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Trau dich!
2 Minuten

Eigentlich spricht Tine nicht so gerne unbekannte Menschen in der Öffentlichkeit auf deren sichtbare Diabetesutensilien an. Bei einer Visite in Hamburg hatte sich eine Situation ergeben, bei der sie sich dann doch traute…
Letztens in Hamburg: Ich war am frühen Abend in der Schanze unterwegs und mein Hunger meldete sich. Die Außensitze der Restaurants um das Schulterblatt herum waren schon gut gefüllt. Kein Wunder, denn die Sonne schien noch, es war ganz mild. Ich entschied mich, zu meinem Lieblings-Kumpirladen um die Ecke zu gehen.
Kumpir ist ein Gericht der türkischen Fast-Food-Küche. Es besteht aus großen, im Ofen gekochten Kartoffeln, deren weiches Inneres nach dem Garen mit einer Gabel gelockert, mit Butter und geriebenem Käse vermengt und nach Belieben belegt wird – echt lecker! Ich war also auf dem Weg zu besagtem Kumpir-Laden, als Folgendes passierte:
Wohlbekannte Wortfetzen
In einer Seitenstraße kurz vor dem Restaurant bremste ich meinen eher schnellen Gang etwas ab, weil vor mir ein Pärchen Arm in Arm etwas langsamer spazierte. Unfreiwillig bekam ich ein paar Wortfetzen ihrer Unterhaltung mit, vermutlich, weil die Wörter mir sehr bekannt vorkamen: Blutzucker messen, automatische Warnung, Sensor.
Es machte klick bei mir; erst ein paar Tage zuvor hatte ich bei meiner Diabetesberaterin selbst endlich meine neuen Sensoren abgeholt (ich trage jetzt also auch die neuste Generation, nachdem der Wechsel aus diversen Gründen ganz einfach und schnell ging …).
Bloß nicht aufdringlich werden
Zurück zu der Situation in der Schanze: Normalerweise kann ich mich kaum überwinden, unbekannte Menschen auf der Straße auf ihre Sensoren oder Ähnliches anzusprechen, obwohl ich es manchmal gern würde. Ich will andere aber auf keinen Fall stören, mich nicht aufdrängen, nicht eventuelle Grenzen überschreiten – und schon gar nicht eigentlich zugeben, dass ich gerade unfreiwillig etwas von ihrer Unterhaltung mitbekommen habe.
Aber irgendwie passte es in dieser Situation für mich, und mein Gefühl sollte sich gleich bestätigen: Ich zog an dem Pärchen vorbei und hielt ihnen grinsend meinen freien Oberarm vor die Nase, an dem mein Sensor klebte: „Meint ihr den hier?“, fragte ich. Wir blieben stehen, die beiden trauten ihren Augen nicht. „Ja! Genau! Das ist er!“, sagte sie, „meine Arbeitskollegin trägt den nämlich auch, und sie ist sehr zufrieden damit.“
Sich öfter mal trauen…
Er schaute neugierig. Ich fragte, wer von den beiden denn auch Diabetes hätte: „Keiner von uns, mein Vater!“, sagte sie. Ich nickte verständnisvoll und berichtete kurz von meinen Erlebnissen mit dem Sensor. Sie bedankten sich und wünschten mir alles Gute.
Ich verabschiedete mich und ging weiter Richtung Kumpir. Die beiden sind hoffentlich nach Hause gegangen und haben ihrem Vater erzählt, dass er das mit dem CGM-System ruhig mal ausprobieren kann, wenn er es spannend findet. Und ich sollte mich öfter mal so was trauen, dachte ich, als ich meinen Kumpir genoss.
Eure Tine
Blood Sugar Lounge
und schreibt regelmäßig an dieser Stelle über ihr Leben mit Diabetes in Berlin.
Erschienen in: Diabetes-Journal, 2019; 68 (8) Seite 45
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thomas55 postete ein Update vor 3 Tagen, 10 Stunden
Hallo Philipa,
beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
Viel Erfolg
Thomasphilipa postete ein Update vor 4 Tagen, 3 Stunden
Hallo zusammen,
Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?lena-schmidt hat eine Umfrage erstellt vor 2 Wochen, 4 Tagen
Reminder: Das nächste Community-Meetup findet am 15. Juli statt!
Den Link und weitere Infos gibt es hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juli/Wer ist am Start?
Virtuelles Diabetes-Anker Community-MeetUp im Juli – Diabetes-Anker
Wir freuen uns auf das nächste Community-MeetUp am 15. Juli! 1x im Monat treffen wir uns und tauschen uns rund um das Thema Diabetes aus. Die ganze Community ist herzlich eingeladen. […]







Hallo philipa,
Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
Beste Grüße