- Aus der Community
Die Zuckerwerte weniger bewerten
2 Minuten
Gibt es „gute“ und „schlechte“ Blutzuckerwerte? Mit dieser Frage befasst sich Tine Trommer schon lange. In ihrer Kolumne legt sie dar, wieso man entspannter sein könnte, wenn man die Werte einfach nicht bewertet, sondern sie als Teil des Diabetes sieht und daran kontinuierlich arbeitet.
Lese ich von Menschen, die sich mit Gesundheitsthemen befassen und etwas zum Thema Diabetes sagen sollen, fällt mir meist ein Satz sehr schnell auf: “Ich habe Menschen mit Diabetes in meinem Bekannten- und Familienkreis, aber die sind alle sehr gut eingestellt!” ALLE SEHR GUT EINGESTELLT. Immer wieder. Keine Sorge, alle sind “sehr gut eingestellt”. Da flutscht es. Fast schon, als müsse sich jene Person rechtfertigen und dürfe ansonsten nichts zum Thema Diabetes sagen.
Aber was bedeutet es im Klartext, wenn wir sagen, dass wir oder andere Menschen mit Diabetes “sehr gut eingestellt” sind? Warum ist dies das Ziel der Diabetestherapie – und was bedeutet es? Sind wir weniger wert, wenn wir nicht “sehr gut eingestellt” sind oder es mal nicht so läuft?
Theorie und Praxis gehen oft auseinander
Mal ganz pauschal gesagt: Gut eingestellt ist man wohl, wenn man möglichst wenige hohe oder niedrige Blutzuckerwerte hat, möglichst wenige Schwankungen in den Werten. Wenn die Faktoren passen und die Basalrate stimmt. Das ist ein Ziel der Diabetestherapie, erfordert aber sehr viel Disziplin und Denkarbeit im Kopf – ein Teil des Lebens mit Diabetes. Dass dies im Alltag allerdings so nicht immer möglich ist, gerade wenn man einen Zyklus hat oder einen sehr abwechslungsreichen Alltag, vergessen wir oft.
Und wenn dann täglich Hypo- oder Hyperglykämien grüßen, demotiviert das schneller, als wir “Traubenzucker” sagen können. Ich halte meine Diabetestherapie im Grunde für gut funktionierend: Meine Basalrate passt, meine Faktoren stimmen. In der Theorie läuft alles. Eigentlich! Theorie und Praxis gehen aber oft auseinander.
Bei den einen flutscht es, andere müssen sich abmühen
Es gibt Tage, an denen bin ich viel zu Fuß unterwegs, arbeite und denke viel. An anderen Tagen sitze ich zu Hause und arbeite dort, an wieder anderen kommen meine Hormone dazu, je nach Zykluszeitpunkt verändert sich meine Insulinempfindlichkeit. Im Stress vergesse ich, zu essen, genügend zu trinken, auf Bewegung zu achten – und das Chaos ist da. Bin ich deswegen eine schlechte Diabetikerin?
Mit den Begriffen “gut” und “schlecht” befasse ich mich in Bezug auf den Diabetes schon lange und beobachte hierzu mein Verhalten und auch das meiner Freunde und Bekannten mit Diabetes. Hierbei zeigt sich, dass wir entspannter sein können, wenn wir und unsere Ärzte die Werte einfach nicht bewerten, sondern als Teil der Krankheit sehen und daran kontinuierlich arbeiten.
Es gibt auch Diabetiker, bei denen stört nichts. Die haben Glück, da flutscht es mit den Werten. Andere wiederum müssen viel daran arbeiten – und dafür ist leider nicht immer Zeit oder Energie da. Lasst uns von solchen Begrifflichkeiten endlich Abstand nehmen und weniger die Werte bewerten!
Eure Tine
Erschienen in: Diabetes-Journal, 2018; 67 (7) Seite 37
Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.
Ähnliche Beiträge
- Soziales und Recht
4 Minuten
- Eltern und Kind
2 Minuten
Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.
Geschichten, Gemeinschaft, Gesundheit: Der Diabetes-Anker ist das neue Angebot für alle Menschen mit Diabetes – live, gedruckt und digital. Der Diabetes-Anker und die Community sind immer da, wo du sie brauchst. Für alle Höhen und Tiefen.
über deinen Diabetes?
Die Antworten werden anonymisiert gesammelt und sind nicht mit dir oder deinem Profil verbunden. Achte darauf, dass deine Antwort auch keine Personenbezogenen Daten enthält.
-
moira postete ein Update vor 1 Tag, 4 Stunden
Meine Tochter ist ein großer Fan der Buchreihe Woodwalkers. In einem Band kommt wohl ein Woodwalker mit Diabetes typ 1 vor. Fand ich cool. Es wird Blutzucker gemessen und ein Unterzucker behandelt.
(Wen es interessiert Band 2.3) -
moira postete ein Update vor 3 Wochen
Ich hatte am letzten Wochenende viel Spaß mit Bluetooth: meine Pumpe und mein Handy wollten sich 1Stunde lang nicht koppeln – bis mein Mann auf die Idee kam es könnte an den 3 Bluetooth Controllern liegen mit denen gerade im selben Raum gespielt wurde. Mit genug Abstand klappte alles wieder hervorragend. 🙄
-
bloodychaos postete ein Update vor 4 Wochen
Hat noch jemand Probleme mit dem Dexcom G7? Nachdem ich letztes Jahr im Sommer über drei Monate massive Probleme mit dem G7 hatte bin ich zum G6 zurückgewechselt. Jetzt zum Jahreswechsel bzw. jetzt Ende Februar wollte ich dem G7 mal wieder eine Change geben. Ich war davon ausgegangen, dass die Produktionsprobleme inzwischen behoben sind. Aber spätestens am dritten Tag habe ich massive Abweichungen von 50 – 70 mg/dL. Setzstellenunabhängig. Meine aktuellen G7 wurden im Dezember 2025 produziert. Also sollten die bekannten Probleme längst behoben worden sein. Zuerst lief es die ersten Monate von 2025 mit dem G7 super, aber im Frühjahr 2025 fingen dann die Probleme an und seitdem läuft der G7 nicht mehr bei mir, obwohl alle sagen, dass die Probleme längst behoben seien und der Sensor so toll funktioniert. Ich habe echt Angst. Mir schlägt das sehr auf die Psyche. Zumal ich die TSlim nutze, die nur mit Dexcom kompatibel ist und selbst wenn ich zur Ypsopump wechsel ist da der Druck, dass es mit dem Libre3 funktionieren MUSS. Ich verstehe nicht, warum der G7 bei allen so super läuft, nur ich bin die Komische, bei der er nicht funktioniert.
-
ole-t1 antwortete vor 3 Wochen, 5 Tagen
Kleine Ergänzung zum MeetUp von gestern.
Wenn ein “klassischer” Pumpenbetrieb ohne AID/Loop eine Option ist, dann tut sich eine breite Auswahl an CGM auf, die momentan auf dem deutschen Markt verfügbar sind:
Freestyle Libre 3 bzw. 3+
Dexcom G7
Dexcom G6 (noch)
Medtronic Guardian 4 (nur mit Medtronic-Pumpe)
Medtronic Simplera (nur mit Medtronic-Pumpe oder -Smartpen)
Eversense (implantiert für 1/2 Jahr, wird oft bei Pflasterallergien genutzt)
Accu-Chek Smartguide CGM
Medtrum Touchcare Nano CGMIch würde schätzen, dass die Reihenfolge ungefähr den Verbreitungsgrad widerspiegelt. Von Medtrum würde ich mir z.B. keinen grandiosen Kundenservice erhoffen. Aber wer weiß…?
Mag sein, dass ich etwas vergessen habe, aber die wichtigesten müssten dabei sein.
-
