Mein Körper, meine Regeln

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Mein Körper, meine Regeln

Fremde Menschen einfach so angrapschen? Das geht gar nicht! Manche Zeitgenossen meinen jedoch, dass man Diabetesutensilien am Körper anderer ungefragt erkunden könnte. Genau das hat Tine so erlebt – und ist immer noch wütend ob dieser Dreistigkeit.

Als Mensch mit Diabetes in unseren Breitengraden ist es heutzutage weit verbreitet, bestimmte technische Geräte am Körper zu tragen, die uns den Alltag maßgeblich erleichtern: Da klebt was am Arm oder Bauch, da piept, vibriert oder blinkt es schon mal. Hier und da guckt ein Schlauch raus.

Wenn man das als außenstehende Person nicht gewohnt ist und diese Geräte am Körper von Leuten erblickt – gerade auch im Sommer, wo kurze Ärmel und Shorts nichts Besonderes sind –, kann man schon mal verwirrt sein und sich fragen, was das eigentlich genau sein soll … Verständlich! Die Frage ist: Wie gehen Personen dann mit der Situation und ihren Gedanken um? Sprechen sie die entsprechende Person mit Gerät an – und es entsteht vielleicht eine nette Unterhaltung (wenn Energie und Zeit vorhanden sind)?

In den letzten Wochen haben mir gleich zwei Freundinnen mit Diabetes unabhängig voneinander ähnliche Geschichten erzählt, die mich mit offenem Mund und Unverständnis zurückließen. Beide befanden sich in Alltagssituationen, und beide Male haben Außenstehende klar eine Grenze überschritten: Aus dem Nichts und ohne Fragen wurden die CGM-Sensoren meiner Freundinnen, die bei beiden am Arm klebten, von Wildfremden und ohne überhaupt zu fragen angegrapscht.

Beide Male haben meine Freundinnen daraufhin deutlich gemacht, dass das absolut nicht in Ordnung war. Beide Male wurden sie als hysterisch und übertreibend bezeichnet – von den Menschen, die sie gerade ohne Erlaubnis angefasst hatten. Letztens kam ich tatsächlich in eine ähnliche Situation in der U-Bahn und war, obwohl ich von den Geschichten meiner Freundinnen wusste, so schockiert, dass ich einfach nur den U-Bahn-Wagen verlassen musste.

Ich bin wütend, weil Menschen denken, dass sie einfach ohne Erlaubnis andere Menschen anfassen können. Warum denken sie das? Der Sensor klebt an meinem Arm. Der Arm ist ein Teil von mir. Somit ist der Sensor ein Teil von mir. Und ich entscheide, wer meinen Körper anfassen darf! Packt jemand ungefragt den Sensor an, reißt und zieht vielleicht sogar noch dran, ohne überhaupt vorher einen Satz mit mir darüber ausgetauscht zu haben, ist das eine klare Grenzüberschreitung.

Das hat nichts zu tun damit, neugierig interessiert zu sein. Wenn Euer Kind mit Diabetes, Eure Freundin, Euer Partner zu Euch kommt und Euch eine ähnliche Geschichte erzählt, hört ihnen bitte zu und nehmt sie ernst: Niemand sollte ohne Zustimmung angefasst werden – auch nicht, um die Neugier fremder Menschen zu befriedigen.

Ist Euch sowas auch schon passiert? Wenn ja, wie habt Ihr reagiert? Und wie hat das Gegenüber auf Eure Reaktion reagiert?

Eure Tine


Martina „Tine“ Trommer lebt seit Jahren in der Hauptstadt, bloggt seit ihrer Diabetesdiagnose 2013 unter www.icaneateverything.com sowie auf der
Blood Sugar Lounge
und schreibt regelmäßig an dieser Stelle über ihr Leben mit Diabetes in Berlin.

Erschienen in: Diabetes-Journal, 2019; 68 (9) Seite 46

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  • 123novesia postete ein Update vor 1 Tag, 4 Stunden

    Bin neu hier. Typ2. Meine Werte verschlechtern sich obwohl ich nicht anders esse und mehr Bewegung eingebaut habe. Denke Stress ist hier das Hauptthema. Pflegebedürftige Mutter und Sohn steht im Stastsexsmen. Habe seit Jahren auch Depressionen und Panikattacken. Bin verzweifelt.

    • Liebe @123novesia, willkommen in unserer Community. Es tut mir sehr leid zu lesen, wie viel gerade auf deinen Schultern liegt. Die Sorge um deine Mutter, der Stress rund um das Staats­examen deines Sohnes und dazu Depressionen und Panikattacken. Dass dich das erschöpft und verzweifelt macht, ist sehr verständlich.
      Bitte mach dir keine Vorwürfe: Verschlechterte Werte bedeuten nicht automatisch, dass du etwas falsch machst. Stress und psychische Belastungen können den Blutzucker beeinflussen. Trotzdem wäre es wichtig, die Veränderungen zeitnah mit deiner Diabetespraxis oder deiner Hausärztin/deinem Hausarzt zu besprechen, damit auch andere Ursachen ausgeschlossen und die Behandlung gegebenenfalls angepasst werden kann.
      Du musst das alles nicht allein tragen. Vielleicht gibt es für deine Mutter Unterstützung durch Angehörige, einen Pflegestützpunkt oder einen ambulanten Dienst. Und auch für dich wäre jetzt Unterstützung wichtig – durch deine behandelnde Praxis oder eine psychotherapeutische/psychiatrische Anlaufstelle. Auch hier findest du vielleicht noch Halt und Unterstützung aus unserer Community. Alles Gute und pass auf dich auf. Liebe Grüße Lena

  • jseiffert postete ein Update vor 1 Woche, 1 Tag

    Hallo zusammen,
    heute findet unser nächstes Community-MeetUp via Teams statt.
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    Wir freuen uns auf Euch! 🙂

  • Am Mittwoch um 19 Uhr findet das nächste Community-MeetUp via Teams statt. Alle sind herzlich eingeladen! Alle Infos findet ihr hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-august-2026/