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Mit Insulin gut versorgt ins neue Jahr
2 Minuten
Lieferschwierigkeiten bei Medikamenten? Im wohlhabenden Deutschland? Eigentlich undenkbar, oder? Doch leider passiert dies immer häufiger. Unsere Kolumnistin Jana Einser hofft daher, dass die Player im Gesundheitswesen sich ihrer Verantwortung besser bewusst werden.
Wenn ein neues Jahr beginnt, ist die Zeit der Vorhaben und Wünsche. Eigentlich bin ich nicht der Typ dafür, weil solche Dinge meist wie Seifenblasen zerplatzen. Aber zu diesem Jahreswechsel wünsche ich mir etwas: dass ich das ganze Jahr – und auch darüber hinaus – mein notwendiges Insulin in meiner Apotheke bekomme!
„Nicht lieferbar“ heißt es immer häufiger
Was soll das denn für ein Wunsch sein, in unserem reichen Deutschland mit Spitzenmedizin, denken Sie vielleicht jetzt … Sie haben recht: Es ist eigentlich ein absurder Wunsch – aber es wird zunehmend Realität, dass Kranke in Apotheken die ihnen verordneten Medikamente nicht mehr bekommen. „Nicht lieferbar“, heißt es dort immer häufiger.
Die Situation ist für mich unvorstellbar, war ich doch bisher immer davon überzeugt, in einem Land zu leben, in dem es nicht zu Lieferschwierigkeiten bei Medikamenten kommen kann. Jetzt aber haben es die Politik mit ihrer Regulierungswut, die Pharmakonzerne mit ihrer Globalisierung und die Krankenkassen mit ihrer Sparwut geschafft: Wie in einem Entwicklungsland müssen wir bangen um unsere Versorgung mit notwendigen, sogar lebensnotwendigen Medikamenten.
Apotheker sind zunehmend verzweifelt
Auch die Apotheker sind zunehmend verzweifelt. Die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) berichtet, dass in einer Umfrage der Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker bereits im Jahr 2017 90 Prozent der Apotheker angaben, in einem Zeitraum von drei Monaten Engpässe mit potenziellen Gesundheitsfolgen für Patienten gehabt zu haben.
Zur Folge hat ein Lieferengpass unter anderem, dass die Apotheker ein wirkstoffgleiches Medikament beschaffen oder die Ärzte einen anderen Wirkstoff verordnen müssen – in beiden Fällen müssen sich die Patienten an ein neues Medikament gewöhnen.
Hoffnung: mehr Verantwortungsbewusstsein
Trotz allem bleibe ich optimistisch – immerhin fängt gerade ein neues Jahr an! Und vielleicht fangen irgendwann die Menschen, die wie Politiker und Verantwortliche in Pharmaunternehmen und Krankenkassen Macht über andere und Menschenleben in der Hand haben an, mehr über ihre Verantwortung für andere Menschen nachzudenken.
Diese Hoffnung ist genauso groß wie mein Wunsch, mit Insulin weiter versorgt zu werden. So wünsche ich Ihnen, dass auch Sie trotz manchen Wermutstropfens positiv ins neue Jahr gehen!
von Jana Einser

Erschienen in: Diabetes-Journal, 2020; 69 (1) Seite 84
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uho1 postete ein Update vor 4 Tagen, 2 Stunden
Hat jemand bereits Erfahrungen mit der Medtrum Pumpe und dem dazugehörigen Sensor?
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diahexe postete ein Update vor 1 Woche, 5 Tagen
Hallo, ich habe mal eine Frage. Was macht ihr mit euren “Altgeräten”? Bei mir haben sich diverse Pumpen, BZ Messgerät, Transmitter usw angesammelt. Die Krankenkasse möchte sie nicht zurück, wegwerfen wäre zu schade. Kennt jemand eine Organisation, die diese Geräte annimmt?
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gregor-hess antwortete vor 1 Woche
Liebe diahexe,
Du könntest dazu mal bei „Insulin zum Leben“ nachfragen. Das ist ein gemeinnütziger Verein, der vornehmlich Insulin, das hierzulande nicht mehr benötigt oder verwendet wird, in Weltregionen schickt, in denen großer Bedarf dafür herrscht. Soweit mir bekannt ist, nehmen die auch viele Diabetes-Hilfsmittel an. Hier findest Du die Website: https://www.insulin-zum-leben.de/
Viele Grüße
Gregor aus der Diabetes-Anker-Redaktion -
diahexe antwortete vor 1 Woche
@gregor-hess: Vielen lieben Dank. Ich hatte schon beim Roten Kreuz nachgefragt, die wollten allerdings die BZ Messgeräte nicht, angeblich wären sie zu alt (5 Jahre), obwohl es die Geräte genauso noch gibt und sie einwandfrei funktionieren.
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ckmmueller postete ein Update vor 2 Wochen, 1 Tag
Ich habe ein Riesenproblem mit den Sensoren Guardian 4 von Medtronic. Es klappt nicht. Transmitter neu, aber auch das hilft nicht. Fast jeder Sensor braucht 2 Stunden, normale Wartezeit, dann beginnt er zu aktualisieren …. Nix passiert, außer das mein BZ unkontrolliert ansteigt. Vorletzte Woche über 400, letzte Woche hatte ich BZ 510 – ein Wert, den ich über 25 Jahre nicht mehr hatte. Ich bin sehr verzweifelt, weil es mit CGM von Medtronic nicht funktioniert. Gerade warte ich mal wieder darauf, dass der neue Sensor arbeitet. Heute habe ich mich über ChatGPT über andere Pumpen und Sensoren informiert. Tandem und Dexcom 7 soll gut sein und die Wartezeit des Sensors braucht nur 30 minuten. Kennt sich jemand damit aus? Hat ähnliche Probleme mit Medtronic wie ich? Dank für Antworten / Infos
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diahexe antwortete vor 1 Woche, 5 Tagen
Hallo, ich habe ein ähnliches Problem gehabt. Samstags neuen Sensor gesetzt, hat nach 2 Stunden aktualisiert, lief dann ein paar Stunden, wieder aktualisiert und dann aufgefordert den Sensor zu wechseln. Bis Montag hatte ich dann 4!Sensoren verbraucht. Habe dann einen neuen Transmitter geben lassen und eine völlig neue Einstichstelle gewählt. Danach ging es. Mein neustes Problem ist, dass sich meine Pumpe und mein Smartphone dauernd entkoppelt und sich dann stundenlang nicht mehr koppeln lassen. Manchmal muss ich dann die App neu laden bis es wieder funktioniert.
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