- Allgemein
Nur noch praktisch denken?
2 Minuten
Die Corona-Pandemie hat einen Großteil des Soziallebens ins Virtuelle verlagert – was ja auch praktische Seiten hat. Doch echte Treffen haben ihren eigenen Wert, findet Kolumnistin Alex Adabei.
Vielleicht haben auch Sie in den letzten Monaten Erfahrungen mit Videokonferenzen und Bildtelefonie gesammelt – im Beruf oder, um mit Familie und Freunden besser Kontakt halten zu können. Oder auch, um sich von Ihrem Diabetesteam beraten oder sogar schulen zu lassen. Ohne Frage ist das sehr praktisch und in Zeiten von #wirbleibenzuhause war/ist es oft auch die einzige Möglichkeit, sich zu sehen.
Prkatisches Denken darf nicht alles dominieren
Einiges davon wird uns sicher erhalten bleiben, und von den Kinderdiabetesteams ist zu hören, dass viele Familien, die zum Teil eine lange Anfahrt haben, weiterhin Termine per Video haben möchten. Auch für Menschen, für die es aus anderen Gründen nicht einfach ist, in die Praxis zu kommen, ist ein Videotermin praktisch und zeitsparend. Alles lässt sich aber aus der Ferne nicht erledigen: Eine Blutabnahme ist nur vor Ort möglich, und auch Spritzstellen lassen sich viel besser beurteilen, wenn man körperlich nahe beieinander ist.
Was für mich noch hinzukommt: Es ist wichtig, praktisch zu denken, gerade jetzt. Aber diese Art zu denken darf nicht alles dominieren, gerade dann nicht, wenn auch wieder mehr Nähe möglich ist. Praktisch wäre es schließlich auch, wenn jeder tagaus, tagein in einem Overall herumlaufen würde.
Nun, ein solches Konzept hat sich bis jetzt nicht durchgesetzt, den meisten Menschen ist daran gelegen, sich nach eigenen Vorlieben zu kleiden. Oder es könnte doch auch einen Speiseplan geben, der für alle verbindlich ist. Nie wieder müsste sich jemand Gedanken über die nächste Mahlzeit machen – wie praktisch!
Lebensfreude und Lebensqualität nicht vergessen
Praktisch bedeutet aber nun mal leider oft auch, dass etwas Schönes wegfällt, weil es „keinen Wert“ hat. Aber ist das wirklich so? Hat es nicht auch einen Wert (wahrscheinlich sogar einen der praktischen Art), wenn Teilnehmende während einer Schulungsstunde einfach mal so reinfragen können, ohne sich vorher per virtuellem Handzeichen zu melden? Hat es nicht auch einen Wert, spontan einen Witz machen zu können oder nach der Schulung noch für einen Schwatz zusammenzustehen?
Doch, das hat einen Wert, und zwar einen großen. Lebensfreude und Lebensqualität sind hier die richtigen und wichtigen Stichworte, die auch allzu praktisch denkende Menschen nicht vergessen sollten.
von Alex Adabei

Erschienen in: Diabetes-Journal, 2020; 69 (8) Seite 84
Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.
Ähnliche Beiträge
- Begleit-Erkrankungen
- Aktuelles
3 Minuten
Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.
Geschichten, Gemeinschaft, Gesundheit: Der Diabetes-Anker ist ein umfassendes Angebot für alle Menschen mit Diabetes – live, gedruckt und digital. Der Diabetes-Anker und die Community sind immer da, wo du sie brauchst. Für alle Höhen und Tiefen.
über deinen Diabetes?
Die Antworten werden anonymisiert gesammelt und sind nicht mit dir oder deinem Profil verbunden. Achte darauf, dass deine Antwort auch keine Personenbezogenen Daten enthält.
-
stephanie-haack postete ein Update vor 2 Tagen, 2 Stunden
Jetzt schon vormerken: Das nächste virtuelle Community-MeetUp findet am 10. Juni statt. Wir freuen uns drauf! 🙂
Alle Infos hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juni2026/
-
tako111 postete ein Update vor 2 Tagen, 4 Stunden
Ich habe Ihr Heft 1-2/2026 leider erst jetzt in die Hände bekommen und war über den Bericht auf Seite 14 „Spritzen, aber kein Insulin“ schon verwundert. Zwar nennen Sie einige mögliche Nebenwirkungen der einzelnen Substanzen, jedoch fehlt ein Hinweis auf eine besonders schwerwiegende Komplikation: die Gefahr einer Schädigung des Sehnervs beziehungsweise anderer Augenstrukturen. Nach meinem Kenntnisstand kann diese Nebenwirkung unter Umständen nicht mehr reversibel sein.
Ich würde mir wünschen, dass Sie bei künftigen Berichten auch auf solche Risiken eingehen und diese entsprechend berücksichtigen. Auffällig ist zudem, dass in Ihrem Heft häufig über Menschen mit Diabetes Typ 1 berichtet wird, während der Diabetes Typ 2 deutlich weniger Beachtung findet. Darüber hinaus entsteht der Eindruck, dass die entsprechenden Spritzenmedikamente bei Typ-2-Diabetes oftmals in einem überwiegend positiven Licht dargestellt werden, ja geradezu für den Typ 2 gegenüber beispielsweise Metformin, präferiert werden.
-
katrin-kraatz antwortete vor 2 Tagen, 2 Stunden
Für die Augenproblematik konnte bisher keine Kausalität gezeigt werden. Hier sind weitere Studien zu erwarten, deren Ergebnisse abzuwarten sind. Außerdem ist es ein sehr seltenes Ereignis. Details sind zum Beispiel zu finden im Deutschen Ärzteblatt unter https://www.aerzteblatt.de/themen/augenheilkunde/therapie-mit-glp-1-rezeptor-agonisten-okulaere-komplikationen-sind-selten-aber-visusbedrohend-e345aa92-a4f7-4f40-8146-b2967b577504.
Wir bemühen uns, mit unseren Beiträgen ausgewogen über die Ausgaben des Diabetes-Ankers hinweg alle Menschen mit Diabetes zu informieren – mal mehr über den einen, mal mehr über den anderen Typ und auch weitere Diabetestypen. Medikamente finden ebenfalls über die Ausgaben hinweg ausgewogen ihren Raum im Heft.
-
-
moira postete ein Update vor 1 Woche, 5 Tagen
Hallo! Ich fahre in den Ferien nach Paris und möchte gerne auf den Eiffelturm steigen. Mein Mann macht sich deshalb große Sorgen, weil die Treppe schon sehr lang ist.
War jemand schon mal dort und hat den einen oder anderen Tipp?
