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Diabetes-Kurzgeschichte: Der kleine Melli tritt in mein Leben
3 Minuten

Unsere Leserin Lena Schuster hat bezaubernde Kurzgeschichten zum Thema Diabetes verfasst, die wir Ihnen nicht vorenthalten möchten. In der ersten Geschichte lernt die junge Protagonistin Nina den kleinen Melli kennen.
Ich schaue aus dem Fenster und sehe einen kleinen Jungen, der mich wachsam anblickt. Es ist ein ungewöhnlicher Moment, fast schon unheimlich. Kurz wende ich meinen Blick ab, um dann wieder zu dem Jungen zu sehen, doch er ist verschwunden. Durch die Terrassentür husche ich auf den Balkon, um die Straße nach ihm abzusuchen, doch er ist wie vom Erdboden verschwunden. Eine seltsame Begegnung war das. Eine Begegnung, die mich fragend zurücklässt: Wer ist dieser Junge? Und was will er von mir?
Immer wieder im Leben begegnet man Menschen, die anders sind als die Norm. Das kann man feststellen, ohne die Norm je definieren zu wollen. Was ist normal? Und vor allem: Wer ist normal?
Die Diabetes-Kurzgeschichten-Reihe „Der kleine Melli und ich“ – der Hintergrund
Melli ist ein kleiner Junge, der mit Nina, einer jungen erwachsenen Frau, zusammenlebt. Die beiden Protagonisten der Diabetes-Kurzgeschichtenreihe geraten im Alltag immer wieder in Konflikt: beim Essen, beim Sport etc.
Autorin Lena Schuster ist Psychologin und hat seit 2014 Typ-1-Diabetes. Ihr Bruder hat seit der Kindheit ebenfalls Typ-1-Diabetes, deshalb ist ihr auch der Einfluss der Stoffwechselerkrankung auf die Familie gut bekannt. Zu ihren Kurzgeschichten sagt sie: „Für mich ist der Diabetes vergleichbar mit dem kleinen Melli, den man oft zu gerne ignorieren möchte, doch das geht leider nicht. Denn ignoriert man den Diabetes, ist er wie ein schreiendes Kind, das einen nicht zur Ruhe kommen lässt. Kümmert man sich jedoch um den Diabetes, so macht einen das stark – und man erkennt, dass man bereit ist, auch andere Probleme des Lebens zu bewältigen.“
➤ hier gibt es alle Diabetes-Kurzgeschichten mit Nina und dem kleinen Melli
Ein Wiedersehen im Supermarkt
Ein paar Tage später stehe ich im Supermarkt an der Kasse und gehe noch einmal meine Einkaufliste durch. Eingelegtes Putenfleisch, Grillkäse, Feldsalat, Gurken, Auberginen und Kartoffeln liegen auf dem Band. Ich darf nichts vergessen, denn ich bin wie immer eh schon zu spät. Am Abend kommen ein paar Freunde vorbei, und wir werden den Sommerbeginn mit einem gemütlichen Grillabend feiern.
Während ich darauf warte, dass die Kundin vor mir all ihre Sachen in ihrer Tasche verstaut hat, blicke ich reflexartig zum Supermarkteingang und entdecke den kleinen Jungen. Er blickt mir wieder direkt in die Augen, so als ob er versucht, durch mich hindurchzuschauen. Es scheint, als ob er mich durch den Blickkontakt kennenlernen will. Tatsächlich ist sein Anblick ein wenig vertrauter. Plötzlich habe ich das Gefühl, dass dieser Junge mein Leben verändern wird. Und ich sollte Recht behalten.
Der Junge kehrt zurück – für immer
Es vergehen zwei Wochen, in denen ich dem Jungen nicht einmal begegne. Ich stehe am Herd und koche eine Gemüsesuppe, in der Hoffnung, dass ich dadurch wieder zu Kräften kommen werde. Denn seit ein paar Wochen bin ich immer müde und komme kaum noch die Treppen hoch. Plötzlich klingelt es an der Tür, und ich gehe hin und mache auf. Vor mir steht der kleine Junge, schaut mich mit stahlblauen Augen streng, aber gleichzeitig besänftigend an und sagt: „Hallo Nina, ich bin Melli und ab heute bin ich ein Teil deines Lebens.“
Kommentar der Autorin:
Die Diagnose des Diabetes ist wie ein Schlag ins Gesicht. Von heute auf morgen muss man auf seinen Körper achten und vernünftig sein. Es ist vergleichbar mit der Situation, in der Nina die Tür aufmacht und der Junge vor ihr steht. Am liebsten würde sie die Tür wieder zumachen und alles vergessen, doch das geht leider nicht. Der Diabetes ist wie ein kleiner Junge, für den man sorgen muss und der einen achtsamen Umgang braucht.
Ignoriert man den Diabetes, ist er wie ein kleines, schreiendes Kind, das einen nicht zu Ruhe kommen lässt und bei der Arbeit behindert. Kümmert man sich jedoch um den Diabetes, so macht einen das stark, und man erkennt, dass man bereit ist, auch andere Probleme des Lebens zu bewältigen.
So wie Nina Hand in Hand mit dem kleinen Melli durch das Leben geht, so müssen wir Hand in Hand mit dem Diabetes durch das Leben gehen. Nur dann ist unser Körper eine Einheit, nur dann werden wir dem Diabetes gerecht – und er wird uns gerecht.
➤ weitere Diabetes-Kurzgeschichten mit Nina und dem kleinen Melli
von Lena Schuster
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thomas55 postete ein Update vor 3 Wochen, 4 Tagen
Hallo Philipa,
beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
Viel Erfolg
Thomasphilipa postete ein Update vor 3 Wochen, 5 Tagen
Hallo zusammen,
Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?- ole-t1 antwortete vor 3 Wochen, 3 Tagen
Hallo philipa,
Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
Beste Grüße
lena-schmidt hat eine Umfrage erstellt vor 1 Monat, 1 Woche
Reminder: Das nächste Community-Meetup findet am 15. Juli statt!
Den Link und weitere Infos gibt es hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juli/Wer ist am Start?
Virtuelles Diabetes-Anker Community-MeetUp im Juli – Diabetes-Anker
Wir freuen uns auf das nächste Community-MeetUp am 15. Juli! 1x im Monat treffen wir uns und tauschen uns rund um das Thema Diabetes aus. Die ganze Community ist herzlich eingeladen. […]





