Lernen ist Können und Wollen

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Lernen ist Können und Wollen

Patientenschulungen sind ein elementarer Bestandteil der Diabetestherapie, denn nur wer gut über die Erkrankung und deren Zusammenhänge Bescheid weiß, kann seinen Diabetes auch gut in den Griff bekommen. Doch Jana Einser fragt sich: Was machen mit den nicht wenigen Patienten, die trotz Schulungen gar nicht lernen wollen?

Wer an einem Diabetes erkrankt, muss erst einmal viel lernen – besonders, wenn es ein Typ-1-Diabetes ist. Wie gut, dass es heute dafür gute und auch von den Krankenkassen finanzierte Schulungen gibt.

Diabetes: viele Betroffene verstehen Zusammenhänge nicht

Aber reicht es, einmal geschult zu werden? Das frage ich mich oft, wenn ich mich mit Menschen unterhalte, die zwar schon lange Diabetes haben, aber bei denen man merkt, wie wenig sie tatsächlich darüber wissen – oder auch, dass sie die Zusammenhänge kaum verstanden haben. Das betrifft natürlich nicht alle, aber es gibt leider doch viele, bei Typ-1- und Typ-2-Diabetikern.

Und dann kommt mir eine Alltagssituation in den Kopf, die ich in meinem Berufsleben ständig erlebe: In dem Betrieb, in dem ich arbeite, geht es neben anderen Fähigkeiten um den korrekten Gebrauch der deutschen Sprache. Ich bemühe mich sehr darum, und mich durchläuft es immer eiskalt, wenn jemand zum Beispiel das Wort „scheinbar“ benutzt, wenn es eindeutig „anscheinend“ heißen muss.

Ich erlaube mir dann, darauf hinzuweisen und es kurz zu erläutern. Prompt wird es kurz darauf wieder falsch benutzt. Und auch das Xste Wiederholen führt nicht dazu, dass der Betreffende es sich merkt. Offenbar hat das Hinweisen darauf hier keinen Zweck und führt zudem noch dazu, dass ich mich von einem Kollegen als „Sprach-Nazi“ beleidigen lassen muss.

Lernen: eine Kombination aus Können und Wollen

Wenn bereits solche Kleinigkeiten wie der korrekte Gebrauch der deutschen Sprache solche Probleme bereiten, wie sollen sich dann Menschen die Unmengen, die man in einer Diabetesschulung lernt, behalten und in ihrem Leben umsetzen? Das kann nicht funktionieren. So sollte es möglichst viele Wiederholungsschulungen geben – in der Hoffnung, dass doch etwas hängenbleibt.

Aber liegt es nur am Intellekt? Ich fürchte nicht. Schon der griechische Philosoph Platon hat festgestellt: „Es ist keine Schande, nichts zu wissen, wohl aber, nichts lernen zu wollen.“ Es ist also auch eine Willenssache, nicht nur auf dem Wissen zu verbleiben, das man einmal erworben hat, sondern es stetig und lebenslang erweitern zu wollen – was mitunter auch Korrekturen dessen einschließt, was man sich über Jahre oder Jahrzehnte angeeignet hat. Lernen ist also immer eine Kombination aus Können und Wollen.



von Jana Einser

Das Team für den guten Schluss: Dr. Hans Langer arbeitet als Arzt in einer Diabetesklinik, Jana Einser hat schon seit Kindertagen Typ-1-Diabetes und Alex Adabei hat viele Bekannte und Verwandte mit Typ-2-Diabetes. Sie schreiben abwechselnd für diese Kolumne.


Erschienen in: Diabetes-Journal, 2019; 68 (4) Seite 90

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  • Hallo Philipa,
    beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
    Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
    Viel Erfolg
    Thomas

  • philipa postete ein Update vor 4 Tagen, 14 Stunden

    Hallo zusammen,
    Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?

    • Hallo philipa,
      Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
      Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
      Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
      Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
      Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
      Beste Grüße

  • lena-schmidt hat eine Umfrage erstellt vor 2 Wochen, 5 Tagen

    Reminder: Das nächste Community-Meetup findet am 15. Juli statt!
    Den Link und weitere Infos gibt es hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juli/

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