- Leben mit Diabetes
Warnhunde und CGM: Nicht gegeneinander aufwiegen!
2 Minuten

Jolante Wittek-Pakulo ist Diabetologin und Mitbegründerin von DiabDogs. Sie hält die Gegenüberstellung von Diabetikerwarnhunden und CGM-Systemen für nicht zielführend. Lesen Sie hier ihren Blickwinkel auf dieses Thema.
Derzeit wird diskutiert über den Sinn von Diabetikerwarnhunden, und oftmals wird ein solcher Hund verglichen mit CGM – dem kontinuierlichen Glukosemonitoring. Manchmal habe ich den Eindruck, dass verschiedene Diskutanten weder eine Vorstellung von CGM haben noch von einem Hund – und noch weniger vom Leben mit Diabetes. Warum?
Schwarz-Weiß-Sehen
Nun, es wird hier nur Schwarz oder Weiß gesehen. Das Problem, worüber man sich eigentlich dringend unterhalten muss, bleibt außer Diskussion: die Unterzuckerung als ernsthafte Komplikation der Diabetestherapie (insbesondere der Insulintherapie). Stillschweigend geht die Medizin seit Jahren darüber hinweg.
Auf die berechtigten Ängste der Patienten kommen Antworten wie: “Leichte Hypoglykämien gehören zum Leben des gut eingestellten Diabetikers” – “Man stirbt nicht daran” – “Schließlich rettet das Insulin das Leben der Typ-1-Diabetiker” usw. Die Zahl der Blutzuckerteststreifen wird reglementiert mit der Begründung, es sei ausreichend für die Therapiesteuerung, fünf-, maximal sechsmal am Tag den Blutzucker zu kontrollieren.
Kein Wunder, dass Betroffene Alternativen suchen
Über die Vorteile durch den Einsatz eines Sensors streiten sich seit Jahren die Ärzte und Kostenträger, ohne den Patienten eine sinnvolle Lösung anbieten zu können. Die Sicherheit der Diabetestherapie im 21. Jahrhundert lässt zu wünschen übrig. – Es ist also kein Wunder, dass Betroffene nach Alternativen suchen.
Die Darstellung des Diabetikerwarnhundes ist in den Medien leider verzerrt: Emotionale und fast kritiklose Berichte sind kontraproduktiv und diskreditieren die Methode – noch bevor ihre Tauglichkeit überhaupt überprüft wurde. Erstaunlich hoch aber ist die Akzeptanz dieser Methode: Sie ist sehr groß, größer als beim Sensor.
Beide Methode ausgiebig kennengelernt
Ich selbst bin als Ärztin und als Begleiterin von Hundeausbildungen in der guten Situation, dass ich persönlich beide Methoden gründlich über einen Zeitraum von vier Jahren kennengelernt habe. Meine Patienten nutzen die eine oder die andere Methode; einige können sich beide leisten. Aus meinem Blickwinkel würde ich beide zusammen wählen, denn:
Die Hundenase ist ein sehr genauer Detektor mit vielen Vorteilen. Der Sensor zusammen mit der Pumpe kann Patienten helfen, die Therapie zu steuern. Beide Methoden sind nicht perfekt. Zusammen zeigen uns Sensor und Hund neben der großen Sicherheitslücke in der Insulintherapie den Bedarf des Patienten mit einem Hypoglykämie-Problem an einer alltagstauglichen Lösung. Wer mag: Einen Vergleich beider Methoden gibt es unter dem Link rechts. Ich verstehe beide Seiten in der Diskussion.
Beides optimal einsetzen!
Und beide haben recht. Also ist es notwendig, statt sinnloser Kritik oder übermäßiger Hoffnung das Thema Therapiesicherheit in der Diabetologie aus der rationalen Perspektive zu betrachten. Bevor die aktuell einzigen Schutzmethoden gegen Hypoglykämien gegeneinander aufgewogen werden, sollte man lieber versuchen, diese optimal einzusetzen:
Der Hund wird das Blutzuckermessgerät nicht ersetzen, kann aber in kritischen Situationen dank effektiver Alarmierung das Leben retten. CGM kann erst in geübten Händen eine Unterstützung bei der Therapieanpassung sein. Ohne Vorbereitung auf die durch CGM kontinuierlich registrierten Werte kann das System zuerst für den Patienten eine Überforderung sein – und kann zur Jagdtherapie nach hohen Werten verführen.
von Jolante Wittek-Pakulo
Kontakt:
Kirchheim-Verlag, Kaiserstraße 41, 55116 Mainz, Tel.: (06131) 9 60 70 0,
Fax: (06131) 9 60 70 90, E-mail: redaktion@diabetes-journal.de
Erschienen in: Diabetes-Journal, 2014; 63 (4) Seite 19
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uho1 postete ein Update vor 6 Tagen, 16 Stunden
@calvin240
Ich hätte eine Frage zum
Bestellablauf und deinen Erfahrungen mit Medtrum. Könnte ich dich auch „privat“ anschreiben? Wenn du vielleicht meine Freundschaftsanfrage annimmst? Gruß Ute123novesia postete ein Update vor 1 Woche, 1 Tag
Bin neu hier. Typ2. Meine Werte verschlechtern sich obwohl ich nicht anders esse und mehr Bewegung eingebaut habe. Denke Stress ist hier das Hauptthema. Pflegebedürftige Mutter und Sohn steht im Stastsexsmen. Habe seit Jahren auch Depressionen und Panikattacken. Bin verzweifelt.
- lena-schmidt antwortete vor 1 Woche
Liebe @123novesia, willkommen in unserer Community. Es tut mir sehr leid zu lesen, wie viel gerade auf deinen Schultern liegt. Die Sorge um deine Mutter, der Stress rund um das Staatsexamen deines Sohnes und dazu Depressionen und Panikattacken. Dass dich das erschöpft und verzweifelt macht, ist sehr verständlich.
Bitte mach dir keine Vorwürfe: Verschlechterte Werte bedeuten nicht automatisch, dass du etwas falsch machst. Stress und psychische Belastungen können den Blutzucker beeinflussen. Trotzdem wäre es wichtig, die Veränderungen zeitnah mit deiner Diabetespraxis oder deiner Hausärztin/deinem Hausarzt zu besprechen, damit auch andere Ursachen ausgeschlossen und die Behandlung gegebenenfalls angepasst werden kann.
Du musst das alles nicht allein tragen. Vielleicht gibt es für deine Mutter Unterstützung durch Angehörige, einen Pflegestützpunkt oder einen ambulanten Dienst. Und auch für dich wäre jetzt Unterstützung wichtig – durch deine behandelnde Praxis oder eine psychotherapeutische/psychiatrische Anlaufstelle. Auch hier findest du vielleicht noch Halt und Unterstützung aus unserer Community. Alles Gute und pass auf dich auf. Liebe Grüße Lena
jseiffert postete ein Update vor 2 Wochen, 1 Tag
Hallo zusammen,
heute findet unser nächstes Community-MeetUp via Teams statt.
Alle Infos gibt es hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-september-26
Wir freuen uns auf Euch! 🙂Virtuelles Diabetes-Anker Community-MeetUp im September – Diabetes-Anker
Wir freuen uns auf das nächste Community-MeetUp am 8. September! 1x im Monat treffen wir uns und tauschen uns rund um das Thema Diabetes aus. Die ganze Community ist herzlich eingeladen. […]





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