr Professor Kulzer, warum ist es wichtig, den aktuellen Stand zur Digitalisierung in der Diabetologie auch aus Sicht der Betroffenen zu erfassen?
Professor Dr. Bernhard Kulzer: Menschen mit Diabetes entscheiden sich für moderne Technologien, tragen sie und können sie damit am allerbesten einschätzen. Daher ist es sehr wichtig, die Meinungen, Bewertungen und Wünsche der Betroffenen zu erfassen. Der „Digitalisierungs- und Technologie-Report“, kurz: D.U.T-Report, in dem die Ergebnisse zusammengefasst werden, ist mittlerweile bei Ärzten, Vertretern der Kostenträger, aber auch der Industrie sehr bekannt. Eine Teilnahme an der Untersuchung ist daher sinnvoll, damit die Stimme der Betroffenen auch Gehör bekommt.
DJ: Um welche Themen geht es in den Fragen?
Kulzer: In der Umfrage geht es um die Einstellung zu modernen Technologien und digitalen Anwendungen und deren Bewertung. Ganz konkret beziehen sich die Fragen auf die aktuelle und zukünftige Bedeutung von Insulinpumpen, der Methode der kontinuierlichen Glukosemessung, Software zum Auswerten von Glukosewerten, Apps, Schulung per Video, sozialen Medien oder auch der elektronischen Patientenakte. Genauer wird auch nach der Einschätzung von (Hybrid-)Closed-Loop-Systemen (AID-Systemen) – von denen die ersten in diesem Jahr bereits auf dem Markt sind – gefragt. Keine Angst: Wer jetzt ein wenig verwirrt ist – alle Begriffe werden in der Umfrage genau erklärt. Mitmachen können daher alle Menschen mit Diabetes und auch Eltern von Kindern mit Typ-1-Diabetes ohne jegliche Vorkenntnisse zu Diabetestechnologien.
Alles Wichtige auf einen Blick:
Wer kann mitmachen?
Die Umfrage richtet sich an Menschen mit Diabetes und Eltern von Kindern und Jugendlichen mit Diabetes.
Bis wann läuft die Umfrage?
Sie können noch bis zum 10. Oktober 2021 teilnehmen.
Wie steht es um den Datenschutz?
Die Umfrage ist völlig anonym, es erfolgt keine Speicherung persönlicher Daten.
Wo finde ich weitere Informationen?
Zusätzliche Informationen über die Befragung und den D.U.T-Report finden Sie hier.
Wie kann ich teilnehmen?
Die Umfrage ist mit Computer, Tablet oder Smartphone durchführbar, einfach auf den folgenden Link klicken.
➤ zur Umfrage
DJ: Was haben die Teilnehmer davon, an der Umfrage teilzunehmen?
Kulzer: Viele Teilnehmer der letzten Umfrage haben geschrieben, dass sie die Umfrage sehr interessant fanden, da es spannend gewesen sei, die Fragen zu beantworten und sich damit mit wichtigen Zukunftsthemen der Diabetestherapie zu beschäftigen. In anderen Zuschriften haben sich Betroffene dafür bedankt, dass mit dieser Umfrage auch die Sichtweise der Menschen mit Diabetes thematisiert wird. Als „Dankeschön“ für die Teilnahme bekommen die Teilnehmenden auf Wunsch den fertigen D.U.T-Report zugeschickt. In diesem finden sie nicht nur die Ergebnisse der Umfrage, sondern auch in 11 Kapiteln die wichtigsten Informationen zu neuen Technologien. Es lohnt sich daher, mitzumachen!
DJ: Was macht es so spannend, die Meinungen und Einschätzungen von Patienten und Ärzten zu vergleichen?
Kulzer: Parallel zu der Umfrage bei Menschen mit Diabetes befragen wir auch in jedem Jahr Diabetologen nach ihrer Einschätzung bezüglich der Digitalisierung und neuer Technologien. Wir bemühen uns, recht viele Fragen ähnlich zu stellen, damit die Antworten der Ärzte und Patienten zu vergleichen sind. Insgesamt waren in der letzten Umfrage vor zwei Jahren die Patienten von der Digitalisierung deutlich überzeugter und positiver in Hinblick auf die Zukunft eingestellt als die Ärzte. Das hat uns überrascht, zeigt aber, wie wichtig die Einschätzung von Patienten ist, die offensichtlich die „Treiber“ für neue Therapieansätze sind.
DJ: Was war beim letzten Vergleich die größte Überraschung?
Kulzer: Am meisten überrascht hat uns, welch positive Erwartungen und Einstellungen die allermeisten der Befragten hinsichtlich moderner Therapieverfahren und neuer Technologien haben. Das hatten wir in diesem Ausmaß nicht erwartet. Es zeigt aber die Hoffnung vieler Menschen mit Diabetes, dass mithilfe der Technik und digitaler Anwendungen ihr Leben mit Diabetes einfacher wird und das böse Gespenst der Folgeerkrankungen sich damit ein wenig besser vertreiben lässt.
Interview:
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Erschienen in: Diabetes-Journal, 2021; 70 (10) Seite 18
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thomas55 postete ein Update vor 1 Woche, 3 Tagen
Hallo Philipa,
beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
Viel Erfolg
Thomasphilipa postete ein Update vor 1 Woche, 3 Tagen
Hallo zusammen,
Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?lena-schmidt hat eine Umfrage erstellt vor 3 Wochen, 4 Tagen
Reminder: Das nächste Community-Meetup findet am 15. Juli statt!
Den Link und weitere Infos gibt es hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juli/Wer ist am Start?
Virtuelles Diabetes-Anker Community-MeetUp im Juli – Diabetes-Anker
Wir freuen uns auf das nächste Community-MeetUp am 15. Juli! 1x im Monat treffen wir uns und tauschen uns rund um das Thema Diabetes aus. Die ganze Community ist herzlich eingeladen. […]








Hallo philipa,
Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
Beste Grüße