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Zukunft der Versorgung mit Diabetes-Technologie: Eindrücke vom diatec-forum 2024
3 Minuten
Diabetes-Technologie für die Zukunft: Beim diatec-forum 2024 in Berlin diskutierten Experten neue Ansätze, digitale Sprechstunden und virtuelle Kliniken zur besseren Versorgung.
Wie kann die Zukunft der Versorgung mit Diabetes-Technologie aussehen? Die steigende Zahl von Menschen mit Diabetes und der Rückgang des medizinischen Personals machen es dringend notwendig, Technologie und Digitalisierung in der Versorgung zu stärken. Beim diatec-forum 2024 in Berlin diskutierten Expertinnen und Experten aus Politik, Krankenkassen, Diabetesteams, Forschung, Industrie sowie Menschen mit Diabetes diese Frage.
Vier zentrale Themen standen im Fokus:
- Aus gesundheitsökonomischer Sicht sind CGM- und AID-Systeme bei Typ-1-Diabetes sinnvoll, in vielen Fällen auch bei Typ-2-Diabetes.
- Digitale Sprechstunden können eine hervorragende Ergänzung oder Ersatz für Ambulanz-Besuche sein.
- Das digitale Diabetesmanagement im Krankenhaus sowie in der ambulanten und stationären Pflege hat großes Potenzial.
- Wir brauchen eine tragfähige digitale Infrastruktur im Gesundheitssystem.


Fotos: Mike Fuchs
Diabetes-Technologie macht sich bezahlt
PD Dr. Dominic Ehrmann aus Bad Mergentheim präsentierte gemeinsam mit Prof. Dr. Lutz Heinemann aus Düsseldorf aktuelle Ergebnisse des dt-reports sowie eine eindrucksvolle Übersicht von Meta-Studien (also Studien, die viele andere Studien zusammenfassen) zur Wirksamkeit von Diabetes-Technologie.
Diese zeigen, dass CGM- und AID-Systeme sowohl klinische als auch finanzielle Vorteile bringen. Denn langfristig reduzieren sie Komplikationen und verbessern die Lebensqualität. Besonders bei Typ-2-Diabetes gibt es großes Potenzial für die Behandlung mit dieser Diabetes-Technologie. Svea Krutisch aus Berlin brachte ihre Erfahrung und Expertise als junge Frau mit Typ-1-Diabetes ein. Sie schilderte eindrücklich, welchen Unterschied Technologie im Alltag macht.
Digitale Sprechstunde: Verbesserte Versorgung und höhere Zufriedenheit
PD Dr. Torben Biester aus Hannover präsentierte in Vertretung Studienergebnisse von PD Dr. Simone von Sengbusch aus Lübeck zur digitalen Sprechstunde, speziell in der Kinder- und Jugend-Diabetologie. Nach 12 und 15 Monaten konnte eine signifikante Senkung des HbA1c und schon nach sechs Monaten eine erhöhte Zufriedenheit der Familien nachgewiesen werden. Diese fühlten sich sicherer im Umgang mit Diabetes, hatten weniger Angst vor Unterzuckerungen und gestalteten ihren Alltag selbstbestimmter.
Ein weiterer Vorteil: Die Familien sparen lange Fahrtzeiten, während das medizinische Personal zunehmend im Home-Office arbeiten kann. Dies könnte auch helfen, dem Fachkräftemangel in der Diabetologie entgegenzuwirken.


Fotos: Mike Fuchs
Virtuelle Kliniken als Zukunftsvision
In seinem eigenen Beitrag entwarf Torben Biester die Vision einer virtuellen Diabetesklinik, die Menschen mit Diabetes standortunabhängig begleiten kann. So wäre auch eine multiprofessionelle Betreuung einfacher möglich. Virtuelle Diabetesprofis könnten durch künstliche Intelligenz Unterstützung bei Therapieanpassungen bieten. In den USA sind solche Systeme bereits zugelassen und liefern verglichen mit menschlichen Diabetes-Teams vergleichbare Ergebnisse im Hinblick auf Zeit im Zielbereich und HbA1c.
CGM in der Klinik: Vorteile für Patienten, Pflege und Ärztinnen
Auch im Krankenhaus hat die Digitalisierung großes Potenzial, wie Prof. Dr. Susanne Reger-Tan aus Essen zeigte: Die Nutzung von CGM-Systemen bei Patientinnen und Patienten mit (Prä-)Diabetes könnte Komplikationen verringern, die Mortalität senken und den Pflegeaufwand reduzieren. Die kontinuierliche Messung spart dem Pflegepersonal Zeit und Aufwand und ermöglicht durch Warnsysteme eine schnelle Reaktion, wenn Glukosewerte zu stark steigen oder sinken.
Diese Ansätze könnten auch in der ambulanten und stationären Pflege von Menschen mit Diabetes außerhalb des Krankenhauses wertvolle Entlastung bringen und die Behandlungsqualität steigern.


Fotos: Mike Fuchs
Die Gretchenfrage: Wie hältst du’s mit der Finanzierung?
Obwohl Diabetes-Technologie, digitale Sprechstunden und virtuelle Kliniken großes Potenzial haben, stehen viele Projekte noch vor finanziellen und infrastrukturellen Hürden. Dr. Christian Graf von der Barmer betonte die Notwendigkeit, bestehende Prozesse grundlegend zu überdenken, anstatt Papierprozesse einfach nur zu digitalisieren.
In der abschließenden Podiumsdiskussion wurde deutlich: Es gibt noch viel zu tun! Beim nächsten diatec-forum am 25.09.2025 in Berlin diskutieren wir die Fortschritte.
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stephanie-haack postete ein Update vor 2 Wochen, 6 Tagen
Jetzt schon vormerken: Das nächste virtuelle Community-MeetUp findet am 10. Juni statt. Wir freuen uns drauf! 🙂
Alle Infos hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juni2026/
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tako111 postete ein Update vor 2 Wochen, 6 Tagen
Ich habe Ihr Heft 1-2/2026 leider erst jetzt in die Hände bekommen und war über den Bericht auf Seite 14 „Spritzen, aber kein Insulin“ schon verwundert. Zwar nennen Sie einige mögliche Nebenwirkungen der einzelnen Substanzen, jedoch fehlt ein Hinweis auf eine besonders schwerwiegende Komplikation: die Gefahr einer Schädigung des Sehnervs beziehungsweise anderer Augenstrukturen. Nach meinem Kenntnisstand kann diese Nebenwirkung unter Umständen nicht mehr reversibel sein.
Ich würde mir wünschen, dass Sie bei künftigen Berichten auch auf solche Risiken eingehen und diese entsprechend berücksichtigen. Auffällig ist zudem, dass in Ihrem Heft häufig über Menschen mit Diabetes Typ 1 berichtet wird, während der Diabetes Typ 2 deutlich weniger Beachtung findet. Darüber hinaus entsteht der Eindruck, dass die entsprechenden Spritzenmedikamente bei Typ-2-Diabetes oftmals in einem überwiegend positiven Licht dargestellt werden, ja geradezu für den Typ 2 gegenüber beispielsweise Metformin, präferiert werden.
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katrin-kraatz antwortete vor 2 Wochen, 6 Tagen
Für die Augenproblematik konnte bisher keine Kausalität gezeigt werden. Hier sind weitere Studien zu erwarten, deren Ergebnisse abzuwarten sind. Außerdem ist es ein sehr seltenes Ereignis. Details sind zum Beispiel zu finden im Deutschen Ärzteblatt unter https://www.aerzteblatt.de/themen/augenheilkunde/therapie-mit-glp-1-rezeptor-agonisten-okulaere-komplikationen-sind-selten-aber-visusbedrohend-e345aa92-a4f7-4f40-8146-b2967b577504.
Wir bemühen uns, mit unseren Beiträgen ausgewogen über die Ausgaben des Diabetes-Ankers hinweg alle Menschen mit Diabetes zu informieren – mal mehr über den einen, mal mehr über den anderen Typ und auch weitere Diabetestypen. Medikamente finden ebenfalls über die Ausgaben hinweg ausgewogen ihren Raum im Heft.
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moira postete ein Update vor 1 Monat
Hallo! Ich fahre in den Ferien nach Paris und möchte gerne auf den Eiffelturm steigen. Mein Mann macht sich deshalb große Sorgen, weil die Treppe schon sehr lang ist.
War jemand schon mal dort und hat den einen oder anderen Tipp?
