Prädiabetes: Typ-2-Diabetes beginnt schleichend Jahre vor Ausbruch – daher zur Früherkennung!

2 Minuten

Prädiabetes: Typ-2-Diabetes beginnt schleichend Jahre vor Ausbruch – daher zur Früherkennung!
Foto: Jeanette Dietl – stock.adobe.com
Prädiabetes: Typ-2-Diabetes beginnt schleichend Jahre vor Ausbruch – daher zur Früherkennung!

Ein Typ-2-Diabetes entwickelt sich in der Regel über viele Jahre, ohne dass die Betroffenen Symptome verspüren. Durchschnittlich bereits 12 Jahre vor der Diagnose kann man eine verminderte Insulinwirkung (Insulinresistenz) und/oder einen Mangel an Insulin und damit einen Prädiabetes feststellen. Durch eine Früherkennung und rechtzeitiger Lebensstiländerung, kann man das Risiko für den Ausbruch eines Typ-2-Diabetes jedoch um bis zu 70 Prozent senken. Darauf machen die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) und die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie (DGE) in einer Pressemitteilung aufmerksam.


Ein Prädiabetes liegt vor, wenn die Blutzuckerwerte einer Person dauerhaft über den Normalwerten liegen, jedoch noch nicht die Schwelle erreicht haben, ab der ein Typ-2-Diabetes diagnostiziert wird. Er ist also ein Warnsignal, dass das Risiko besteht, die Stoffwechselerkrankung zu entwickeln, wenn keine Änderungen im Lebensstil (vor allem gesündere Ernährung und regelmäßige körperliche Aktivität) erfolgen. „Schätzungsweise 20 von 100 Erwachsenen in Deutschland und mehr als 10 Prozent der erwachsenen Bevölkerung weltweit (541 Millionen Menschen) leben mit Prädiabetes“, sagt Professor Dr. Karsten Müssig, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin, Gastroenterologie und Diabetologie am Franziskus-Hospital Harderberg der Niels-Stensen-Kliniken.

Mehr zum Thema
➤ Diagnose Typ-2-Diabetes – und nun? Dieser multimediale Kompass weist Dir den Weg!

Zu den Risikogruppen für Prädiabetes gehören Menschen mit Übergewicht, kardiovaskulären Erkrankungen, viel Bauchfett und Leberverfettung sowie Frauen, die in den Wechseljahren deutlich an Gewicht zugenommen haben. „Auch wenn man Verwandte ersten Grades hat, die an Typ-2-Diabetes leiden, sollte man wachsam sein“, sagt Prof. Müssig. Der Mitherausgeber von Experimental and Clinical Endocrinology & Diabetes, der englischsprachigen Fachzeitschrift von DDG und DGE, ergänzt:. „Jedes Jahr entwickeln 5 bis 10 Prozent der Menschen mit Prädiabetes einen Typ-2-Diabetes.“ Das müsse nicht sein, im Stadium des Prädiabetes lässt sich die Erkrankung nämlich häufig noch erfolgreich zurückdrängen: „Das Rezept besteht meist aus einer konsequenten Präventionsstrategie mit Abnehmen, deutlich mehr Bewegung und einer ausgewogener Ernährung“, so Prof. Müssig.

Früherkennung nutzen, damit ein Prädiabetes sich nicht zu einem manifesten Typ-2-Diabetes entwickelt!

Die Diagnose eines Prädiabetes ist einfach: „Ist das Diabetesrisiko erhöht, sollten die Nüchternglukose, der 2-Stunden-Wert im sogenannten oralen Glukosetoleranztest (oGTT) sowie das HbA1c bestimmt werden“, so Müssig. Das HbA1c, auch Blutzuckerlangzeitwert genannt, spiegelt den durchschnittlichen Blutzuckerspiegel der letzten 2 bis 3 Monate wider. Eine Insulinresistenz kann jedoch schon viele Jahre vor einem Anstieg des Blutzuckers vorliegen. Diese lässt sich durch die Bestimmung von Insulin und Glukose (Blutzucker) aus einer Nüchtern-Blutprobe berechnen. „Für jedermann und jederfrau besteht auch die Möglichkeit, das eigene Risiko erst einmal ganz unabhängig von einem Arzt mit etablierten Diabetesrisiko-Tests mittels Fragebögen zu prüfen.“ Hier könne man bspw. auf die Selbsttests des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung (DIfE) oder der Deutschen Diabetes Stiftung zurückgreifen.

„Angesichts der dramatischen Zunahme von Typ-2-Diabetes wäre es ein großer Fortschritt, wenn wir Menschen mit Prädiabetes frühzeitig identifizieren. Diabetesrisiko-Tests sind einfache Screening-Methoden, Menschen mit einem erhöhten Risiko bereits vor dem Anstieg der Glukosespiegel zu erfassen“, fasst Professor Dr. Stephan Petersenn, DGE-Mediensprecher und niedergelassener Endokrinologie und Gefäßmediziner in Hamburg, zusammen. „Aktuelle Studien belegen, dass viele der von Prädiabetes Betroffenen von einer Lebensstil-Intervention profitieren. Dies sollten wir unbedingt nutzen“, ergänzt DDG-Vorstandsmitglied Professor Dr. Baptist Gallwitz.



von Redaktion Diabetes-Anker

mit Materialien der Deutschen Diabetes Gesellschaft

Diabetes-Anker-Newsletter

Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.

Hinweise zum Datenschutz

Ähnliche Beiträge

Cholesterin-Dialog 2026: Werte messen, Risiko kennen und das Herz schützen
Ein erhöhter LDL-Cholesterinwert tut nicht weh – und ist trotzdem gefährlich. Beim Cholesterin-Dialog 2026 am Weltherztag stand im Mittelpunkt, dass jeder Mensch sein Herzrisiko kennen sollte, besonders Menschen mit Diabetes. Denn bei ihnen können hohe Cholesterinwerte das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall deutlich erhöhen.
Cholesterin-Dialog: Werte messen, Risiko kennen und das Herz schützen

3 Minuten

Prädiabetes als Warnsignal: Das persönliche Risiko für Typ-2-Diabetes früh erkennen und gegensteuern
Dauerhaft erhöhte Blutzuckerwerte können erste Anzeichen für ein steigendes Diabetes-Risiko sein. Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) klärt auf, wie sich ein Prädiabetes früh erkennen und das persönliche Typ-2-Diabetes-Risiko einschätzen lässt und welchen Effekt ein veränderter Lebensstil haben kann.
Prädiabetes als Warnsignal: Das persönliche Risiko für Typ-2-Diabetes früh erkennen und gegensteuern | Foto: Proxima Studio – stock.adobe.com

3 Minuten

Diabetes-Anker-Newsletter

Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.

Hinweise zum Datenschutz

Über uns

Geschichten, Gemeinschaft, Gesundheit: Der Diabetes-Anker ist ein umfassendes Angebot für alle Menschen mit Diabetes – live, gedruckt und digital. Der Diabetes-Anker und die Community sind immer da, wo du sie brauchst. Für alle Höhen und Tiefen.

Community-Frage
Mit wem redest du
über deinen Diabetes?

Die Antworten werden anonymisiert gesammelt und sind nicht mit dir oder deinem Profil verbunden. Achte darauf, dass deine Antwort auch keine Personenbezogenen Daten enthält.

Werde Teil unserer Community
Folge uns auf unseren Social-Media-Kanälen
Community-Feed
Zur Community
  • mr postete ein Update vor 14 Stunden, 1 Minute

    Hallo,
    Ich bin neu hier.
    Seit gut zwei Jahren Typ 1 Diabetikerin.
    Ich würde mich gerne austauschen

  • Hallo, hat hier noch jemand Doppeldiabetes (durch Corona verursacht oder warum auch immer)? Ich würde mich gerne austauschen.

  • olivers postete ein Update vor 2 Wochen

    Hallo Zusammen!
    Ich bin ein T3er und freue mich Gleichbetroffene zwecks Erfahrungsaustausch zu finden. Bin im Frankfurter Raum, aber auch im Heidelberger Raum unterwegs.
    Liebe Grüße
    Oliver

    • Hey Oliver, kannst mich gerne mal anschreiben. Viele Grüße
      Gunnar

    • @gunnar83: hallo, aktuell im Frankfurter Raum. Wir können aber gerne mal ein Treffen organisieren, zwecks Austausch.
      Viele Grüße
      Oliver

    • Hallo Oliver, auch ich bin Typ 3c und würde mich gern mit dir ein wenig per Mail mit dir austauschen, wenn du magst. Bin vor 15 Jahren mit Kausch-Whipple auf “Verdacht” operiert worden – war aber kein Krebs, sondern “nur” eine Pankreatitis (AIP), also eine Fehldiagnose (hätte keiner OP bedurft, also kein Diabetes als Folge).