- Technik
Vernetzte Zukunft: Die Chancen von Big Data nutzen
3 Minuten
Im modernen Diabetesmanagement fallen immer mehr therapierelevante Daten an. Für sich alleinstehend bringen diese jedoch nicht viel – erst die intelligente Auswertung und der Austausch dieser Daten zwischen den verschiedenen Therapie-Tools schaffen einen Mehrwert für Menschen mit Diabetes.
Was habe ich gegessen und wie viel? Wie viel Sport oder körperliche Aktivität habe ich gemacht? Wie hoch war die letzte verabreichte Insulindosis? Und wie wirkt sich all dies auf den Glukosespiegel aus? Wer Diabetes hat, der muss sich tagtäglich mit therapierelevanten Informationen und Daten beschäftigen.
Durchschnittlich 50 Mal am Tag (insgesamt etwa eine Stunde täglich) müssen sich Diabetespatienten entscheiden, wie sie ihre Therapie an ihren Alltag anpassen – meist auf sich allein gestellt. Dies ist sowohl zeit- als auch energieaufwendig, erfordert ein striktes Selbstmanagement und kann so auf Dauer auch zu einer großen Belastung für die Betroffenen werden.
Solide Datengrundlage für fundierte Therapieentscheidungen
Auf einer Presseveranstaltung des Unternehmens Roche Diabetes Care, die im Rahmen der 12. ATTD-Jahrestagung (weltweit größter Kongress für Diabetestechnologie) Ende Februar in Berlin stattfand, wurde daher thematisiert, wie moderne digitale Lösungen und Technologien Menschen mit Diabetes dabei helfen können, ihren Therapiealltag in Zukunft zu meistern.
Für Lars Boehm (Zürich), der beim IT-Giganten IBM den Bereich Healthcare and Life Sciences Consulting in der Schweiz leitet und sich vor allem auf die Themen künstliche Intelligenz und digitale Therapeutika spezialisiert hat, sind die Erfassung und Analyse von Gesundheitsdaten und das stetig anwachsende kollektive Wissen Chance und Herausforderung zugleich:
Anhand der Informationsfülle eröffneten sich zwar ganz neue Optionen in Diagnostik und Therapie, gleichzeitig werde es aufgrund der Datenmengen in astronomischen Größen jedoch auch immer schwieriger, den Durchblick zu behalten. Umso wichtiger seien daher die Fortschritte im Bereich der künstlichen Intelligenz, um diese Daten zu ordnen und gezielt auszuwerten, damit diese auch zum Wohl der Patienten eingesetzt werden können.
Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat Anfang des Jahres entschieden, dass das „Eversense XL“-CGM-System allen Anforderungen an ein Real-Time-CGM-System (rtCGM) gerecht wird. Die Insertion des Sensors unter die Haut, wo er bis zu 6 Monate lang getragen werden kann, stelle eine Weiterentwicklung der kontinuierlichen Glukosemessung, jedoch keine neue Untersuchungs- oder Behandlungsmethode dar. Somit erfüllt „Eversense XL“ die Voraussetzungen für eine Erstattung durch die deutschen Krankenkassen.
„Der Zugang zu großen Mengen an Real-World-Daten sowie der Einsatz intelligenter Algorithmen und vorausschauender Analytik bieten ein enormes Potenzial, um therapeutische und verhaltensbedingte Effekte beim täglichen Diabetesmanagement besser zu verstehen und eine solide Grundlage für fundierte Therapieentscheidungen zu schaffen“, führte Boehm in seinem Vortrag aus.
Für Marcel Gmuender, Global Head Roche Diabetes Care, ist ein weiterer wichtiger Schritt in der Zukunft der Diabetestherapie die Vernetzung der verschiedenen eingesetzten Systeme und Tools. Denn integrative Diabetesmanagement-Lösungen können Glukosemessgeräte, Insulinabgabesysteme und digitale Gesundheitslösungen untereinander verbinden, um so einen möglichst nahtlosen und ganzheitlichen Therapieansatz zu erreichen.
Vernetzung schafft ein offenes Diabetesmanagement-Ökosystem
„Wir treiben die Erweiterung unseres offenen Diabetesmanagement-Ökosystems konsequent voran und beziehen dabei alle am Therapieprozess beteiligten Akteure mit ein“, so Gmuender. Die fortschreitende Vernetzung, wie Roche sie nun aktuell mit der Integration der Daten seines Eversense-XL-CGM-Systems in die mySugr-Diabetesmanagement-Software ermöglicht hat, schaffe hochrelevante Erkenntnisse und eine sinnvolle Therapieunterstützung für Menschen mit Diabetes und deren Behandler, zeigte sich Gmuender überzeugt.
So sei man zudem in der Lage, personalisierte Therapieoptionen zielgerichteter anzubieten, welche nicht nur der Lebensqualität der Patienten zugutekämen, sondern auch das Gesundheitssystem insgesamt entlasteten.
Auch Prof. Dr. Oliver Schnell (Ludwig-Maximilians-Universität München) unterstrich den Mehrwert, den die Verfügbarkeit von klinischen Daten zur richtigen Zeit am richtigen Ort ermöglicht. So könne man unerwünschte Verlaufsmuster in den Glukosedaten oder Probleme im Therapieschema rasch erkennen und frühzeitig gegensteuern, um das Risiko für Langzeitkomplikationen zu senken.
Mehr Zufriedenheit mit der Therapie und bessere Arzt-Patienten-Kommunikation
Dazu müssen die Daten jedoch auch strukturiert analysiert werden, damit man deren volles Potenzial ausschöpfen könne, hob Schnell hervor. Ein hierfür wirkungsvoller Ansatz ist für ihn das Konzept des integrierten personalisierten Diabetes-Managements (iPDM), das im Rahmen des Studienprogramms PDM Pro-Value evaluiert wurde:
„Aus den Ergebnissen der PDM Pro-Value-Studie lässt sich eindeutig ableiten, dass dieser integrierte und strukturierte Therapieansatz nicht nur den HbA1c-Spiegel um 0,5 Prozent gegenüber der Kontrollgruppe deutlich senken konnte, sondern auch psychologische Parameter wie Therapiezufriedenheit und Arzt-Patienten-Interaktion verbessert wurden.“
Autor:
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Erschienen in: Diabetes-Journal, 2019; 68 (4) Seite 14-16
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stephanie-haack postete ein Update vor 3 Tagen, 2 Stunden
Jetzt schon vormerken: Das nächste virtuelle Community-MeetUp findet am 10. Juni statt. Wir freuen uns drauf! 🙂
Alle Infos hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juni2026/
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tako111 postete ein Update vor 3 Tagen, 4 Stunden
Ich habe Ihr Heft 1-2/2026 leider erst jetzt in die Hände bekommen und war über den Bericht auf Seite 14 „Spritzen, aber kein Insulin“ schon verwundert. Zwar nennen Sie einige mögliche Nebenwirkungen der einzelnen Substanzen, jedoch fehlt ein Hinweis auf eine besonders schwerwiegende Komplikation: die Gefahr einer Schädigung des Sehnervs beziehungsweise anderer Augenstrukturen. Nach meinem Kenntnisstand kann diese Nebenwirkung unter Umständen nicht mehr reversibel sein.
Ich würde mir wünschen, dass Sie bei künftigen Berichten auch auf solche Risiken eingehen und diese entsprechend berücksichtigen. Auffällig ist zudem, dass in Ihrem Heft häufig über Menschen mit Diabetes Typ 1 berichtet wird, während der Diabetes Typ 2 deutlich weniger Beachtung findet. Darüber hinaus entsteht der Eindruck, dass die entsprechenden Spritzenmedikamente bei Typ-2-Diabetes oftmals in einem überwiegend positiven Licht dargestellt werden, ja geradezu für den Typ 2 gegenüber beispielsweise Metformin, präferiert werden.
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katrin-kraatz antwortete vor 3 Tagen, 2 Stunden
Für die Augenproblematik konnte bisher keine Kausalität gezeigt werden. Hier sind weitere Studien zu erwarten, deren Ergebnisse abzuwarten sind. Außerdem ist es ein sehr seltenes Ereignis. Details sind zum Beispiel zu finden im Deutschen Ärzteblatt unter https://www.aerzteblatt.de/themen/augenheilkunde/therapie-mit-glp-1-rezeptor-agonisten-okulaere-komplikationen-sind-selten-aber-visusbedrohend-e345aa92-a4f7-4f40-8146-b2967b577504.
Wir bemühen uns, mit unseren Beiträgen ausgewogen über die Ausgaben des Diabetes-Ankers hinweg alle Menschen mit Diabetes zu informieren – mal mehr über den einen, mal mehr über den anderen Typ und auch weitere Diabetestypen. Medikamente finden ebenfalls über die Ausgaben hinweg ausgewogen ihren Raum im Heft.
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moira postete ein Update vor 1 Woche, 6 Tagen
Hallo! Ich fahre in den Ferien nach Paris und möchte gerne auf den Eiffelturm steigen. Mein Mann macht sich deshalb große Sorgen, weil die Treppe schon sehr lang ist.
War jemand schon mal dort und hat den einen oder anderen Tipp?

