Die Chance: Missverständnisse

2 Minuten

© Christian Mentzel
Die Chance: Missverständnisse

Missverständnisse werden in der Regel als sehr unangenehm empfunden; und gerade zwischen Menschen mit und ohne Diabetes kommen sie gar nicht mal selten vor. Alex Adabei beschreibt in ihrer Kolumne, wieso Missverständnisse durchaus auch als Chance angesehen werden können.

Dieser Beitrag ist in der aktuellen Ausgabe des Diabetes-Journals erschienen. Was Sie darin sonst noch erwartet, erfahren Sie hier.

Das Diabetes-Journal bekommen Sie im Kirchheim-Shop, als ePaper sowie an Kiosken auf Flughäfen und Bahnhöfen.

“Missverständnisse sind der Boden für Verständnis” – das ist einer der Schlüsselsätze der Liebe, die alle zwei Wochen in der Zeitschrift Brigitte erscheinen. Sie stammen von dem Psychologen Oskar Holzberg, der seit mehr als 20 Jahren Paare berät.

In Oskar Holzbergs Beispiel geht es – natürlich – um ein Paar, das sich missversteht; der Grund ist kompliziert, aber eigentlich lächerlich klein. Es folgt ein Wutausbruch, aber keine Aussprache, stattdessen ein stummes Einvernehmen, es nach einigen Tagen einfach gut sein zu lassen und wieder zur Tagesordnung überzugehen. Aufgeklärt hat sich dann alles erst in der Therapiestunde bei Oskar Holzberg. Große Erleichterung bei beiden Partnern – war eben nur ein Missverständnis!

Missverständnisse zwischen Menschen mit und ohne Diabetes

Missverständnisse gibt es auch immer wieder, wenn es um den Diabetes geht: Diabetiker fühlen sich von Nichtdiabetikern missverstanden – und umgekehrt. Typ-1-Diabetiker fühlen sich von Typ-2-Diabetikern missverstanden – und umgekehrt. Alle Kombinationen von Missverstandenen und Missverstehenden sind möglich und begegnen sich tagtäglich.

Zusätzlich lauern Fettnäpfchen – ich bin kürzlich sehr tief in einem versunken, als ich lauthals gegenüber eine Kollegin mit Diabetes herausposaunte, dass mir das ständige Achten auf die Ernährung und die Berechnung von Lebensmitteln zu anstrengend wäre. Braucht doch kein Mensch! Ups…!

Missverständnisse als Chance begreifen und Verständnis säen

Missverständnisse können zu Streit führen und verletzen – aber doch vor allem dann, wenn sie nicht aufgeklärt werden. Missverständnisse, die aufgeklärt werden, bieten die Chance, Verständnis zu wecken. Das ist manchmal ganz schön mühsam: Wieder mal erklären, was es mit dem Messgerät auf sich hat. Wieder klarmachen, dass das Wort “Schuld” unangebracht ist, wenn es um den Diabetes geht.

Erklären, klarmachen, auklären – hier schwingt immer mit, dass unscharfe Konturen, die durch Vermutungen und Halbwissen entstanden sind, klarer werden, schärfer werden. Und deshalb habe ich einen Wunsch für das noch recht junge Jahr 2018 (und für alle weiteren Jahre): Dass wir uns alle bemühen, Missverständnisse als Chance zu begreifen und Verständnis zu säen und wachsen zu lassen – für den Diabetes und für vieles andere, das wichtig ist.


von Alex Adabei

Das Team für den guten Schluss: Dr. Hans Langer arbeitet als Arzt in einer Diabetesklinik, Jana Einser hat schon seit Kindertagen Typ-1-Diabetes und Alex Adabei hat viele Bekannte und Verwandte mit Typ-2-Diabetes. Sie schreiben abwechselnd für diese Kolumne.

Kontakt:
Kirchheim-Verlag, Kaiserstraße 41, 55116 Mainz,
Tel.: (06131) 9 60 70 0, Fax: (06131) 9 60 70 90,
E-mail: redaktion@diabetes-journal.de

Erschienen in: Diabetes-Journal, 2018; 67 (2) Seite 82

Diabetes-Anker-Newsletter

Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.

Ähnliche Beiträge

Darauf ist zu achten: Sicher mit dem Insulinpen umgehen

Mit dem Insulinpen sein Insulin zu spritzen, klingt zunächst erst einmal einfach. Aber es gibt ein paar Dinge zu beachten, damit die Therapie gut funktioniert. Diabetesberaterin Regine Werk erklärt, worauf es ankommt.
Darauf ist zu achten: Sicher mit dem Insulinpen umgehen | Foto: Goffkein - stock.adobe.com

3 Minuten

Faschingszeit: Gute Vorsätze – mit kurzer Pause

Der Februar ist da – und mit ihm die Zeit, in der viele Menschen mit einer gewissen Skepsis auf ihre individuellen Neujahrs-Vorsätze schauen. Hält die Motivation noch oder hat sich der Alltag mit seinen kleinen Versuchungen wieder durchgesetzt – insbesondere bezüglich der nun anstehenden Faschingszeit? Gerade für Menschen mit Diabetes sind gute Vorsätze ein zentraler Baustein ihrer Therapie.
Faschingszeit: Gute Vorsätze – mit kurzer Pause | Foto: Petra Fischer – stock.adobe.com

2 Minuten

Diabetes-Anker-Newsletter

Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.

Über uns

Geschichten, Gemeinschaft, Gesundheit: Der Diabetes-Anker ist das neue Angebot für alle Menschen mit Diabetes – live, gedruckt und digital. Der Diabetes-Anker und die Community sind immer da, wo du sie brauchst. Für alle Höhen und Tiefen.

Community-Frage

Mit wem redest du
über deinen Diabetes?

Die Antworten werden anonymisiert gesammelt und sind nicht mit dir oder deinem Profil verbunden. Achte darauf, dass deine Antwort auch keine Personenbezogenen Daten enthält.

Werde Teil unserer Community

Folge uns auf unseren Social-Media-Kanälen

Community-Feed

  • Hi, ich bin Julija und komme aus Frankfurt. Vor ein paar Wochen wurde bei mir Diabetes Typ 2 mit gerade mal 33 Jahren diagnostiziert.. Kämpfe im Moment noch sehr mit der Diagnose und würde mich über etwas Austausch sehr freuen 🙂

  • Ich habe jetzt seit ca 1 Jahr die YpsoPump. Bin gut damit zufrieden. Ist aber auch kein Selbstläufer!

  • Huhu, ich bin Marina und 23 Jahre alt, studiere in Marburg, habe schon etwas länger Typ 1 Diabetes und würde mich total über persönlichen Austausch mit anderen jungen Menschen/Studis… freuen, vielleicht auch mal ein Treffen organisieren oder so 🙂 Schreibt mir gerne, wenn ihr auch Lust habt!

Verbände