- Aus der Community
Kolumne „Fernweh“: „Mora mora!“
2 Minuten

Madagaskar lehrt „Mora mora“: In ihrer Kolumne „Fernweh“ berichtet Susanne vom Besuch in Kinderheim und Schule, von herzlichen Begegnungen. Und davon, wie sie trotz CGM-Ausfällen, Diabetes-Frust und tropischer Hitze wieder Vertrauen in sich findet.
Es hat geklappt. Nachdem im vergangenen Herbst politische Unruhen vor Ort einen Strich durch meine Reise nach Madagaskar gemacht hatten, konnten eine Freundin und ich nun in das afrikanische Land reisen. Endlich konnten wir das Kinderheim und die Schule besuchen, die wir unterstützen.
An einem Tag haben wir dort rund 80 Kinder geschminkt – eine Interaktion, die auch ohne gemeinsame Sprache funktionierte: Aus den schüchternen Mädchen und Jungs, die vor uns Platz nahmen, wurden mutige Tiger, fröhliche Bienen, hübsche Füchse, traumhafte Elfen – und viele, viele gefährliche Spidermans. Was für ein Spaß! Geduldig warteten die Kinder dabei, bis sie an der Reihe waren. „Mora mora“ – „Immer mit der Ruhe“ – das ist ein gelebtes Lebensmotto in Madagaskar, das offenbar schon die Kleinsten verinnerlicht haben. Eine Einstellung, von der wir uns etwas abschneiden können.
Autorin Susanne Löw und ihre Kolumne Fernweh
Susanne Löw ist freie Journalistin und lebt in Hamburg. Die gebürtige Bayerin hat seit dem Jahr 2002 Typ-1-Diabetes und ist seitdem erst recht gern unterwegs. Über ihre weltweiten Erfahrungen mit „Zucker im Gepäck“ berichtet sie im Diabetes-Anker-Podcast.
In der Kolumne Fernweh schreibt sie in jeder Diabetes-Anker-Ausgabe über ihre Reise-Leidenschaft uns alles, was dazugehört.

„Mora mora“ half mir auch bei unserer anschließenden Reise durch den Norden des faszinierenden Landes, in dem Chamäleons, Lemuren und andere endemische Tierarten zu Hause sind: Bei den tropischen Temperaturen fiel ein CGM-Sensor nach dem anderen ab oder streikte. Bevor ich die letzten meiner mehr als doppelten Ersatz-Reserven einsetzte, versuchte ich krampfhaft, eine strapazierfähigere Lösung zu finden. Ich probierte Paket- und Gaffertape aus dem Hotelfundus eines sympathischen Familienbetriebs mit bereits defekten Sensoren aus, hielt Rücksprache mit Experten zu Hause, verwarf dann aber alles. Frust machte sich breit. Noch rund zwei weitere Wochen kein CGM, keine AID-Funktion der Insulinpumpe, voraussichtlich weniger ruhige Nächte – sollte die Reise so weitergehen?
Doch dann entschied ich mich gegen Frust und für „Mora mora“: Eineinhalb Tage verbrachte ich ohne Sensor, zumal in dieser Zeit ohnehin ein Schnorchel-Ausflug mit viel Wasserkontakt anstand. Das Ergebnis: Ja, die Werte waren nicht mehr so perfekt. Ja, das blutige Messen war ungewohnt und auch ein wenig lästig. Aber am Ende stand die Erkenntnis: Es würde notfalls auch ohne CGM gehen. Mittlerweile waren wir in etwas weniger tropischen Gefilden angekommen und ich setzte nach der bewussten Pause und mit der Gewissheit, auch ohne zurechtzukommen, den letzten Sensor … Und siehe da: Er hielt bis zum letzten Tag der Laufzeit durch!
„Mora mora“, das behalte ich somit gern dauerhaft im Herzen – genau wie das gesamte Land Madagaskar mit seinen so herzlichen Menschen, die trotz Armut so sehr strahlen und lachen. Auch Demut ist also ein weiteres Mal im Rückreisegepäck.
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thomas55 postete ein Update vor 1 Woche
Hallo Philipa,
beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
Viel Erfolg
Thomasphilipa postete ein Update vor 1 Woche
Hallo zusammen,
Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?- ole-t1 antwortete vor 5 Tagen, 20 Stunden
Hallo philipa,
Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
Beste Grüße
lena-schmidt hat eine Umfrage erstellt vor 3 Wochen, 1 Tag
Reminder: Das nächste Community-Meetup findet am 15. Juli statt!
Den Link und weitere Infos gibt es hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juli/Wer ist am Start?
Virtuelles Diabetes-Anker Community-MeetUp im Juli – Diabetes-Anker
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