Hin und zurück – bis ans Ende der Dia-Welt: #51 | Necrobiosis Lipoidica – meine seltene Hauterkrankung

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Hin und zurück – bis ans Ende der Dia-Welt – Meine seltene Hauterkrankung - Necrobiosis Lipoidica
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Hin und zurück – bis ans Ende der Dia-Welt: #51 | Necrobiosis Lipoidica – meine seltene Hauterkrankung

Kleine rote Flecken an den Unterschenkeln führten Caro zur Diabetes-Diagnose. Die Ursache: Necrobiosis Lipoidica, eine seltene Hauterkrankung, die bei 0,3 Prozent aller Menschen mit Diabetes auftritt. Caro berichtet über ihren langen Weg zur Diagnose.

Ihr Lieben! Ganz zu Anfang meiner Beitragsreihe hatte ich Euch darüber berichtet, wie es zu meiner Typ-2-Diagnose mit nur 27 Jahren kam. Angefangen hatte alles Ende 2019, als ich kleine rote Flecken an den Unterschenkel bekam. Zu Beginn sahen sie ganz ähnlich wie blaue Flecken aus. Doch sie waren sehr hartnäckig und mit der Zeit vermehrten sie sich, wurden größer und auch dunkler.

Im Mai 2020 war ich dann an dem Punkt, wo ich einen Hautarzt aufsuchte. Ich bekam meine erste Kortisonsalbe verschrieben und hoffte auf schnelle Heilung. Mein Hautarzt war ebenfalls sehr optimistisch gestimmt und sagte mir zu, dass bis zum Sommer die Flecken an den Beinen verschwunden seien. Der Sommer kam, doch die Flecken blieben. Erneuert suchte ich meinen Hautarzt auf und wir entnahmen eine Probe vom Gewebe. Der Verdacht lag bei einer Verkapslung eines Mückenstichs, welches ein Ergebnis meines Sommerurlaubes im Jahr zuvor am Gardasee war. Denn dort wurde ich ziemlich böse von Tigermücken zerstochen. Doch das Probeentnahmen-Ergebnis war negativ.

Bei der Besprechung hatte der Arzt ein Lexika auf, wo diverse Hautkrankheiten drinnen waren. Er zeigte auf eine Seite mit einer Erkrankung, die ganz ähnlich zu der aussah, wie meine Flecken. Er meinte, dass ich nochmal die Kortison-Salbe probieren sollte und wir uns in 6 Wochen wiedersehen würden. Ich ging also zurück zur Info, um meinen nächsten Termin vereinbaren zu wollen, als der Arzt erneuert auf mich zu kam und fragte, ob ich Diabetes hätte. Peinlich berührt von der Frage winkte ich ab und verließ die Praxis.

Der Sommer verging und die Flecken blieben. Ich war wirklich gefrustet! Die Flecken taten weder weh, noch juckten sie. Aber keine Salbe wollte bisher helfen und die Flecken wurden eher mehr anstatt weniger. Mein Leid drückte ich damals bei einer Freundin aus, die mir daraufhin empfahlt beim Hausarzt ein Blutbild erstellen zu lassen. Gesagt, getan.

Am 18. September 2020 erhielt ich die Diagnose zum Typ-2-Diabetes.

Was soll ich sagen – mein Hautarzt ist ein guter Fachmann. Sein richtiger Riecher brachte mir zwar relativ früh eine ernstzunehmende Diagnose, die meine Welt komplett Kopf stellte. Doch rettete sie mir auch irgendwie mein Leben. Anders wäre ich vielleicht jahrelang mit meinem Diabetes unwissend durch die Welt gegangen, woraus sich weitaus schlimmere Folgeerkrankungen hätten entwickeln können.

Kurz nach meiner Diagnose rief ich bei meinem Hautarzt an, um ihm die Diagnose mitzuteilen. Sein Verdacht bewahrheitete sich somit und die Diagnose lautete: Necrobiosis Lipoidica.

Dies ist eine sehr seltene Hauterkrankung, die hauptsächlich bei Menschen mit Diabetes auftritt. Doch wie bereits geschrieben, ist dies eine sehr seltene Krankheit. Sprich nur 0,3% aller Menschen mit Diabetes und überwiegend Frauen sind betroffen.1 Die genaue Ursache ist noch nicht bekannt und daraus resultierend, gibt es auch keine richtige Behandlung. Und diese Tatsache begleitet mich seit meiner Erkrankung. Und ich nehme es schon mal vorweg – bis heute lebe ich mit der Necrobiosis Lipoidica an meinen Schienbeinen.

Doch zurück zu meinem Gespräch mit meinem Hautarzt nach der Diagnose. Ich erinnere mich noch gut an das besagte Telefonat. Er erklärte mir nochmal im Detail die Vermutung zu meiner Hauterkrankung und meinte, dass diese mich nicht „umbringen“ würde, sondern einfach nur „kosmetisch“ unschön sei. Da er selber da nichts machen könne, sollte ich mich in einer Klinik vorstellen, da diese viel mehr Möglichkeiten zur Behandlung hätten. Erneuert gesagt, getan!

➤ Erfahre in diesem Video mehr über Caro und ihr Leben mit Typ-2-Diabetes

Kurze Zeit später hatte ich einen Termin in der empfohlenen Klinik bekommen und mich einer erneuerten Probenentnahme unterziehen. Das Labor bestätigte den Verdacht und schon bald übernahm der Oberarzt der Klinik selber meinen „Fall“. Auch dieses Mal kamen diverse Kortisonsalben zum Einsatz. Hinzukommend machte ich eine 4-wöchige Strahlentherapie, nahm sogar Tabletten gegen eine bessere Venen-Durchblutung ein und trug Kompressionsstrümpfe. Doch nichts wollte helfen! Nach knapp 1 Jahr der erfolglosen Behandlung kam der nächste Schlag ins Gesicht. Mein zu behandelnder Arzt wusste nicht mehr weiter und gab mir zu verstehen, dass er aktuell nichts für mich tun könne. Ich bekam die Empfehlung, dass ich mich in Facebook-Foren regelmäßig über neue Behandlungsansätze informieren sollte und wenn ich was bräuchte oder es schlimmer werden würde, ich mich nochmal bei ihm melden könnte.

Ich sag’s wie es ist — ich war fertig mit den Nerven. Zurück am Auto angekommen, heulte ich Rotz und Wasser. Ich hatte eine seltene Hauterkrankung, die sich immer mehr ausbreitete, aber nichts wollte helfen und die Ärzte waren mit ihrem Latein am Ende. Und ja, ich habe es auch pflanzlich versucht, wie u. a. mit der Einnahme vom Kollagen, hochdosiertem Kurkuma, Schwarzkümmel-Öl oder Aloe Vera. Ich habe wirklich viel ausprobiert, gemacht und getan!

Googelt man die Erkrankung, kommen wirklich SEHR krasse Bilder bei raus, die absolut nichts für schwache Nerven sind. Damals hatte ich wirklich sorge, dass meine Beine ebenfalls eines Tages so aussehen würden.

Mein letzter Besuch in der Klinik war Anfang 2022. Damals lag mein HbA1c bei 7,4% und wollte einfach nicht runtergehen. Nach mehrfacher Empfehlung meiner Diabetologin hin, bekam ich das Ozempic verschrieben, was ich etwas mehr als 1 Jahr anwendete. Mit dem wöchentlichen Spritzen des besagten Medikaments erreichte ich die besten Blutzuckerwerte, die ich je mit meinem Typ-2-Diabetes hatte. Ich lag in der Zeit immer bei 6,3% und hatte morgens super Nüchternblutzuckerwerte. Durch die regelmäßigen niedrigen Blutzuckerwerte veränderte sich auch mein Hautbild. Meine Flecken wurden heller und „lösten“ sich an einigen Stellen auf! Tatsächlich ist mir das erst nach ein paar Monaten aufgefallen, da durch die vermehrte Wassereinlagerung in den Beinen im Sommer die Flecken immer etwas heller schienen. Doch im Winter sah man es deutlich.

Da ich meine Ernährung kaum umgestellt hatte und weiterhin Laktose sowie Zucker konsumierte, musste es im Zusammenhang mit meinen niedrigeren Werten stehen. Bis heute frag ich mich, ob ich meine Hauterkrankung komplett besiegt hätte, wenn ich das Ozempic weitere Monate oder gar Jahre genommen hätte. Der Grund für meine Annahme, dass es an den niedrigen Werten liegen muss ist auch, dass ich seit dem Absetzen des Medikaments mit teilweise sehr hohen Werten wieder zu kämpfen habe. Mein HbA1c-Wert ist wieder in den 7ner-Bereich geklettert und mit ihm sind auch meine Flecken wieder stärker geworden. Zwar noch nicht so krass, wie 2021, doch sie sind wieder verstärkter da.

Ich habe mit einigen anderen aus der Community gesprochen, die ebenfalls an dem Krankheitsbild leiden. Einige haben berichtet, dass sich ihr Hautbild verbessert hatte, nachdem sie keinen Zucker und keine Laktose konsumiert hatten. Alle Betroffenen waren Typ-1er mit entsprechender Insulintherapie.

Wie eingangs erwähnt, weiß man in der Medizin bis heute nicht, was die Ursache einer Necrobiosis Lipoidica ist. Mit den Betroffenen, mit denen ich mich unterhalbe habe, gab es fast immer zwei gemeinsame Nenner: den Diabetes und davor eine Vielzahl an heftigen Mückenstiche. Ein Zufall? Für mich nicht. Ich denke, dass hier ein starker Zusammenhang bei der Auslösung der Krankheit ist, welcher noch nicht erforscht wurde. Ich glaube, dass der Schlüssel zur Heilung der Krankheit in konstant niedrigen Blutzuckerwerten liegt. Ein Teil des Schlüssels könnte eine no-carb bzw. low-carb Ernährung sein, was mir persönlich sehr schwer fällt. Doch ich möchte das die nächsten Monate ausprobieren. Vielleicht nicht no carb, aber zumindest low-carb und kein Gluten.

Falls Dich die Reise interessiert, Du Updates sehen möchtest bzw. Du Anregungen hast, so würde ich mich freuen, wenn Du auf meinem Instagram-Kanal @sweet.caromell.type2 vorbeischaust und mir schreibst!

Quelle:
1 https://flexikon.doccheck.com/de/Necrobiosis_lipoidica

Caros Kolumne

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Caros Kolumne „Hin und zurück – bis ans Ende der Dia-Welt“

Hallo, mein Name ist Caro! Ich wurde als 27-Jährige mit einem Typ-2-Diabetes diagnostiziert. Erfahrt in meiner Kolumne „Hin und zurück – bis ans Ende der Dia-Welt“ alles über meine außergewöhnliche Reise als junge Frau mit Diabetes. Viel Spaß beim Lesen!

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  • florahdo postete ein Update vor 5 Tagen, 7 Stunden

    Hallo zusammen, ich arbeite gerade an einer Seminararbeit zum Thema „Die Behandlung von Typ-1-Diabetes mit CRISPR/Cas“ (eine Methode der Gentechnik). Dazu habe ich eine Umfrage erstellt und suche dafür Menschen mit Typ-1-Diabetes, die einige Fragen beantworten könnten zu ihrer Einstellung gegenüber dem Einsatz dieser Technologie zur Behandlung von Typ-1-Diabetes. Die Umfrage ist vollständig anonym und dauert etwa 5 Minuten, sie richtet sich ausschließlich an Menschen mit Typ-1-Diabetes. Es würde mir enorm weiterhelfen, wenn sich Teilnehmer finden würden!

    Der Link zur Umfrage lautet: https://forms.cloud.microsoft/r/PN2hqhkuLB

    Vielen Dank für eure Unterstützung! 🙂

  • mr postete ein Update vor 1 Woche

    Hallo kann mir jemand einen Tipp geben wie ich On Pot Gerichte mit Reis besser schätzen kann.

    • Hallo mr,

      Dein Problem, die Kohlenhydrate wie Reis in einem One-Pot-Gericht richtig einzuschätzen, vor allem wenn es für mehrere Personen gekocht ist oder Du es im Restaurant bestellst, kennen sicher viele – ich auch. Einfacher ist es, wenn Du nur für Dich kochst. Ich wiege tatsächlich, trotz mehr als 50 Jahren Diabetes, in diesem Fall vorher Reis, Nudeln oder was auch immer vorher ab. Dann weiß ich genau, wie viel es ist.

      Ansonsten heißt es: Augenmaß! Gut ist, immer wieder mal eine bestimmte Menge Reis abzuwiegen und zu kochen (mache ich so). Dann sieht man die Menge und bekommt ein besseres Gefühl für die Menge beim Schätzen. Natürlich verteilt sich gerade Reis sehr gut zwischen den anderen Zutaten, aber ob es “viel” oder “wenig” ist, kann man meist erkennen.

      Sinnvoll finde ich außerdem (und nicht nur ich), gerade bei eher schwierig einzuschätzenden Kohlenhydratmengen die Insulindosis eher zu gering anzusetzen und lieber später höhere Werte zu korrigieren oder – falls ein AID-System im Einsatz ist – dieses seinen Job machen zu lassen. Denn eine Hypo direkt nach dem Essen finde ich deutlich weniger angenehm.

      Eine Patentlösung gibt es also nicht. Vielleicht helfen Dir die Tipps trotzdem etwas?

  • moira postete ein Update vor 1 Woche

    Hallo!
    Hat schon jemand die liberal Funktion bei der ypsopump app ausprobiert?
    Ich wüsste gerne wie gut das klappt.