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Digitoll
2 Minuten
Der Chefarzt der Diabetesklinik, an der Dr. Hans Langer tätig ist, hält nicht viel von der Digitalisierung. Die guten alten, per Hand ausgefüllten Blutzuckertagebücher seien doch viel besser als das ganze neumodische Zeugs. Unser Kolumnist hat jedoch gute Argumente, wieso sein Chef damit gehörig falsch liegt.
„Die Welt wird immer digitaler und damit immer verrückter“, meinte mein Chef bei der Frühbesprechung in unserer Klinik. Weiter ging’s: Früher war ja sowieso alles besser, „da hatten die Patienten noch Blutzuckerbüchelchen, in denen man blättern konnte und sofort einen Überblick hatte“, schwelgte unser Professor in Erinnerungen.
Unser in der Medizin-Literatur äußerst sattelfester Psychologe meinte jedoch, er habe in einer Studie gelesen, dass fast die Hälfte der Eintragungen in den früheren Blutzuckerheftchen fehlerhaft gewesen sei: falsche Zuordnungen von Zeiten zu den Blutzuckerwerten oder aufgenommenen Kohlenhydraten usw. Unser Jüngster im Ärzteteam meldete sich zu Wort und fragte, was das denn überhaupt sei, ein Blutzuckerheftchen? Er könne sich das gar nicht vorstellen, wie man mit so was überhaupt arbeiten konnte …
Die Beurteilung von Blutzuckerverläufen geht viel schneller und besser
In der neuen Ära der Glukoseüberwachung zeichnen moderne Messgeräte automatisch Blutzuckerwerte auf und können über Computerprogramme ausgelesen werden. Viele Hersteller bieten auch eigene Auswerteprogramme an, mit denen man sich gezielt Blutzuckerverläufe am Morgen, Mittag oder Abend ansehen kann. Die gemessenen Werte werden auch entsprechend verrechnet und können dann als Grafiken viel besser interpretiert werden. Manche Programme haben sogar ein Ampelsystem, das anzeigt, ob der Patient Gefahr läuft, häufig Hypoglykämien zu bekommen. Rot ist schlecht, gelb geht so und grün ist prima.
Mir persönlich gefallen diese Programme. Als Oberarzt der Klinik habe ich mich damit ausführlich beschäftigt und gelernt, wie damit umzugehen ist. Das hat mich ein ganzes Wochenende gekostet, aber jetzt geht die Beurteilung von Blutzuckerverläufen viel schneller und besser. Als ich meiner Frau Gabi diese Möglichkeiten zeigte, lächelte sie müde:. „In unserer Bank ist alles digital, eigentlich brauchen wir dort nicht mal mehr einen Kugelschreiber.“
Es ist sinnvoll, sich mit den neuen digitalen Techniken auseinanderzusetzen
In der Medizin sind wir oft in Traditionen verhaftet; neue Dinge kosten Zeit, und Zeit ist bei uns Ärzten knapp. Aber in die neuen digitalen Techniken Zeit zu investieren, ist sehr sinnvoll – das gilt auch für meinen Chef, obwohl der kurz vor dem Pensionsalter steht. Das fällt ihm wohl deutlich schwerer als unseren Assistenzärzten, aber es ist notwendig, im Sinne einer guten Diabetologie. Deswegen muss er da wohl durch, der Herr Professor.
von Dr. Hans Langer

Kontakt:
Kirchheim-Verlag, Kaiserstraße 41, 55116 Mainz,
Tel.: (06131) 9 60 70 0, Fax: (06131) 9 60 70 90,
E-mail: redaktion@diabetes-journal.de
Erschienen in: Diabetes-Journal, 2018; 67 (9) Seite 86
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stephanie-haack postete ein Update vor 4 Tagen
Jetzt schon vormerken: Das nächste virtuelle Community-MeetUp findet am 10. Juni statt. Wir freuen uns drauf! 🙂
Alle Infos hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juni2026/
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tako111 postete ein Update vor 4 Tagen, 2 Stunden
Ich habe Ihr Heft 1-2/2026 leider erst jetzt in die Hände bekommen und war über den Bericht auf Seite 14 „Spritzen, aber kein Insulin“ schon verwundert. Zwar nennen Sie einige mögliche Nebenwirkungen der einzelnen Substanzen, jedoch fehlt ein Hinweis auf eine besonders schwerwiegende Komplikation: die Gefahr einer Schädigung des Sehnervs beziehungsweise anderer Augenstrukturen. Nach meinem Kenntnisstand kann diese Nebenwirkung unter Umständen nicht mehr reversibel sein.
Ich würde mir wünschen, dass Sie bei künftigen Berichten auch auf solche Risiken eingehen und diese entsprechend berücksichtigen. Auffällig ist zudem, dass in Ihrem Heft häufig über Menschen mit Diabetes Typ 1 berichtet wird, während der Diabetes Typ 2 deutlich weniger Beachtung findet. Darüber hinaus entsteht der Eindruck, dass die entsprechenden Spritzenmedikamente bei Typ-2-Diabetes oftmals in einem überwiegend positiven Licht dargestellt werden, ja geradezu für den Typ 2 gegenüber beispielsweise Metformin, präferiert werden.
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katrin-kraatz antwortete vor 4 Tagen
Für die Augenproblematik konnte bisher keine Kausalität gezeigt werden. Hier sind weitere Studien zu erwarten, deren Ergebnisse abzuwarten sind. Außerdem ist es ein sehr seltenes Ereignis. Details sind zum Beispiel zu finden im Deutschen Ärzteblatt unter https://www.aerzteblatt.de/themen/augenheilkunde/therapie-mit-glp-1-rezeptor-agonisten-okulaere-komplikationen-sind-selten-aber-visusbedrohend-e345aa92-a4f7-4f40-8146-b2967b577504.
Wir bemühen uns, mit unseren Beiträgen ausgewogen über die Ausgaben des Diabetes-Ankers hinweg alle Menschen mit Diabetes zu informieren – mal mehr über den einen, mal mehr über den anderen Typ und auch weitere Diabetestypen. Medikamente finden ebenfalls über die Ausgaben hinweg ausgewogen ihren Raum im Heft.
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moira postete ein Update vor 2 Wochen
Hallo! Ich fahre in den Ferien nach Paris und möchte gerne auf den Eiffelturm steigen. Mein Mann macht sich deshalb große Sorgen, weil die Treppe schon sehr lang ist.
War jemand schon mal dort und hat den einen oder anderen Tipp?
