- Allgemein
Neue Perspektiven
2 Minuten

Dr. Hans Langer berichtet über die neuen Perspektiven, die sich ihm während eines Vertretungseinsatzes für einen Kollegen im ärztlichen Notdienst eröffnet haben.
Eigentlich führe ich in meiner Diabetes-Klinik ein recht beschauliches Leben: Die Arbeit mit den Patienten und im Team ist immer ähnlich – und ich mache sie wirklich gerne. Auch mein Zusammenleben mit Gabi besteht ja nun seit vielen Jahren, und es hat sich eine gewisse Routine eingeschlichen. Vielleicht sollte ich es nicht Routine nennen, sondern lieber Vertrautheit. Und das ist schön. Manchmal braucht man allerdings neue Perspektiven. Und die eröffnen sich gelegentlich von selbst.
Vertretungseinsatz im ärztlichen Notdienst: ganz neue Perspektiven
So ging es mir, als ich für einen akut erkrankten Freund am letzten Wochenende den ärztlichen Notdienst übernahm: Ärztlicher Notdienst ist der, den man anruft, wenn der Hausarzt nicht verfügbar ist. Und dann fährt der diensthabende Arzt eben zu dem anrufenden Patienten. Für mich eröffneten sich Perspektiven, die ich gar nicht mehr auf dem Bildschirm hatte:
Da war ich zum einen bei dem alten Ehepaar in einem kleinen Dorf, weit vor unserer Stadt, bei der der 85-jährige Ehemann seine betagte und ebenso alte Ehefrau pflegte – und zwar in einem Pflegebett, das mitten in dem kleinen Wohnzimmer stand, weil an anderer Stelle kein Platz war. Der Blasenkatheter war verstopft, und ich habe ihn gewechselt. Auch wenn das Umfeld für mich nicht so schön war, so fand ich doch die Vertrautheit der beiden alten Menschen, die über Jahrzehnte hinweg Bestand hatte, sehr rührend.
Erlebnisse zum Kopfschütteln und Beeindruckendes
Danach war ich bei einer jungen überforderten Mutter, die das 10 Monate alte und jüngste ihrer fünf Kinder mit einem Back-Käse gefüttert hatte, woran sich die Kleine verschluckte und nicht mehr aufhören wollte zu husten. Ein Fall für die Kinderklinik – und für mich ein Fall zum Kopfschütteln.
Auch in einem Übergangswohnheim für Flüchtlinge war ich an diesem Tag: Medizinisch gesehen für mich keine großen Sachen, aber doch eine Perspektive, die mir zeigte, wie schwer das Zusammenleben in einer solchen Einrichtung ist. Beeindruckt war ich dennoch, wie geordnet es dort zuging.
So könnte ich noch viele Geschichten aus meinem 24-stündigen Dienst erzählen, der mir neue Perspektiven bot. Nach vielen Jahren, an denen ich nicht im Notdienst war, war dies eine durchaus interessante Erfahrung. Trotzdem war ich froh, dass ich danach einen freien Tag zuhause verbringen durfte. Und auf meine Arbeit in der Diabetes-Klinik am Montag freue ich mich auch…
von Dr. Hans Langer

Kontakt:
Kirchheim-Verlag, Kaiserstraße 41, 55116 Mainz,
Tel.: (06131) 9 60 70 0, Fax: (06131) 9 60 70 90,
E-mail: redaktion@diabetes-journal.de
Erschienen in: Diabetes-Journal, 2016; 65 (5) Seite 92
Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.
Ähnliche Beiträge
- Psyche
- Soziales und Recht

3 Minuten
Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.
Geschichten, Gemeinschaft, Gesundheit: Der Diabetes-Anker ist ein umfassendes Angebot für alle Menschen mit Diabetes – live, gedruckt und digital. Der Diabetes-Anker und die Community sind immer da, wo du sie brauchst. Für alle Höhen und Tiefen.
über deinen Diabetes?
Die Antworten werden anonymisiert gesammelt und sind nicht mit dir oder deinem Profil verbunden. Achte darauf, dass deine Antwort auch keine Personenbezogenen Daten enthält.
uho1 postete ein Update vor 2 Tagen, 15 Stunden
@calvin240
Ich hätte eine Frage zum
Bestellablauf und deinen Erfahrungen mit Medtrum. Könnte ich dich auch „privat“ anschreiben? Wenn du vielleicht meine Freundschaftsanfrage annimmst? Gruß Ute123novesia postete ein Update vor 4 Tagen, 12 Stunden
Bin neu hier. Typ2. Meine Werte verschlechtern sich obwohl ich nicht anders esse und mehr Bewegung eingebaut habe. Denke Stress ist hier das Hauptthema. Pflegebedürftige Mutter und Sohn steht im Stastsexsmen. Habe seit Jahren auch Depressionen und Panikattacken. Bin verzweifelt.
- lena-schmidt antwortete vor 3 Tagen, 13 Stunden
Liebe @123novesia, willkommen in unserer Community. Es tut mir sehr leid zu lesen, wie viel gerade auf deinen Schultern liegt. Die Sorge um deine Mutter, der Stress rund um das Staatsexamen deines Sohnes und dazu Depressionen und Panikattacken. Dass dich das erschöpft und verzweifelt macht, ist sehr verständlich.
Bitte mach dir keine Vorwürfe: Verschlechterte Werte bedeuten nicht automatisch, dass du etwas falsch machst. Stress und psychische Belastungen können den Blutzucker beeinflussen. Trotzdem wäre es wichtig, die Veränderungen zeitnah mit deiner Diabetespraxis oder deiner Hausärztin/deinem Hausarzt zu besprechen, damit auch andere Ursachen ausgeschlossen und die Behandlung gegebenenfalls angepasst werden kann.
Du musst das alles nicht allein tragen. Vielleicht gibt es für deine Mutter Unterstützung durch Angehörige, einen Pflegestützpunkt oder einen ambulanten Dienst. Und auch für dich wäre jetzt Unterstützung wichtig – durch deine behandelnde Praxis oder eine psychotherapeutische/psychiatrische Anlaufstelle. Auch hier findest du vielleicht noch Halt und Unterstützung aus unserer Community. Alles Gute und pass auf dich auf. Liebe Grüße Lena
jseiffert postete ein Update vor 1 Woche, 4 Tagen
Hallo zusammen,
heute findet unser nächstes Community-MeetUp via Teams statt.
Alle Infos gibt es hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-september-26
Wir freuen uns auf Euch! 🙂Virtuelles Diabetes-Anker Community-MeetUp im September – Diabetes-Anker
Wir freuen uns auf das nächste Community-MeetUp am 8. September! 1x im Monat treffen wir uns und tauschen uns rund um das Thema Diabetes aus. Die ganze Community ist herzlich eingeladen. […]






Habe ich angenommen, schreibe mir gerne eine Nachricht
Liebe Grüße