Das Wochenende mit dem Gruppenleiter-Seminar und Delegierten-Versammlung des DBW begann mit einer erweiterten Vorstandssitzung am Freitag. Am Samstagmorgen wurde das Seminar offiziell eröffnet. Unter anderem standen zwei spannende Vorträge auf dem Programm.
ADHS und Diabetes im Erwachsenenalter
Dr. Arne Schäfer, Diplom-Psychologe in der Diabetes-Klinik Bad Mergentheim, referierte zum Thema ADHS (Aufmerksamkeits-Defizit-/Hyperaktivitäts-Störung) in Verbindung mit Diabetes. Der Anteil an Erwachsenen mit ADHS sei bei Menschen mit Diabetes doppelt so hoch wie bei solchen ohne Diabetes. Er stellte die Unterschiede bezüglich der Symptome dar, sprach über Therapie-Barrieren und gab Hinweise zur Behandlung.
Zahlreiche Fragen zeigten das große Interesse an dem Thema. Der Referent nahm diese gern auf und ging gezielt und ausführlich auf die erwähnten Themen ein.
So kam heraus, dass Menschen mit Diabetes und ADHS sich besonders schwertun, an etwas anderes zu denken als an ihre Glukosewerte. Die heutige Technik mit Sensoren zum kontinuierlichen Glukose-Messen (CGM) und Apps auf dem Smartphone führe dann oft dazu, ständig die Werte zu beobachten und korrigierend einzugreifen, anstatt nur gelegentlich zu prüfen und gegebenenfalls einzugreifen. Das Thema „Ess-Störungen“ ist insbesondere bei Menschen mit Diabetes und ADHS eine mögliche Therapie-Barriere bzw. besondere Schwierigkeit.
Bei der Delegiertenversammlung wurde der neue Vorstand des DBW e.V. gewählt (Bild rechts, v.l.): Carsten Schlüter, Reiner Hub, Anica Towae, Helene Klein, Eric Bayerschen und Marc Otto Peters. Auf dem Foto fehlt Fatma Öztürk. | Fotos: Michael M. Roth, MicialMedia
Nahrungsergänzungsmittel – notwendig oder nicht?
Diätassistentin Gisela Hogenaar-Klumpp aus Baiersbronn referierte nach der Mittagspause zum Thema Nahrungsergänzungsmittel. Sie beantwortete die Fragen, was Superfood ist, was Nahrungsergänzungsmittel sind und ob wir so etwas heutzutage brauchen. Dazu ging sie auf verschiedene Stoffe und Vitamine ein, die heute in Supermärkten, Drogerien oder Apotheken angeboten werden, zum Beispiel Kalzium, Magnesium, Zink, Vitamin D und einige mehr.
Sie erläuterte die Notwendigkeiten für Nahrungsergänzungsmittel, das natürliche Vorkommen dieser Stoffe, die Formen der zusätzlichen Einnahme und die Abhängigkeiten bzw. Wechselwirkungen untereinander. Dabei wurde klar: Ganz so einfach ist das alles nicht! Erfreut griff sie daher auch die vielen Nachfragen auf und konnte von umfangreichen Erfahrungen berichten. Augenzwinkernd schloss sie ihren Vortrag mit dem Spruch: „Friss die Hälfte, sauf die Hälfte, dann bist Du ein ganzer Mensch.“
Auf unserer Homepage gibt es einen ausführlichen Bericht, und wir berichten dort auch über die Delegiertenversammlung und Vorstandswahlen.
von Andreas Kneiphoff, Marketing/Öffentlichkeitsarbeit
Erschienen in: Diabetes-Anker, 2026; 75 (1/2) Seite 64-65
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