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Diabetes-Kurzgeschichte: Der kleine Melli und ich – das Leben genießen
4 Minuten
Was, wenn Du Dich in Deinem Leben mit Diabetes so abmühst – und die Werte hin und wieder einfach chaotisch sind? Nichts, dann ist es einfach so.
Kaum habe ich mich an meinen Arbeitsplatz gesetzt, da kommt mein Chef zielstrebig auf mich zu. „Kommen Sie doch bitte kurz mit in mein Büro.“ Völlig überrollt starre ich ihn erst ein paar Sekunden an, bevor ich aufstehe und ihm nachlaufe. Mein Puls geht durch die Decke. Mein Chef hat mich noch nie morgens abgefangen und um ein Gespräch in seinem Büro gebeten. Was will er denn bloß von mir? Was passiert hier gerade? Meine Hände fangen an zu zittern. „Setzen Sie sich doch kurz hin.“ Ich bin so nervös, dass mir nicht aufgefallen ist, dass ich im Türrahmen stehen geblieben bin.
Während ich mich hinsetze, beginnt er schon zu sprechen: „Sie haben die letzten Jahre wirklich tolle Arbeit geleistet und viele gute Projekte ins Leben gerufen.“ Irritiert murmele ich ein leises Dankeschön. Gespannt warte ich darauf, dass der nächste Satz mit „aber“ beginnt. Er setzt fort: „In einer anderen Niederlassung ist eine Stelle frei geworden. Sie hätten mehr Verantwortung durch größere Projekte und natürlich auch ein höheres Gehalt.“
Ich bin so durcheinander, dass ich nicht antworte. Mein Chef redet weiter: „Wenn Sie möchten, dann können Sie den Job haben. Ich habe mich mit dem Chef der anderen Niederlassung unterhalten und er hat großes Interesse an Ihnen und würde Sie gerne einstellen.“
Die Diabetes-Kurzgeschichten-Reihe „Der kleine Melli und ich“ – der Hintergrund
Melli ist ein kleiner Junge, der mit Nina, einer jungen erwachsenen Frau, zusammenlebt. Die beiden Protagonisten der Diabetes-Kurzgeschichtenreihe geraten im Alltag immer wieder in Konflikt: beim Essen, beim Sport etc.
Autorin Lena Schuster ist Psychologin und hat seit 2014 Typ-1-Diabetes. Ihr Bruder hat seit der Kindheit ebenfalls Typ-1-Diabetes, deshalb ist ihr auch der Einfluss der Stoffwechselerkrankung auf die Familie gut bekannt. Zu ihren Kurzgeschichten sagt sie: „Für mich ist der Diabetes vergleichbar mit dem kleinen Melli, den man oft zu gerne ignorieren möchte, doch das geht leider nicht. Denn ignoriert man den Diabetes, ist er wie ein schreiendes Kind, das einen nicht zur Ruhe kommen lässt. Kümmert man sich jedoch um den Diabetes, so macht einen das stark – und man erkennt, dass man bereit ist, auch andere Probleme des Lebens zu bewältigen.“
➤ hier gibt es alle Diabetes-Kurzgeschichten mit Nina und dem kleinen Melli
Kurz darauf gehe ich zurück an meinen Platz und starre erst einmal vor mich hin. Es dauert eine Weile, bis ich realisiere, dass das eine sehr gute Nachricht war. Ich habe tatsächlich die Chance, größere Projekte mitzugestalten! Und ich bekomme mehr Gehalt! Ich kann es kaum fassen. Nach ein paar Minuten werde ich plötzlich richtig aktiv und schreibe all meinen Freunden, was sich gerade ereignet hat. Nach wenigen Augenblicken trudeln auch schon die ersten Glückwünsche ein: „Das müssen wir unbedingt feiern“, schreibt Anna, während Carla direkt vorschlägt, abends Sushi essen zu gehen.
So treffen wir uns abends in jener Sushi-Bar, die meines Erachtens das beste Sushi der Stadt hat. Dort ist es etwas teurer als in den anderen Restaurants, aber zu besonderen Anlässen gönnen wir uns das. „Ich bin wirklich sehr stolz auf dich“, sagt Carla. Anna fügt hinzu: „Du hast dich die letzten Jahre aber auch sehr ins Zeug gelegt. Das hast du wirklich verdient.“
Gerührt von den lieben Worten meiner zwei besten Freundinnen lächele ich die zwei einfach an. Nachdem wir unsere Bestellung aufgegeben haben, dauert es nicht lange und das Essen wird schon serviert. Ich will direkt loslegen mit dem Essen, da hält mich Melli zurück: „Nina, du musst dich erst mal spritzen. Du weißt, dass Sushi durch den Reis viele Kohlenhydrate hat.“ Kurz genervt, lenke ich schließlich ein.
„Du bist total überzuckert …“
Wir verbringen einen schönen Abend zusammen und reden und lachen ohne Ende. Ich mag Anna und Carla echt richtig gern. Wir haben den gleichen Humor und können über alles sprechen. Zum Schluss bezahlen wir und machen uns auf den Heimweg. Anna verabschiedet sich kurz danach, weil sie in eine andere Richtung muss. Carla und ich schlendern heim und genießen die milden nächtlichen Temperaturen.
Plötzlich zieht mich Melli am Arm. „Du bist total überzuckert. Du musst dich sofort spritzen.“ Erstaunt blicke ich Melli an. „Ich habe gar nichts bemerkt. Bist du dir sicher?“ Ein kurzer Blick auf das Messgerät bestätigt Mellis Aussage. Entgeistert sage ich: „Mein Wert schießt ja gerade durch die Decke! Wie soll ich das denn jetzt so kurz vor dem Schlafengehen korrigieren?“ Schnell schleicht sich ein schlechtes Gewissen ein.
Hin und wieder chaotische Werte – na und?
Mit hängenden Schultern fasse ich meine Gedanken in Worte: „Ich hätte kein Sushi essen sollen. Dann hätte ich den Schlamassel jetzt nicht.“ Da dreht sich Carla zu mir um und sagt in ernstem Ton: „Nina, du gehst total verantwortlich mit dem Diabetes um. Ich bewundere dich da wirklich sehr. Du ernährst dich gesund, du machst Sport und hast im Allgemeinen gute Werte. Du darfst auch hin und wieder chaotische Werte haben.“ Nach einem Augenblick fügt sie noch hinzu: „Das ist das Leben. Genieße es und sei nicht immer so streng mit dir.“
Kommentar der Autorin:
Es ist manchmal schwierig, für sich das richtige Mittelmaß zu finden zwischen vernünftig zu sein und sich etwas zu gönnen. Auch Nina hat Probleme damit. Sie hat einen schönen Abend mit ihren Freundinnen verbracht und auf ihre neue Stelle angestoßen. Als sie dann jedoch überzuckert, macht sie sich Vorwürfe. Jeder muss für sich selbst die Entscheidung treffen, wie dieses Mittelmaß aussieht. Ich habe für mich festgestellt, dass es wichtig ist, das Leben zu genießen und nicht nur dem Diabetes im Leben einen Raum zu geben.
➤ weitere Diabetes-Kurzgeschichten mit Nina und dem kleinen Melli
von Lena Schuster
Erschienen in: Diabetes-Journal, 2021; 70 (8) Seite 40-41
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moira postete ein Update vor 18 Stunden, 23 Minuten
Meine Tochter ist ein großer Fan der Buchreihe Woodwalkers. In einem Band kommt wohl ein Woodwalker mit Diabetes typ 1 vor. Fand ich cool. Es wird Blutzucker gemessen und ein Unterzucker behandelt.
(Wen es interessiert Band 2.3) -
moira postete ein Update vor 2 Wochen, 6 Tagen
Ich hatte am letzten Wochenende viel Spaß mit Bluetooth: meine Pumpe und mein Handy wollten sich 1Stunde lang nicht koppeln – bis mein Mann auf die Idee kam es könnte an den 3 Bluetooth Controllern liegen mit denen gerade im selben Raum gespielt wurde. Mit genug Abstand klappte alles wieder hervorragend. 🙄
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bloodychaos postete ein Update vor 4 Wochen
Hat noch jemand Probleme mit dem Dexcom G7? Nachdem ich letztes Jahr im Sommer über drei Monate massive Probleme mit dem G7 hatte bin ich zum G6 zurückgewechselt. Jetzt zum Jahreswechsel bzw. jetzt Ende Februar wollte ich dem G7 mal wieder eine Change geben. Ich war davon ausgegangen, dass die Produktionsprobleme inzwischen behoben sind. Aber spätestens am dritten Tag habe ich massive Abweichungen von 50 – 70 mg/dL. Setzstellenunabhängig. Meine aktuellen G7 wurden im Dezember 2025 produziert. Also sollten die bekannten Probleme längst behoben worden sein. Zuerst lief es die ersten Monate von 2025 mit dem G7 super, aber im Frühjahr 2025 fingen dann die Probleme an und seitdem läuft der G7 nicht mehr bei mir, obwohl alle sagen, dass die Probleme längst behoben seien und der Sensor so toll funktioniert. Ich habe echt Angst. Mir schlägt das sehr auf die Psyche. Zumal ich die TSlim nutze, die nur mit Dexcom kompatibel ist und selbst wenn ich zur Ypsopump wechsel ist da der Druck, dass es mit dem Libre3 funktionieren MUSS. Ich verstehe nicht, warum der G7 bei allen so super läuft, nur ich bin die Komische, bei der er nicht funktioniert.
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ole-t1 antwortete vor 3 Wochen, 4 Tagen
Kleine Ergänzung zum MeetUp von gestern.
Wenn ein “klassischer” Pumpenbetrieb ohne AID/Loop eine Option ist, dann tut sich eine breite Auswahl an CGM auf, die momentan auf dem deutschen Markt verfügbar sind:
Freestyle Libre 3 bzw. 3+
Dexcom G7
Dexcom G6 (noch)
Medtronic Guardian 4 (nur mit Medtronic-Pumpe)
Medtronic Simplera (nur mit Medtronic-Pumpe oder -Smartpen)
Eversense (implantiert für 1/2 Jahr, wird oft bei Pflasterallergien genutzt)
Accu-Chek Smartguide CGM
Medtrum Touchcare Nano CGMIch würde schätzen, dass die Reihenfolge ungefähr den Verbreitungsgrad widerspiegelt. Von Medtrum würde ich mir z.B. keinen grandiosen Kundenservice erhoffen. Aber wer weiß…?
Mag sein, dass ich etwas vergessen habe, aber die wichtigesten müssten dabei sein.
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