Wie viele Patienten nutzen schon die neuen Technologien?

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Wie viele Patienten nutzen schon die neuen Technologien?

Digitalisierung und Technologie werden in der Diabetologie zu immer wichtigeren Themen. Wie Diabetologen gegenüber Neuerungen aus diesem Bereich eingestellt sind, zeigt eine Umfrage unter über 300 diabetologisch tätigen Ärzten. Eine der wichtigsten Fragen: Wie weit verbreitet sind neue Technologien in den Einrichtungen, in denen die Ärzte arbeiten?

Über neue Technologien wird viel diskutiert, Vor- und auch Nachteile gegeneinander abgewogen. Aber wie viele Patienten nutzen überhaupt schon die noch relativ neuen Möglichkeiten zur Glukosemessung und zur Insulingabe? Welche Unterschiede gibt es zwischen Patienten mit Typ-1- und Typ-2-Diabetes? Antworten auf diese Fragen geben die über 300 diabetologisch tätigen Ärzte, die 2019 an der zweiten Umfrage dieser Art im Rahmen des Digitalisierungs- und Technologiereports Diabetes (D.U.T) teilgenommen haben.

Fazit: Insgesamt benutzen ca. 17 Prozent aller Patienten einer ambulanten diabetologischen Einrichtung eine Flash-Glukosemessung, 5,5 Prozent eine Insulinpumpe und ca. 5 Prozent eine kontinuierliche Glukosemessung (CGM). 0,2 Prozent benutzen bereits ein Hybrid-Closed-Loop-System, 0,1 Prozent ein selbst gebautes Closed-Loop-System.

Diese Zahlen erlauben eine vorsichtige Hochrechnung, wie viele Diabetespatienten in Deutschland (aktuell: ca. 360.000 Menschen mit Typ-1-Diabetes, ca. 6,9 Millionen Menschen mit Typ-2-Diabetes) moderne Diabetestechnologie nutzen: Flash-Glukosemessung ca 370.000 Menschen, kontinuierliche Glukosemessung (CGM) ca. 96.000, Insulinpumpen ca. 104.000, Hybrid-Closed-Loop ca. 4.500, Closed-Loop ca. 1.440.

Interessant ist auch, in welchem Ausmaß sich der Anteil an Patienten (Typ-1- und Typ-2-Diabetes im ambulanten Bereich), der moderne Diabetestechnologie nutzt, im Zeitraum von nur einem Jahr (2018 – 2019) erhöht hat: Pro Praxis ist der Anteil aller Patienten mit CGM um 66 Prozent, der mit Flash-Glukosemessung um 49 Prozent und der mit Insulinpumpe um 30 Prozent gestiegen. Diese Zahlen ergeben sich aus dem Vergleich zwischen den beiden, in den Jahren 2018 und 2019 für den D.U.T durchgeführten Umfragen.

Die Umfrage – erstmals auch unter Diabetespatienten

Zum zweiten Mal nach 2018 zeigt 2019 eine wissenschaftlich geleitete Umfrage, inwieweit digitale Anwendungen in Deutschland schon in der klinischen Praxis genutzt werden und wie Diabetologen gegenüber der Digitalisierung eingestellt sind. Teilgenommen haben 326 Ärzte, die diabetologisch tätig sind.

Durchgeführt wurde die Befragung vom Forschungsinstitut der Diabetes Akademie Bad Mergentheim (FIDAM) in Zusammenarbeit mit dem Zukunftsboard Digitalisierung der Berlin-Chemie AG und mit Unterstützung des Bundesverbandes Niedergelassener Diabetologen (BVND) und des Verbandes der niedergelassenen Diabetologen Niedersachsen (VNDN).

2019 wurden zudem Menschen mit Typ-1- und Typ-2-Diabetes sowie Eltern von Kindern mit Typ-1-Diabetes nach ihrer Sicht auf neue Technologien und die digitalen Möglichkeiten der Diabetestherapie gefragt. 3.427 Personen haben an der Umfrage teilgenommen. Die Ergebnisse sowohl der Ärzte- als auch der Patientenumfrage sind abrufbar unter dut-report.de.

Der Digitalisierungs- und Technologiereport Diabetes

Im Digitalisierungs- und Technologiereport Diabetes (D.U.T) beschreiben die Autoren die wichtigsten Fakten und Entwicklungstrends zu verschiedenen Aspekten der Digitalisierung und Technologisierung in der Diabetologie. Durch die Beiträge wird deutlich, auf wie vielen und unterschiedlichen Ebenen Digitalisierung und Technologie mittlerweile in die Diabetestherapie eingreifen. Die Artikel sollen helfen, praxistaugliche Lösungen zu finden, die künftig zu einer modernen und patientenorientierten Diabetologie gehören können. Zudem ist die eingehende Analyse der Umfrageergebnisse ein Teil des D.U.T.

Der Digitalisierungs- und Technologiereport Diabetes (D.U.T) erscheint im
Kirchheim-Verlag
, die Herausgeber sind Prof. Dr. Bernhard Kulzer und Prof. Dr. Lutz Heinemann. Unterstützt wurde der D.U.T von der Berlin-Chemie AG mit seinem Zukunftsboard Digitalisierung (zd), mit dem das Unternehmen zusammen mit führenden Experten den Digitalisierungsprozess in der Diabetologie aktiv vorantreiben will. Vertreter des zehnköpfigen Zukunftsboards Digitalisierung bilden zudem die Jury für den bytes4diabetes-Award. Bewerbungen sind bis 15. September 2020 möglich.

Der Digitalisierungs- und Technologiereport Diabetes ist erhältlich über das Unternehmen Berlin-Chemie und in digitaler Form auf www.dut-report.de.


Quelle: Verlag Kirchheim & Co GmbH
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  • Hallo Philipa,
    beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
    Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
    Viel Erfolg
    Thomas

  • philipa postete ein Update vor 3 Tagen, 5 Stunden

    Hallo zusammen,
    Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?

    • Hallo philipa,
      Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
      Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
      Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
      Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
      Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
      Beste Grüße

  • lena-schmidt hat eine Umfrage erstellt vor 2 Wochen, 3 Tagen

    Reminder: Das nächste Community-Meetup findet am 15. Juli statt!
    Den Link und weitere Infos gibt es hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juli/

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