Diabetes in der digitalen Welt

2 Minuten

Diabetes in der digitalen Welt

In der Kolumne Zum guten Schluss macht sich Jana Einser Gedanken über die fortschreitende Digitalisierung der Diabetologie und des Diabetes-Managements – mit Hauptaugenmerk auf den Datenschutz.

Egal, wohin ich derzeit in Bezug auf meinen Diabetes blicke: Das alles beherrschende Thema ist die Digitaliserung. Aber weiß jeder, was sich dahinter verbirgt? Wie weit geht das Sammeln von Daten, der Austausch von Daten? Was findet in einem geschlossenen Raum statt, was öffentlich? Muss mir etwas Angst machen oder kann ich alles einfach so akzeptieren, wie es ist?

Die Meinungen gehen weit auseinander

Höre ich mich in der Szene um, gehen die Meinungen zu all diesen Punkten weit auseinander. Die einen vermeiden es strikt, Blutzucker- oder Gewebezuckerdaten in irgendein System hochzuladen – es könnten ja Institutionen wie Krankenkassen oder Versicherungen davon Kenntnis bekommen. Das setzt allerdings voraus, dass die Systeme gehackt werden – was nicht ausgeschlossen ist, es geschieht ja ständig. Aber selbst dann muss jemand merken, dass das für ihn interessante Daten sein könnten. Und wie groß ist diese Wahrscheinlichkeit?

Hört man die Meinungen von Vertretern von Krankenkassen, aber auch von vielen Ärzten, steht das Thema Datenschutz ganz obenan. Klar, wenn “Offizielle” mit unseren Daten hantieren, müssen sie den Datenschutz einhalten. Besonders gilt das, weil die EU-Datenschutz-Grundverordnung und das daran angepasste Bundesdatenschutzgesetz strenger geworden sind und ab Mai 2018 Anwendung finden.

Datenaustausch zwischen Patienten und Ärzten muss möglich sein

Gelten diese strengen Gesetze aber auch für mich selbst, wenn ich meine Daten freiwillig einer Internetseite anvertraue oder per E-Mail an meinen Arzt schicke? Nein, denn ich entscheide ja selbst, dass ich das tue. Natürlich müssen die Betreiber der Seiten mich als Nutzer genau und verständlich informieren, was mit meinen Daten geschieht – was dann die Basis für meine Entscheidung darstellt. Aber Angst habe ich um meine Daten nicht – wer interessiert sich diesbezüglich schon für mich?

Ich bin gespannt, wie die Diskussionen um den Datenschutz weitergehen. Es wäre in der heutigen digitalen Zeit absurd, wenn man den Datenaustausch zwischen Patienten und Ärzten durch Gesetze so behindern würde, dass er nicht mehr möglich ist. Wichtig dabei: Ärzte müssen hier auch juristisch sicher sein können, damit nicht immer das Gefängnis droht.


von Jana Einser

Das Team für den guten Schluss: Dr. Hans Langer arbeitet als Arzt in einer Diabetesklinik, Jana Einser hat schon seit Kindertagen Typ-1-Diabetes und Alex Adabei hat viele Bekannte und Verwandte mit Typ-2-Diabetes. Sie schreiben abwechselnd für diese Kolumne.

Kontakt:
Kirchheim-Verlag, Kaiserstraße 41, 55116 Mainz,
Tel.: (06131) 9 60 70 0, Fax: (06131) 9 60 70 90,
E-mail: redaktion@diabetes-journal.de

Erschienen in: Diabetes-Journal, 2018; 67 (4) Seite 82

Diabetes-Anker-Newsletter

Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.

Hinweise zum Datenschutz

Ähnliche Beiträge

Diabetes und Technik: Bessere Unterstützung, andere Herausforderung
Moderne Medizintechnik ist fester Bestandteil des Krankheits-Managements bei Diabetes. Ihr Einsatz ist aber kein Selbstläufer oder Allheilmittel, mahnt die organisierte Selbsthilfeim Diabetes-Anker. Risiken und unerwünschte Auswirkungen müssen stärker berücksichtigt werden – in der Versorgung wie im gesellschaftlichen Alltag.
Eine Person mit Glukosesensor am Oberarm betrachtet gemeinsam mit einer zweiten Person die Diabetesdaten auf einem Smartphone. Die Anzeige zeigt Blutzuckerwerte, Tagesverlauf und dokumentierte Mahlzeiten.

3 Minuten

Jammern über Diabetes: Das Leben als halbVOLLES Glas sehen
Diabetes kann ganz schön nerven. Er mischt sich zum Beispiel beim Essen ein, meldet sich beim Sport, fährt mit in den Urlaub und kann selbst nachts Aufmerksamkeit verlangen. Aber kann man lernen, häufiger das halbvolle statt das halbleere Glas zu sehen?
Eine Frau vergleicht zwei Gläser mit unterschiedlich hohem Wasserstand und blickt dabei nachdenklich auf das fast volle Glas.

4 Minuten

Diabetes-Anker-Newsletter

Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.

Hinweise zum Datenschutz

Über uns

Geschichten, Gemeinschaft, Gesundheit: Der Diabetes-Anker ist ein umfassendes Angebot für alle Menschen mit Diabetes – live, gedruckt und digital. Der Diabetes-Anker und die Community sind immer da, wo du sie brauchst. Für alle Höhen und Tiefen.

Community-Frage
Mit wem redest du
über deinen Diabetes?

Die Antworten werden anonymisiert gesammelt und sind nicht mit dir oder deinem Profil verbunden. Achte darauf, dass deine Antwort auch keine Personenbezogenen Daten enthält.

Werde Teil unserer Community
Folge uns auf unseren Social-Media-Kanälen
Community-Feed
Zur Community
  • Hallo, hat hier noch jemand Doppeldiabetes (durch Corona verursacht oder warum auch immer)? Ich würde mich gerne austauschen.

  • olivers postete ein Update vor 5 Tagen, 9 Stunden

    Hallo Zusammen!
    Ich bin ein T3er und freue mich Gleichbetroffene zwecks Erfahrungsaustausch zu finden. Bin im Frankfurter Raum, aber auch im Heidelberger Raum unterwegs.
    Liebe Grüße
    Oliver

  • zojou96 postete ein Update vor 6 Tagen, 10 Stunden

    Hallo, ich bin DT1 und trage seit etwa 1 Jahr eine Omnipod-Pumpe. Letztere löst seit mehrere Monaten eine Hautallergie an der Platzierungsstelle aus. Ich habe es bereits mit dem Cavillon-Spray und Pflastern (derzeit Omnifix von Hartmann und Unterpatch von My Sweet Stitch) für empfindliche Haut unter dem Pod probiert. Es hilft aber leider nicht oder nur bedingt, da auch mit Spray die Allergie ausgelöst wird und die Schutzpflaster nicht lange haften. Hat jemand vielleicht eine ähnliche Erfahrung gemacht und eine gute Lösung gefunden? Ich würde gerne weiterhin eine Pumpe tragen, wäre aber auch bereit das Modell zu wechseln, wenn es das Problem mit der Allergie löst. Ich bin um jeden Rat dankbar. Vielen Dank im Voraus 🙂