Wertschätzen statt ausnutzen: Das Ehrenamt verdient Anerkennung!

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Wertschätzen statt ausnutzen: Das Ehrenamt verdient Anerkennung! | Foto: DNI
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Wertschätzen statt ausnutzen: Das Ehrenamt verdient Anerkennung!

Fahrtkosten, Pausen, Respekt: Arnfred Stoppok fordert, das Ehrenamt zu wertschätzen statt es auszunutzen. In seinem Kommentar beschreibt er, wie fehlende Anerkennung freiwilliges Engagement in der Selbsthilfe langfristig gefährden kann.

Ohne Ehrenamt wäre vieles in unserer Gesellschaft nicht möglich. Auch die Selbsthilfe lebt vom Engagement der Menschen, die ihre Zeit, ihre Erfahrung und ihr Herzblut einbringen. Gerade da, wo es um das Gemeinwohl und nicht um Gewinne geht, ist freiwillige Unterstützung von unschätzbarem Wert. Aber zu selten wird offen über eine unangenehme Wahrheit gesprochen: Ehrenamt kann auch ausgenutzt werden.

Viele Ehrenamtliche kennen diese Situation nur zu gut. Neben Beruf, Familie und eigenen Verpflichtungen investieren sie Stunden ihrer Freizeit für eine gute Sache. Sie organisieren Veranstaltungen, betreuen Informationsstände, begleiten Aktionen oder stehen Betroffenen beratend zur Seite. Sie tun dies aus Überzeugung – nicht wegen einer finanziellen Gegenleistung. Problematisch wird es da, wo dieses Engagement als selbstverständlich angesehen wird.

Wenn freiwillige Hilfe zur Belastung wird

Besonders deutlich zeigt sich dies häufig bei Messen, Aktionstagen oder Veranstaltungen. Ehrenamtliche stehen dort oft von morgens bis abends am Stand, führen Gespräche, beraten Besucherinnen und Besucher und vertreten ihre Organisation nach außen. Das sind Aufgaben, die in Unternehmen als Arbeitszeit vergütet werden. Hinzu kommt, dass Ehrenamtliche ihre Verpflegung oft selbst bezahlen müssen, Fahrtkosten nur teilweise erstattet bekommen oder keine Zeit für Pausen haben, weil „gerade so viel los ist“.

Dabei geht es vielen Ehrenamtlichen nicht um Luxus oder hohe Aufwands-Entschädigungen. Es geht um etwas Grundlegendes: um Respekt und Wertschätzung. Denn wer freiwillig hilft, sollte nicht am Ende noch draufzahlen müssen.

Wertschätzung zeigt sich im Umgang

Das eigentliche Problem liegt oft weniger in einzelnen Kosten als vielmehr in der Haltung dahinter. Ehrenamtliche erwarten keine großen Belohnungen. Aber sie wünschen sich, dass ihr Einsatz gesehen und respektiert wird.

Dazu gehört auch, dass sich freiwilliges Engagement nicht finanziell belastend auswirkt. Wenn Menschen ihre Zeit schenken und gleichzeitig eigene Kosten tragen müssen, entsteht schnell ein ungutes Gefühl. Aus Freude am Helfen wird schleichend eine Verpflichtung. Aus Motivation wird Erschöpfung.

Hinzu kommt ein moralischer Druck, der in vielen Vereinen unausgesprochen mitschwingt. Wer Grenzen setzt oder Kritik äußert, hat schnell das Gefühl, egoistisch zu handeln oder „die Sache im Stich zu lassen“. Gerade besonders engagierte Menschen sagen deshalb oft zu lange Ja – bis die Belastung irgendwann zu groß wird.

Ehrenamt braucht faire Bedingungen

Natürlich verfügen viele Vereine und Organisationen nur über begrenzte finanzielle Mittel. Niemand erwartet perfekte Bedingungen. Aber einige Dinge sollten selbstverständlich sein:

  • die Übernahme von Fahrtkosten,
  • eine angemessene Verpflegung bei Veranstaltungen,
  • ausreichende Pausen
  • und vor allem ein respektvoller Umgang miteinander.

Denn Ehrenamt ist keine unbegrenzte Ressource. Wer Menschen dauerhaft überfordert oder ihre Hilfsbereitschaft als selbstverständlich betrachtet, riskiert langfristig genau das Problem, das viele Organisationen bereits spüren: Immer weniger Menschen sind bereit, sich dauerhaft zu engagieren.

Engagement braucht Anerkennung

Wer Ehrenamt stärken möchte, muss deshalb nicht nur neue Helferinnen und Helfer gewinnen, sondern auch diejenigen wertschätzen, die bereits Verantwortung übernehmen. Anerkennung zeigt sich nicht allein in Dankesworten oder Urkunden. Sie zeigt sich vor allem im konkreten Umgang miteinander – in fairen Bedingungen, in Rücksichtnahme und darin, freiwillige Hilfe eben nicht als kostenlose Selbstverständlichkeit zu betrachten.

Denn eines sollte nie vergessen werden: Ehrenamt verdient Anerkennung, nicht Ausnutzung.

Kommentar von Arnfred Stoppok, Landesvorsitzender


Erschienen in: Diabetes-Anker, 2026; 75 (7) Seite 76-77

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  • thomas55 postete ein Update vor 2 Tagen, 2 Stunden

    Hallo Philipa,
    beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
    Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
    Viel Erfolg
    Thomas

  • philipa postete ein Update vor 2 Tagen, 20 Stunden

    Hallo zusammen,
    Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?

    • Hallo philipa,
      Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
      Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
      Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
      Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
      Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
      Beste Grüße

  • lena-schmidt hat eine Umfrage erstellt vor 2 Wochen, 3 Tagen

    Reminder: Das nächste Community-Meetup findet am 15. Juli statt!
    Den Link und weitere Infos gibt es hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juli/

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