Polizei beschlagnahmt Führerschein: Unterzuckerung am Steuer?

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Polizei beschlagnahmt Führerschein: Unterzuckerung am Steuer? | Foto: DBW
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Polizei beschlagnahmt Führerschein: Unterzuckerung am Steuer?

Nach plötzlichen Sehstörungen kam ein Fahrer mit Diabetes von der Straße ab. Es könnte sein, dass eine Unterzuckerung vorlag, die Polizei hat den Führerschein beschlagnahmt. Dieser Unfallbericht zeige, dass Menschen mit Diabetes unbedingt auf die Fahrtauglichkeit achten müssen, mahnt DDF-Sozialreferent Reiner Hub.

In meiner Tageszeitung las ich von einem Verkehrsunfall. Der Fahrer, nach Polizei-Angaben jemand mit Diabetes, war aufgrund „plötzlicher Sehstörungen“ von der Fahrbahn abgekommen, mit der Leitplanke kollidiert und trotz des Unfalls weitergefahren. Augenzeugen hatten die Polizei informiert, die den Fahrer wenig später stoppen konnte. Er wurde ins Krankenhaus gebracht und sein Führerschein beschlagnahmt.

Ich frage mich seitdem, wie es plötzlich zu den Sehstörungen kommen konnte. Der Unfallhergang und der Hinweis auf Diabetes lassen vermuten, dass der Fahrer eine schwere Unterzuckerung nicht erkannt oder zu spät behandelt hatte und trotzdem weitergefahren war. Falls dies zutrifft, stellt sich die Frage nach dem Warum? Lag es an mangelnder Schulung? Lag es an der Absicht, trotz erkannter Symptome doch noch das Ziel der Fahrt zu erreichen?

Bei der Teilnahme am Straßenverkehr Unterzuckerungen vorbeugen!

Für mich ergibt sich daraus die eindringliche Warnung, als Mensch mit Diabetes während der Teilnahme am Straßenverkehr stets auf meine Fahrtauglichkeit zu achten. Nach § 2 Absatz 4 des Straßenverkehrsgesetzes und nach § 2 der Fahrerlaubnisverordnung ist jeder Teilnehmer am Straßenverkehr selbst dafür verantwortlich, dass er sicher am Straßenverkehr teilnehmen kann und andere nicht gefährdet. Wer dagegen verstößt, muss mit der Beibringung eines teuren Gutachtens zur Fahrtauglichkeit, Auflagen, dem Entzug der Fahrerlaubnis oder sogar strafrechtlichen Folgen rechnen.

Aber auch von anderer Seite kann teures Ungemach drohen: Die Kfz-Haftpflichtversicherung kann beim Verdacht einer absichtlichen Handlung oder eines Verstoßes gegen ärztliche Auflagen den Versicherungsnehmer mit bis zu 5.000 Euro in Regress nehmen. Die Kasko-Versicherung wird beim Verdacht auf grobe Fahrlässigkeit die Leistung sogar total verweigern.

Fazit: Jeder Verkehrsteilnehmer, der während der Fahrt eine Unterzuckerung erleiden könnte, muss dieser vorbeugen durch regelmäßige Blutzucker-Selbstkontrollen vor und während der Fahrt, durch Beachten der Warnungen seines Glukose-Sensors, durch sofortige und ausreichende Korrektur-Maßnahmen zum Beseitigen der Unterzuckerung. Diese Bedingungen zur Teilnahme am Straßenverkehr werden in der Fahrerlaubnisverordnung und in den Begutachtungsleitlinien zur Kraftfahreignung an alle Menschen mit Diabetes gestellt.


von Reiner Hub, Sozialreferent DDF

Erschienen in: Diabetes-Anker, 2026; 75 (1/2) Seite 63


zur Beitragsübersicht von Diabetiker Baden-Württemberg e.V.

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  • stephanie-haack postete ein Update vor 3 Wochen

    Jetzt schon vormerken: Das nächste virtuelle Community-MeetUp findet am 10. Juni statt. Wir freuen uns drauf! 🙂

    Alle Infos hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juni2026/

  • tako111 postete ein Update vor 3 Wochen

    Ich habe Ihr Heft 1-2/2026 leider erst jetzt in die Hände bekommen und war über den Bericht auf Seite 14 „Spritzen, aber kein Insulin“ schon verwundert. Zwar nennen Sie einige mögliche Nebenwirkungen der einzelnen Substanzen, jedoch fehlt ein Hinweis auf eine besonders schwerwiegende Komplikation: die Gefahr einer Schädigung des Sehnervs beziehungsweise anderer Augenstrukturen. Nach meinem Kenntnisstand kann diese Nebenwirkung unter Umständen nicht mehr reversibel sein.

    Ich würde mir wünschen, dass Sie bei künftigen Berichten auch auf solche Risiken eingehen und diese entsprechend berücksichtigen. Auffällig ist zudem, dass in Ihrem Heft häufig über Menschen mit Diabetes Typ 1 berichtet wird, während der Diabetes Typ 2 deutlich weniger Beachtung findet. Darüber hinaus entsteht der Eindruck, dass die entsprechenden Spritzenmedikamente bei Typ-2-Diabetes oftmals in einem überwiegend positiven Licht dargestellt werden, ja geradezu für den Typ 2 gegenüber beispielsweise Metformin, präferiert werden.

  • moira postete ein Update vor 1 Monat

    Hallo! Ich fahre in den Ferien nach Paris und möchte gerne auf den Eiffelturm steigen. Mein Mann macht sich deshalb große Sorgen, weil die Treppe schon sehr lang ist.
    War jemand schon mal dort und hat den einen oder anderen Tipp?

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