Diabetes und Zyklus: Hallo, es wird Zeit!

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Community-Beitrag
Diabetes und Zyklus: Hallo, es wird Zeit!

Zum Thema Diabetes und Zyklus gibt es nach wie vor zu wenige Informationen, Ressourcen und Tools, schreibt Tine in ihrer Kolumne. Sie fühlt sich damit allein gelassen – und muss sich von Behandlern dann auch noch Vorwürfe anhören, wenn wegen des Zyklus die Werte nicht so gut ausfallen.

Achtung, heute gibt es einen wütenden Text von mir. Sowohl hier im Heft als auch auf meinem Blog oder in der
Blood-­Sugar-Lounge
-Diabetescommunity habe ich schon viel zum Thema Diabetes und Zyklus geschrieben – und auch viele andere haben sich angeschlossen, da sie das Thema betrifft.

Kurz und knapp: Es ist chaotisch, und es gibt nach wie vor zu wenige Informationen, Ressourcen und Tools für Menschen mit Uterus und Diabetes, um hier die Wogen etwas zu glätten. Was wir bisher machen können (zusätzlich zum Diabetesmanagement und Alltag):

  1. den Zyklus genau aufzeichnen, zum Beispiel mit Apps oder im Kalender,
  2. Zyklusbeobachtungen und Blutzuckerverläufe gemeinsam beobachten und versuchen, Schlüsse zu ziehen, Muster zu finden,
  3. mit der Diabetologin darüber sprechen, die oft aber nicht viel Ahnung vom Thema hat,
  4. mit der Gynäkologin sprechen, die oft aber nicht viel Ahnung vom Diabetes hat,
  5. uns untereinander vernetzen, von unseren Erlebnissen berichten, vergleichen.

Wenig Unterstützung, aber Vorwürfe bei schlechten Werten

Am Ende all dieser Punkte sind wir aber doch wieder komplett auf uns allein gestellt. Zur Menopause geht es dann übrigens genau so weiter. Es gibt einfach keinen Knotenpunkt für Diabetes und Zyklus und ganz ehrlich? Es reicht. Ärztinnen beschweren sich, dass wir Menschen mit Diabetes zu oft zu viele Dinge in unserer Therapie selbst entscheiden – und doch gibt es Themen, bei denen sie uns einfach kaum unterstützen können.

Was bleibt uns? Den Zyklus abschalten? Ungefähr die Hälfte der Menschheit hat einen Uterus, das heißt, auch unter den Menschen mit Diabetes gibt es viele. Es ist also nicht so, als würden wir nicht existieren. Wir leben (alle unterschiedlich) mit Diabetes, jeden Tag. Wir leben (alle unterschiedlich) mit unserem Zyklus, jeden Tag. Und dazu kommen der Alltag und vielleicht weitere Krankheiten, die zusätzlichen Einfluss darauf haben.

Außerdem gibt es nach wie vor genug Ärzte und Diabetesberater da draußen (und ich schreibe hier jetzt bewusst im Maskulinum), die uns nicht glauben, uns als unfähig hinstellen und uns die Schuld dafür geben, wenn es mit den Werten dann nicht klappt.

Das Thema muss endlich ernst genommen werden!

Ich wünsche mir, dass dieses Thema endlich, endlich ernst genommen wird. Ich wünsche mir, dass wir im Jahr 2019 aufhören, Körper so zu behandeln, als müssten sie alle gleich und gleich gut funktionieren wie Maschinen, dass wir aufhören Patient_innen die Schuld dafür zu geben, wenn dem nicht so ist … und uns stattdessen endlich darauf konzentrieren, was wirklich gemacht werden kann, um Menschen bei dem Thema unter die Arme zu greifen.

Und sagt jetzt bitte nicht „Closed-Loop-System“ als ultimative Lösung. Denn wir können davon ausgehen, dass nicht jede_r Diabetespatient_in auf der ganzen Welt in naher Zukunft an ein solches System herankommt. Ich warte!

Eure Tine


Martina „Tine“ Trommer lebt seit Jahren in der Hauptstadt, bloggt seit ihrer Diabetesdiagnose 2013 unter www.icaneateverything.com sowie auf der
Blood Sugar Lounge
und schreibt regelmäßig an dieser Stelle über ihr Leben mit Diabetes in Berlin.

Erschienen in: Diabetes-Journal, 2019; 68 (7) Seite 42

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  • uho1 postete ein Update vor 1 Woche, 2 Tagen

    @calvin240
    Ich hätte eine Frage zum
    Bestellablauf und deinen Erfahrungen mit Medtrum. Könnte ich dich auch „privat“ anschreiben? Wenn du vielleicht meine Freundschaftsanfrage annimmst? Gruß Ute

  • 123novesia postete ein Update vor 1 Woche, 4 Tagen

    Bin neu hier. Typ2. Meine Werte verschlechtern sich obwohl ich nicht anders esse und mehr Bewegung eingebaut habe. Denke Stress ist hier das Hauptthema. Pflegebedürftige Mutter und Sohn steht im Stastsexsmen. Habe seit Jahren auch Depressionen und Panikattacken. Bin verzweifelt.

    • Liebe @123novesia, willkommen in unserer Community. Es tut mir sehr leid zu lesen, wie viel gerade auf deinen Schultern liegt. Die Sorge um deine Mutter, der Stress rund um das Staats­examen deines Sohnes und dazu Depressionen und Panikattacken. Dass dich das erschöpft und verzweifelt macht, ist sehr verständlich.
      Bitte mach dir keine Vorwürfe: Verschlechterte Werte bedeuten nicht automatisch, dass du etwas falsch machst. Stress und psychische Belastungen können den Blutzucker beeinflussen. Trotzdem wäre es wichtig, die Veränderungen zeitnah mit deiner Diabetespraxis oder deiner Hausärztin/deinem Hausarzt zu besprechen, damit auch andere Ursachen ausgeschlossen und die Behandlung gegebenenfalls angepasst werden kann.
      Du musst das alles nicht allein tragen. Vielleicht gibt es für deine Mutter Unterstützung durch Angehörige, einen Pflegestützpunkt oder einen ambulanten Dienst. Und auch für dich wäre jetzt Unterstützung wichtig – durch deine behandelnde Praxis oder eine psychotherapeutische/psychiatrische Anlaufstelle. Auch hier findest du vielleicht noch Halt und Unterstützung aus unserer Community. Alles Gute und pass auf dich auf. Liebe Grüße Lena

  • jseiffert postete ein Update vor 2 Wochen, 4 Tagen

    Hallo zusammen,
    heute findet unser nächstes Community-MeetUp via Teams statt.
    Alle Infos gibt es hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-september-26
    Wir freuen uns auf Euch! 🙂