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Hin und zurück – bis ans Ende der Dia-Welt: #23 | Urlaubsmodus on: Ernährung auf Reisen
4 Minuten
Das Einzige, was mir die gute Stimmung im Urlaub mit Typ-2-Diabetes vermiesen könnte, wäre die Tatsache, dass ich meine Medikamente zu Hause vergessen habe und somit die hohen Blutzuckerwerte vorprogrammiert sind. Und gerade wenn man im Urlaub ist, möchte man sich ja eigentlich sorglos durch die lokale Küche probieren, oder?

Für mich bedeutet Urlaub, die Seele baumeln zu lassen und sich eine Auszeit vom Alltag zu nehmen. Und soweit es geht auch irgendwo vom Diabetes. Natürlich ist mir bewusst, dass mein Diabetes auch im Urlaub nicht verschwindet und weiterhin mein stetiger Begleiter ist. Doch gebe ich ihm bewusst weniger Aufmerksamkeit während dieser Zeit. Du findest es fahrlässig? Ich nenne es überlebenswichtig! Denn sind wir mal ehrlich – niemand hält es durch sein Diabetes Management das ganze Jahr über 100% clean zu halten. Man braucht manchmal einfach eine kleine Verschnaufpause, um neue Kraft und Energie zu schöpfen und somit weiterhin am Ball zu bleiben. Und gerade im Urlaub möchte man doch einfach sorglos sowie mit Leichtigkeit den Tag bestreiten. Und einfach auch mal über die (Essens-)Stränge schlagen, oder?
Okay, dass hört sich nun so an, als würde ich im Urlaub Unmengen an Zucker, Fett und Kohlenhydrate am Tag konsumieren. Ganz so ist es dann auch nicht. Doch wenn ich mal Lust auf eine Kugel Eis am Nachmittag (… ja es ist EINE Kugel!) und eine Pizza am Abend habe, dann stelle ich mich hinterher nicht an den imaginären Dia-Schafott und lasse schlechtes Gewissen walten. Ganz im Gegenteil! Ich genieße es einfach in dem Moment mit dem Wissen, dass die Zeit des „Sündigens“ auch ein Ende hat. Und zwar dann, wenn ich die Heimreise wieder antrete. Dann heißt es „back to business“! Doch damit meine Blutzucker-Werte nach so einem „full day of eating“ nicht völlig explodieren, achte ich schon darauf, dass ich mich am Tag oder auch nach solchen Mahlzeiten, bewusst etwas mehr bewege. Einfach um die Blutzuckerwerte wieder zu regulieren.
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Selbstverpflegung, Halbpension oder All Inclusive?
Im Urlaub gibt es viele Möglichkeiten der Nahrungssuche, wie u. a. die der Selbstverpflegung oder im Hotel mit Frühstück/Halbpension/Vollpension/All Inclusive. Doch welche Art von Verpflegung ist bei Diabetes die Beste? Alle! Und das aus folgendem Grund: Egal, was und wo Du im Urlaub isst – am Ende triffst immer Du die Entscheidung, was auf Deinem Teller landet. Entscheidest Du Dich also dazu eine Pizza in den Backofen Deiner Ferienwohnung zu schieben, dann ist das so ziemlich dasselbe Ergebnis, wie wenn Du auswärts im Restaurant eine Pizza bestellst. Nur das diese deutlich leckerer sowie frischer schmeckt und wahrscheinlich mit doppelt so viel Liebe zubereitet wurde. Für was würdest Du Dich also entscheiden?

All Inclusive hat in Deutschland fast so einen schlechteren Ruf, wie Typ-2-Diabetes. Doch was ist eigentlich daran auszusetzen, wenn man sich im Urlaub keine Sorgen um Essen und Trinken machen möchte? Ja richtig, gar nichts. Ich habe in der Vergangenheit schon öfters Nachrichten von Followerinnen und Followern auf Instagram erhalten, die absolut nicht verstanden haben, warum ich manchmal gerne All Inclusive buche. Denn in ihren Augen sei das alles andere als Diabetes-konform. Was für ein Quatsch! Ich plädiere für Leben und leben lassen. In den meisten Hotels, wo ich bislang war, gab es immer richtig gute Salat- und Antipasti-Theken, wo man sich frische Salate zaubern konnte. Meistens gibt‘s dann auch immer noch eine separate Essig- und Öl-Station zum selber mischen.
Und siehe da – am Ende hat meine eine leckere, gesunde und frischzubereitete Vor- oder Hauptspeisen-Option. Ganz ohne Zucker! Auch bei den Hauptspeisen gibt es immer eine relativ große Auswahl an Fleisch-, Fisch oder vegetarischen Gerichten – ganz nach dem jeweiligen Geschmack – wo man ebenfalls viele gesunde Optionen vorfindet. Wer natürlich bei Pommes, Chicken Nuggets oder der Dessert-Bar schwach wird, gut der hat vielleicht ein „Problem“. Aber auch hier – die Menge macht das Gift. Sich mal ein kleines Dessert im Urlaub zu gönnen, ist okay! Zeitbegrenztes Sündigen halt… Und im Anschluss kann man ja auch eine extra Runde um den Block oder am Strand laufen, um seine Blutzuckerwerte wieder zu senken.
Wenn man sich eine Ferienwohnung/-haus mietet, hat man natürlich immer den Vorteil, dass man eine eigene Küche zum Kochen hat. Gewiss mag das (manchmal) die gesündere Alternative sein. Doch Kochen im Urlaub muss gewünscht sein und ist auch irgendwo mit mehr Aufwand verbunden. Plus, muss die Küche auch eine gewisse Ausstattung haben. Wem all das nichts ausmacht, der hat hier die wunderbare Option, seinen Diabetes-konformen Ernährungsstil, auch im Urlaub beizubehalten. Doch um auf das Beispiel von vorhin zurückzukommen – solltet Du Lust auf eine Pizza haben, so ist das Resultat für mich am Ende dasselbe. Du isst eine Pizza! ☺
Alles hat immer seine Vor- und Nachteile. Um Dir in der Zukunft die Entscheidung der Art der „Verpflegung“ zu erleichtern, habe ich Dir eine kleine Übersicht mit den vier wichtigsten Vor- und Nachteilen erstellt:


Fallen Dir noch weitere Punkte ein? Lass es mich gerne wissen und schreibe es in die Kommentare!
Caros Kolumne
Hin und zurück – bis ans Ende der Dia-Welt

Hallo, mein Name ist Caro! Ich wurde als 27-Jährige mit einem Typ-2-Diabetes diagnostiziert. Erfahrt in meiner Kolumne „Hin und zurück – bis ans Ende der Dia-Welt“ alles über meine außergewöhnliche Reise als junge Frau mit Diabetes. Viel Spaß beim Lesen!
von Caro
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bloodychaos postete ein Update vor 21 Stunden, 4 Minuten
Hat noch jemand Probleme mit dem Dexcom G7? Nachdem ich letztes Jahr im Sommer über drei Monate massive Probleme mit dem G7 hatte bin ich zum G6 zurückgewechselt. Jetzt zum Jahreswechsel bzw. jetzt Ende Februar wollte ich dem G7 mal wieder eine Change geben. Ich war davon ausgegangen, dass die Produktionsprobleme inzwischen behoben sind. Aber spätestens am dritten Tag habe ich massive Abweichungen von 50 – 70 mg/dL. Setzstellenunabhängig. Meine aktuellen G7 wurden im Dezember 2025 produziert. Also sollten die bekannten Probleme längst behoben worden sein. Zuerst lief es die ersten Monate von 2025 mit dem G7 super, aber im Frühjahr 2025 fingen dann die Probleme an und seitdem läuft der G7 nicht mehr bei mir, obwohl alle sagen, dass die Probleme längst behoben seien und der Sensor so toll funktioniert. Ich habe echt Angst. Mir schlägt das sehr auf die Psyche. Zumal ich die TSlim nutze, die nur mit Dexcom kompatibel ist und selbst wenn ich zur Ypsopump wechsel ist da der Druck, dass es mit dem Libre3 funktionieren MUSS. Ich verstehe nicht, warum der G7 bei allen so super läuft, nur ich bin die Komische, bei der er nicht funktioniert.
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thomas55 postete ein Update vor 5 Tagen, 9 Stunden
Hallo,
ich habe zur Zeit die Medtronic Minimed 670G mit Libre als Sensor. Ich überlege, auf die 780G als AID mit dem Simplera umzusteigen. Hat jemand Erfahrung mit diesem Sensor? Wie sieht es mit der Verfügbarkeit aus? In der Vergangenheit wurden Neukunden der 780G nicht mit dem Simplera beliefert sondern nur Kunden, die die 780G schon länger nutzen. Das hat sich nach Aussagen von Medtronic-Mitarbeitern beim T1day heute genau umgekehrt. Mein Doc hat das vestätigt. Für mich als neuer Bezieher der 780G gut, für die Bestandskunden schlecht.
Danke vorab und bleibt gesund (von unserem Typ 1 lassen wir uns das Leben dank Technik nicht vermiesen!)
Thomas55 -
sayuri postete ein Update vor 6 Tagen, 7 Stunden
Hi, ich bin zum ersten Mal hier, um mich für meinen Freund mit Diabetes Typ 1 mit anderen auszutauschen zu können. Er versteht nicht alles auf Deutsch, daher schreibe ich hier. Etwa vor einem Jahr wurde ihm der Diabetes diagnostiziert und macht noch viele neue Erfahrungen, hat aber auch Schwierigkeiten, z.B. die Menge von Insulin besser abzuschätzen. Er überlegt sich, mal die Patch-Pad am Arm auszuprobieren. Kann jemand uns etwas über eingene Erfahrungen damit erzählen? Ich wäre sehr dankbar!🤗🙏
Liebe Grüße
Sayuri
