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Ein Tag Urlaub vom Diabetes?
2 Minuten

Erst vor kurzem wurde an anderer Stelle ein Text von mir zum Thema “Urlaub vom Diabetes” veröffentlicht – man könnte meinen, ich habe das Kapitel damit für mich beendet. Aber falsch gedacht: Seitdem spukt mir der Gedanke noch mehr im Kopf als zuvor.
Sich mal einen Tag oder eine Woche Urlaub vom Diabetes nehmen – wie großartig wäre das? Einfach mal gar nicht auf den Blutzucker achten, nicht ständig die Pens dabei haben oder die Pumpe verstauen müssen. Nicht bei jedem Essen einen Strang an Gedanken durchlaufen müssen. Leben, so wie das Menschen ohne Diabetes eben machen. Es klingt so verlockend:
Hier mal eine Kugel Eis, da mal zwei …
Ein Sommertag am Wochenende. Ich laufe durch das heiße Berlin und halte immer wieder an Eisdielen, um mich abzukühlen: hier mal eine Kugel, da mal zwei, gerne in der Waffel, oh ja! Dazwischen ein wenig auf dem Flohmarkt umschauen, vielleicht noch den einen oder anderen Snack dort genießen. Sich von nichts aus der Ruhe bringen lassen. Kein spontanes Zittern, kein spontaner Durst, kein spontanes Unwohlsein, kein Rechnen, kein Checken.
Danach noch schnell an einen der vielen Berliner Seen, etwas planschen bei dem Wetter! Am besten mit dem Fahrrad, und vom Fahrrad direkt ins kühle Nass! Ah, das tut gut! Eine Runde durch den See, vielleicht ein Bierchen mit den Freunden, aber auf jeden Fall eine Portion Pommes Schranke frisch von der Bude.
Ohne Messen, ohne Spritzen etc. würde es mir viel, viel schlechter gehen
Wenn ich ganz ehrlich mit euch sein darf: So oder so ähnlich sieht es am Wochenende bei mir oft eigentlich wirklich aus. Nur eben mit dem Diabetes dazwischen. Messen, stechen, Unterzuckerungen bearbeiten, korrigieren, spritzen, und viel, viel nachdenken. Ich mache im Großen und Ganzen genau die Dinge, die ich machen möchte. Nur eben immer mit dem Diabetes im Gepäck, weil wir eben nie Urlaub davon haben.
Und wenn es mir doch mal zu viel wird mit dem Mist und ich mir Urlaub vom Diabetes wünsche, erinnere ich mich daran, dass es mir ohne all diese Dinge viel, viel schlechter in meinem Alltag gehen würde; dass ich messen und nachdenken und spritzen MUSS, weil mir sonst übel wird und ich im Krankenhaus landen könnte.
Jeder Tag ist ein neuer Anfang!
In solchen Momenten fehlt oft die Motivation; ich hole mir diese von Familie, Partner und Freunden. Manchmal beziehe ich sie dann mit ein, schätze mit ihnen zusammen die Broteinheiten meines Essens, erzähle, warum es heute mal wieder nervt, oder gönne mir eine Extraportion leckeres Essen.
Wir verlernen über die Jahre, unsere Bedürfnisse zu erkennen und uns Gutes zu tun. Genau für solche Momente ist es aber besonders wichtig, auf uns zu hören. Gut zu uns zu sein. Fehler zu erlauben, durchzuatmen und neu zu starten. Jeder Tag ist ein neuer Anfang!
Eure Tine
Erschienen in: Diabetes-Journal, 2017; 66 (9) Seite 35
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thomas55 postete ein Update vor 3 Wochen, 4 Tagen
Hallo Philipa,
beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
Viel Erfolg
Thomasphilipa postete ein Update vor 3 Wochen, 5 Tagen
Hallo zusammen,
Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?lena-schmidt hat eine Umfrage erstellt vor 1 Monat, 1 Woche
Reminder: Das nächste Community-Meetup findet am 15. Juli statt!
Den Link und weitere Infos gibt es hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juli/Wer ist am Start?
Virtuelles Diabetes-Anker Community-MeetUp im Juli – Diabetes-Anker
Wir freuen uns auf das nächste Community-MeetUp am 15. Juli! 1x im Monat treffen wir uns und tauschen uns rund um das Thema Diabetes aus. Die ganze Community ist herzlich eingeladen. […]






Hallo philipa,
Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
Beste Grüße