- Aus der Community
Hin und zurück – bis ans Ende der Dia-Welt: #30 | Diabetes und Digitalisierung – Teil 3
5 Minuten
Digitalisierung ist mehr als Apps und Sensoren: In Teil 3 der Serie zeigt Caro, warum die Online-Community für viele Menschen mit Diabetes der wichtigste Fortschritt ist. Vom Austausch über Instagram bis zu neuen Projekten – und der Frage, wie man auch ohne Posten dazugehören kann.
Es ist unmöglich, das Thema „Diabetes und Digitalisierung“ mit dem vorherigen Beitrag (#Diabetes und Digitalisierung – Teil 2) zu beenden, wo es doch mindestens noch ein Thema gibt, was mit Abstand das bedeutendste und (für mich) schönste ist – die Online-Community!
Tatsächlich gab es einmal eine Zeit vor Social Media und dem „Internet“. Ja, richtig gehört, liebe Millennials (und alle Generationen, die danach kommen!). Kennt Ihr diese „dummen“ Sprüche von Euren Eltern, z. B.: „Bevor ich Dich bekam, war ich auch mal jung?“ Unvorstellbar, hm? Doch genau so in etwa lässt sich das vergleichen. Aber ich will fair sein – so alt bin ich selber ja auch noch nicht. Meine Generation ist/war quasi die Schnittstelle von „alt” zu „neu”. Sprich, vom Walkman zum iPhone 15.
Und soll ich Dir was sagen? Ich bin richtig froh, diesen Fortschritt in der Technik (und generell) miterlebt zu haben. Nicht nur, dass ich weiß, dass es auch mal anders war. Nein, man lernt auch viel mehr, das zu schätzen, was man heute hat. Wenn man schneller, bequemer und einfacher an Informationen drankommt. Oder Blutzuckerwerte nur noch im Smartphone abspeichern muss und diese dann ein Leben lang hat. Oder man mit Leichtigkeit mit anderen Dia-Buddys all over the world in den Austausch gehen kann. Es ist ein Privileg. Mittlerweile vielleicht für den ein oder anderen eine Selbstverständlichkeit, doch halt nicht für jeden!
Früher, als es noch keine Smartphones gab bzw. das Internet noch nicht so präsent war wie heute, verlief der Austausch zu bspw. einer Erkrankung wie (Typ-2-)Diabetes noch ein bisschen anders. Und zwar Face-2-face. Entweder mit dem behandelnden Arzt selber oder wenn man seiner Scham-Falle entrinnen konnte, dann auch mit Freunden, Familie oder gar Bekannten. Alles in allem war es aber doch ein sehr überschaubarer Kreis an Personen.
Und ich möchte meinen, dass bei einer überschaubaren Anzahl an Menschen auch der Informationsgehalt relativ überschaubar war. Und wie kam man früher an Informationen über Diabetes außerhalb dieses Kreises? Natürlich noch ganz „old school” über Bücher, Fachzeitschriften und -materialien, Schulungen oder auch Selbsthilfegruppen.

Hand auf’s Herz – warst Du schon mal bei einer Diabetes-Selbsthilfegruppe? Ich leider nicht. Ich bin zwar eine Befürworterin von Selbsthilfegruppen, da zum einen diese einen emotional unterstützen können und zum anderen man mithilfe vom Wissens- und Erfahrungsaustausch mit anderen Mitgliedern seinen persönlichen Horizont erweitern kann. Plus, man ist mit Menschen in einem Raum, die im selben Boot sitzen. Doch was mich bislang am meisten von Präsenz-Diabetes-Selbsthilfegruppen ferngehalten hat, ist die deutliche Altersdifferenz zu meiner Wenigkeit.
Aber vielleicht ist diese Aussage auch einfach etwas zu hart gewertet, weil wie eingangs erwähnt, ist auch vieles einfach ein „Generations-Ding“. Es ist also durchaus möglich, dass durch die Anzahl der heutigen Online-Angebote, die Nachfrage nach Präsenz-Selbsthilfegruppen bei der jüngeren Zielgruppe einfach gesunken ist. Doch Fakt ist, es gibt Selbsthilfegruppen. Und diese sind gut besucht von kontaktfreudigen Menschen mit Diabetes. Und wer weiß, vielleicht trifft man sich ja eines Tages dort! ☺
Caros Kolumne
Hin und zurück – bis ans Ende der Dia-Welt

Hallo, mein Name ist Caro! Ich wurde als 27-Jährige mit einem Typ-2-Diabetes diagnostiziert. Erfahrt in meiner Kolumne „Hin und zurück – bis ans Ende der Dia-Welt“ alles über meine außergewöhnliche Reise als junge Frau mit Diabetes. Viel Spaß beim Lesen!
Mein Herz gehört (bislang) der Online-Community. Um genau zu sein, der Instagram-Welt. Schon lange vor meiner Diabetes Diagnose war ich viel auf Social Media unterwegs. Und eine Sache, die mich schon damals faszinierte, war, dass es wirklich für ALLES eine Community gibt. Sport, Musik, Fantasy, Ernährung – aber auch Krankheiten. Als dann der Diabetes sich im September 2020 in mein Leben schlich und es in meinem Freundes- und Familienkreis niemanden in meinem Alter gab, der betroffen war, sehnte ich mich nach Austausch.
Aber es war nicht nur der Austausch, der mir fehlte, sondern auch ein bisschen dieses „Abgucken“. Schauen, wie es andere machen. Leider war damals die Auswahl an Menschen mit Typ-2-Diabetes auf Social Media innerhalb Deutschlands SEHR überschaubar. Doch direkt zu Anfang fand ich eine ganz besondere Seele, mit der ich bis heute im regelmäßigen Austausch bin und gerne zusammen an Projekten arbeite. Und ohne dieses „Internet“ wäre dieser Kontakt wahrscheinlich nie zustande gekommen, da diese Person nicht nur älter ist, sondern auch einfach 258 km von mir entfernt wohnt. (Shoutout an Annika, @onyva_13, an dieser Stelle!) ☺

Da ich anfangs selber niemanden auf Instagram fand, der einen Typ-2-Diabetes in jungen Jahre hatte, sah ich es als Chance, den ersten Schritt zu machen. Und so kam es zu meinem Profil! Heute – knapp 3 Jahre später – kann man hingegen kontinuierlich beobachten, wie die Diabetes-Community auf Instagram wächst. Und das ist einfach richtig cool! Mittlerweile gibt es so viele tolle Persönlichkeiten, die ihr Leben mit Diabetes zeigen und aktiv in den Austausch gehen. Die einen motivieren, mit anderen kann man gemeinsam Challenges bestreiten oder einfach nur Rezepte austauschen.
Nie war diese Art von Kommunikation und Informationsbeschaffung einfacher als jetzt und ich bin sehr dankbar für diese Möglichkeit. Hätte man mir vor 3 Jahren gesagt, dass ich für eine Diabetesplattform einen Blog schreiben, mein Leben mit Diabetes auf Instagram zeigen oder gar mich ehrenamtlich für die Zukunft aller Menschen mit Diabetes einsetzen würde – ich hätte es nicht geglaubt. Aber Fakt ist, diese Online Community hat mir hierfür die Möglichkeit gegeben. Meine Stimme wird gehört und eröffnet mir viele Türen. #thankful
Für viele Menschen ist es undenkbar, ihr Leben auf Instagram (oder einer anderen Social-Media-Plattform) zu zeigen. Doch auch wenn Du nicht aktiv postest, so kannst Du dennoch ein aktiver Teil davon sein. Ein Austausch startet immer in erster Linie mit einem „Hallo“! ☺ Solltest Du zu denen gehören, die Lust haben, mehr von ihrem Leben mit Diabetes auf Social Media zu zeigen, aber sich nicht trauen oder nicht wissen, wo sie anfangen sollen – just do it! Egal, ob aktiv oder passiv – Du wirst die Community bereichern!
von Caro
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schubidu postete ein Update in der Gruppe In der Gruppe:Diabetes-Technik vor 1 Tag, 5 Stunden
Hallo zusammen,
ich möchte im Herbst auf eine Patchpump umsteigen, daher würde mich interessieren, ob jemand mit der Nano touchcare Erfahrungen machen konnte. Lieben Dank für Rückmeldungen im Voraus!-
calvin240 antwortete vor 1 Tag, 4 Stunden
Hey, ja ich nutze aktuell das Medtrum Nano System also CGM + Patchpumpe. Zuvor hatte ich das Omnipod Dash (war schon sehr gut) aber das Medtrum System ist eine ganz andere Welt (im positiven) der Automodus läuft und hält die Werte größtenteils stabil. Auch die Auto Bolus Abgabe (nur auswählen Frühstück, mittag, Abendessen oder snack) Damit brauchst du bei bis bis zu 90g Kolenhydrate nicht mehr den Bolusrechner verwenden, kannst du aber bei Bedarf trotzdem jederzeit. Es hat mein Leben verändert, auch dass du wenn du möchtest eine Schnittstelle (smartphone eine App für Cgm+Pumpe) funktioniert einwandfrei. Das einzige wo man aufpassen muss, man sollte den Sensor gelegentlich kalibrieren. Der Dexcom g7 war ohne kalibrieren etwas genauer, aber die Vorteile vom Medtrum überwiegen. Ich kann’s nur empfehlen. Viel Erfolg beim Einstieg! Melde dich gerne falls du noch konkrete Fragen hast. Erfahrung in der Praxis hab icb schon einige Monate hinter mir.
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uho1 antwortete vor 1 Tag, 2 Stunden
@calvin240: Super, dass du geantwortet hast. Ich hatte vor einiger Zeit die gleiche Frage. Auch ich werde diese Pumpe ab Herbst nutzen. Bin aber absoluter Pumpenneuling. Darf ich dich bei Bedarf anschreiben? Viele Grüße aus der schönen Rhön!
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stephanie-haack postete ein Update vor 3 Wochen, 2 Tagen
Jetzt schon vormerken: Das nächste virtuelle Community-MeetUp findet am 10. Juni statt. Wir freuen uns drauf! 🙂
Alle Infos hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juni2026/
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tako111 postete ein Update vor 3 Wochen, 2 Tagen
Ich habe Ihr Heft 1-2/2026 leider erst jetzt in die Hände bekommen und war über den Bericht auf Seite 14 „Spritzen, aber kein Insulin“ schon verwundert. Zwar nennen Sie einige mögliche Nebenwirkungen der einzelnen Substanzen, jedoch fehlt ein Hinweis auf eine besonders schwerwiegende Komplikation: die Gefahr einer Schädigung des Sehnervs beziehungsweise anderer Augenstrukturen. Nach meinem Kenntnisstand kann diese Nebenwirkung unter Umständen nicht mehr reversibel sein.
Ich würde mir wünschen, dass Sie bei künftigen Berichten auch auf solche Risiken eingehen und diese entsprechend berücksichtigen. Auffällig ist zudem, dass in Ihrem Heft häufig über Menschen mit Diabetes Typ 1 berichtet wird, während der Diabetes Typ 2 deutlich weniger Beachtung findet. Darüber hinaus entsteht der Eindruck, dass die entsprechenden Spritzenmedikamente bei Typ-2-Diabetes oftmals in einem überwiegend positiven Licht dargestellt werden, ja geradezu für den Typ 2 gegenüber beispielsweise Metformin, präferiert werden.
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katrin-kraatz antwortete vor 3 Wochen, 2 Tagen
Für die Augenproblematik konnte bisher keine Kausalität gezeigt werden. Hier sind weitere Studien zu erwarten, deren Ergebnisse abzuwarten sind. Außerdem ist es ein sehr seltenes Ereignis. Details sind zum Beispiel zu finden im Deutschen Ärzteblatt unter https://www.aerzteblatt.de/themen/augenheilkunde/therapie-mit-glp-1-rezeptor-agonisten-okulaere-komplikationen-sind-selten-aber-visusbedrohend-e345aa92-a4f7-4f40-8146-b2967b577504.
Wir bemühen uns, mit unseren Beiträgen ausgewogen über die Ausgaben des Diabetes-Ankers hinweg alle Menschen mit Diabetes zu informieren – mal mehr über den einen, mal mehr über den anderen Typ und auch weitere Diabetestypen. Medikamente finden ebenfalls über die Ausgaben hinweg ausgewogen ihren Raum im Heft.
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