- Allgemein
Zünsler im Buchs, Diabetes im Kopf
2 Minuten
Mühselig, zeitaufwändig … eine richtige Sisyphusarbeit – bei der Abwehr einer Invasion von Buchsbaumzünslern in ihrem Garten entdeckt unsere Kolumnistin Alex Adabei Parallelen zum Leben mit Diabetes.
Ich bin auf der Jagd. Mit Daumen und Zeigefinger der rechten Hand schnappe ich mir die Raupen des Buchsbaumzünslers, die sich in den zwei großen Buchsbäumen breitgemacht haben. Unzählbar viele Raupen sitzen auf Blättern und Ästen und haben einen Riesenappetit. Große Bereiche der Buchse sind schon braun und verdorrt.
Diesen Kampf kann ich nicht gewinnen, denn die Sträucher sind bestimmt vier Meter hoch. Trotzdem bin ich sehr aktiv: Morgens vor der Arbeit ziehe ich Handschuhe über und schaue ganz genau hin. Kaum habe ich eine Raupe entdeckt, nehme ich sie in den Pinzettengriff und lasse sie sofort in einen Eimer mit Wasser fallen. Wäre kein Wasser im Eimer, würden die Raupen in Nullkommanix an der Eimerwand wieder nach oben kriechen. Abends starte ich eine weitere einstündige Sammelaktion.
Mühselig, zeitaufwändig … eine Sisyphusarbeit!
Das alles ist mühselig, kostet Zeit und gleicht einer Sisyphusarbeit, weil ich ja weiß, dass ich niemals alle Raupen entdecken und erreichen kann. Außerdem schließt sich das Zeitfenster: Haben die Zünslerraupen genug gefressen, verpuppen sie sich, und schließlich schlüpfen kleine Schmetterlinge, eben die Buchsbaumzünsler. Die leben neun Tage und können in dieser Zeit bis zu 150 Eier legen.
Warum erzähle ich Ihnen das? Ist ja das Diabetes-Journal hier, keine Gartenzeitschrift. Na ja, ich habe zwar selbst keinen Diabetes, aber er bestimmt meinen Arbeitsalltag. Ich versuche also herauszufinden: Wie fühlt sich jemand, der Diabetes hat?
Meine ganz persönliche Art, etwas mehr Verständnis zu entwickeln
Ist es überhaupt o. k., Zünsler und Diabetes zu vergleichen? Aber es schwirrt mir nun mal im Kopf herum: Die Diagnose “Zünsler” war ein Schock (googeln Sie mal nach Bildern!). Es ist klar, dass ich niemals alle Raupen erwischen werde – trotzdem will ich ihnen nicht das Feld überlassen.
Ich investiere viel Zeit (die mir anderswo fehlt), um sie in Schach zu halten. Ich sehe Erfolge, denn sicher wäre der sieben Meter breite Buchs noch kahler, wenn ich nicht Hunderte Raupen abgesammelt hätte. Zudem bildet der Strauch an schon völlig kahlen Zweigen neue, zartgrüne Triebe. Das rührt mich und gibt mir das Gefühl: Wir sind Partner!
Sehen Sie die Parallelen zum Diabetes? Wenn nicht, würde mich das nicht wundern. Es ist eben meine ganz persönliche Art, etwas mehr Verständnis zu entwickeln.
von Alex Adabei

Kontakt:
Kirchheim-Verlag, Kaiserstraße 41, 55116 Mainz,
Tel.: (06131) 9 60 70 0, Fax: (06131) 9 60 70 90,
E-mail: redaktion@diabetes-journal.de
Erschienen in: Diabetes-Journal, 2017; 66 (7) Seite 82
Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.
Ähnliche Beiträge
- Leben mit Diabetes
13 Minuten
- Technik
4 Minuten
Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.
Geschichten, Gemeinschaft, Gesundheit: Der Diabetes-Anker ist ein umfassendes Angebot für alle Menschen mit Diabetes – live, gedruckt und digital. Der Diabetes-Anker und die Community sind immer da, wo du sie brauchst. Für alle Höhen und Tiefen.
über deinen Diabetes?
Die Antworten werden anonymisiert gesammelt und sind nicht mit dir oder deinem Profil verbunden. Achte darauf, dass deine Antwort auch keine Personenbezogenen Daten enthält.
-
stephanie-haack postete ein Update vor 5 Tagen, 14 Stunden
Jetzt schon vormerken: Das nächste virtuelle Community-MeetUp findet am 10. Juni statt. Wir freuen uns drauf! 🙂
Alle Infos hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juni2026/
-
tako111 postete ein Update vor 5 Tagen, 16 Stunden
Ich habe Ihr Heft 1-2/2026 leider erst jetzt in die Hände bekommen und war über den Bericht auf Seite 14 „Spritzen, aber kein Insulin“ schon verwundert. Zwar nennen Sie einige mögliche Nebenwirkungen der einzelnen Substanzen, jedoch fehlt ein Hinweis auf eine besonders schwerwiegende Komplikation: die Gefahr einer Schädigung des Sehnervs beziehungsweise anderer Augenstrukturen. Nach meinem Kenntnisstand kann diese Nebenwirkung unter Umständen nicht mehr reversibel sein.
Ich würde mir wünschen, dass Sie bei künftigen Berichten auch auf solche Risiken eingehen und diese entsprechend berücksichtigen. Auffällig ist zudem, dass in Ihrem Heft häufig über Menschen mit Diabetes Typ 1 berichtet wird, während der Diabetes Typ 2 deutlich weniger Beachtung findet. Darüber hinaus entsteht der Eindruck, dass die entsprechenden Spritzenmedikamente bei Typ-2-Diabetes oftmals in einem überwiegend positiven Licht dargestellt werden, ja geradezu für den Typ 2 gegenüber beispielsweise Metformin, präferiert werden.
-
katrin-kraatz antwortete vor 5 Tagen, 14 Stunden
Für die Augenproblematik konnte bisher keine Kausalität gezeigt werden. Hier sind weitere Studien zu erwarten, deren Ergebnisse abzuwarten sind. Außerdem ist es ein sehr seltenes Ereignis. Details sind zum Beispiel zu finden im Deutschen Ärzteblatt unter https://www.aerzteblatt.de/themen/augenheilkunde/therapie-mit-glp-1-rezeptor-agonisten-okulaere-komplikationen-sind-selten-aber-visusbedrohend-e345aa92-a4f7-4f40-8146-b2967b577504.
Wir bemühen uns, mit unseren Beiträgen ausgewogen über die Ausgaben des Diabetes-Ankers hinweg alle Menschen mit Diabetes zu informieren – mal mehr über den einen, mal mehr über den anderen Typ und auch weitere Diabetestypen. Medikamente finden ebenfalls über die Ausgaben hinweg ausgewogen ihren Raum im Heft.
-
-
moira postete ein Update vor 2 Wochen, 1 Tag
Hallo! Ich fahre in den Ferien nach Paris und möchte gerne auf den Eiffelturm steigen. Mein Mann macht sich deshalb große Sorgen, weil die Treppe schon sehr lang ist.
War jemand schon mal dort und hat den einen oder anderen Tipp?
