Aus dem Leben mit einem Diabetiker-Warnhund – #6 Rote Karte – vom Platzverweis zur persönlichen Einladung

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Aus dem Leben mit einem Diabetiker-Warnhund – #6 Rote Karte – vom Platzverweis zur persönlichen Einladung

Nachdem wir den Winter gut überstanden hatten, rückte der langersehnte Frühling in greifbare Nähe.

Als frischgebackene Weltmeisterin hatte ich auch einige Einladungen zu verschiedenen Diabetesveranstaltungen, um dort Vorträge zu halten, Interviews zu geben…

Für mich war klar, dass Candy mich bei diesen Auftritten begleiten würde. Nicht zuletzt, damit sie dem Publikum z.B. die Anzeige einer Hypoglykämie oder Übungen aus unserem Training demonstrieren kann.

Diabetes-Messe Münster 2012

Im März fand die Diabetes-Messe in Münster statt. Dort waren zum einen das Diabetiker-Zentrum aus Lüdenscheid, zum anderen auch DiabDogs mit einem Stand vertreten.

Diese wollte ich auf jeden Fall besuchen – hatte aber im Hinterkopf so meine Bedenken…

Candy war sehr neugierig, aufgeweckt, kontaktfreudig sämtlichen Menschen ihrer Umgebung gegenüber und das Kommando „Platz“ hatte in der praktischen Umsetzung zu dieser Zeit noch immer den Status „Plaaaaatzzz – und weg!!“ 😉

Erfreut war ich darüber, dass Candy keine Menschen zur Begrüßung angesprungen hat, nicht gebellt hat und mit ihrer Größe auch immer gut für mich zu händeln war – wenn sie dann doch mal in eine andere Richtung oder mit erhöhter Geschwindigkeit in eine andere Richtung wollte als ich.

Nach Absprache mit meinen Ausbildern von Candy war ich dann etwas entspannter und besuchte die erste Diabetesveranstaltung mit Candy gemeinsam.

Mein Plan war es, zügig mit ihr an die beiden o.g. Stände durchzustarten und dort dann zur Ruhe zu kommen. Utopischer Plan!!!!

Candy machte ihrem Namen alle Ehre… „Ach Gott, ist der süüüüüß!“ – „Hat der auch Zucker?“ – „Der hat Hunger!! Der ist ja viel zu dünn!“ – „Komm’ mal hier“ und „Komm’ mal da“… HILFE!!!!

Durchkämpfen durch die Besucher

Dann war irgendwann meine „Rettungsinsel“ in Sicht! Der Stand von DiabDogs mit unseren Ausbildern und ihren bereits ausgebildeten Hunden Tarka und Hailey.

Was soll ich sagen – der Stand war voller Besucher. Direkt gegenüber vom Stand war ein Vortragsraum in einer Art Glaskugel. Bei jedem neuen Vortrag entsprechend viel Trubel im Ein- und Ausgangsbereich…

Mein Hund kann bellen!!!

Von der Realität schnell eingeholt, war ich also bemüht, Candy irgendwie zu beschäftigen und ihre Aufmerksamkeit auf mich zu richten. Die erste halbe Stunde funktionierte das auch relativ gut. Multitasking ist sonst kein Problem für mich – aber Candy und Besucherfragen und -reaktionen gleichzeitig war dann doch zu viel für Frauchen.

Und dann machte Candy etwas, was sie zuvor noch nie getan hatte! Sie bellte. Und bellte – und bellte.

„Oh – du Armer!!“ – „Hast Du Hunger!“ – „Ja, komm’ mal her zu mir!“… Volle Aufmerksamkeit der uns umgebenden Besucher – für die Hundeerziehung genau das Gegenteil von dem, wie man sich verhalten sollte. Für Candy ein voller Erfolg – Bestätigung durch Aufmerksamkeit, wenn ich belle!! Super – also kräftig weiterbellen!

Wir ernteten nach wenigen Minuten die ersten bösen Blicke der Dame, die am Ein- und Ausgangsbereich der „Vortragskugel“ vom Veranstalter positioniert war.

Platzverweis

Zu meiner Begeisterung drehten ein paar Leute einer anderen Hundeschule jetzt ihre Runden an uns vorbei mit ihren ebenfalls ausgebildeten Hunden. Alle brav bei Fuß und freundlichen Blick auf uns gerichtet. Candy hat sich leider nicht von der Gelassenheit ihrer Kumpels anstecken lassen – im Gegenteil…

Kurz darauf wurde ich gebeten, den Raum mit meinem Hund zu verlassen.

Ich war zwar schon dabei, mich für einen Spaziergang nach draußen zu verabschieden – jetzt war allerdings ausgeschlossen, dass ich mit Candy gemeinsam wieder zurückkommen würde.

Beim Spazierengehen hat sich Candy sofort wieder beruhigt und wir haben das Messegelände erkundet.

Ich hab mich dann entschieden, Candy ins Auto zu bringen. Das kannte sie und konnte schon ohne Probleme alleine bleiben im Auto.

So konnte ich zumindest nochmal zurück und ein paar Gespräche führen. Gesagt – getan.

Grüne Wolken in meinem Auto

Als ich nach einer guten Stunde zurückkam zu meinem Auto, hab ich mich angeschlichen, weil ich einen Blick auf Candy werfen wollte, bevor sie mich sehen konnte.

Sie lag also brav auf der Rückbank. Umgeben von grünen Watte-Wolken! Die ganze Rückbank – voll!!! Oh NEIN!! Ich konnte in dem Moment nicht erkennen, was ihr zum Opfer gefallen war, und meine Befürchtung waren meine Autositze!!!

Zum Glück war es mal wieder „nur“ das Hundekissen, das mal wieder ausgeweidet wurde.

Es gab also noch so einiges zu tun, was das Hundetraining anging… Das hatte ich gelernt an diesem Tag. Candy hatte gelernt, dass, wenn sie laut bellt und Theater macht, sie ganz viel Aufmerksamkeit bekommt!!

Diabetes-Messe Münster 2015

Inzwischen ist Candy routiniert bei Veranstaltungen und meistert das super. Wir waren auch als Besucher die folgenden 2 Jahre in Münster – ohne rote Karte…

Jetzt freut es mich umso mehr, dass ich als Referentin eingeladen wurde, zwei Vorträge zu halten‚ und natürlich meinen Hund mitbringen sollte!

 

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  • thomas55 postete ein Update vor 3 Wochen, 4 Tagen

    Hallo Philipa,
    beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
    Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
    Viel Erfolg
    Thomas

  • philipa postete ein Update vor 3 Wochen, 5 Tagen

    Hallo zusammen,
    Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?

    • Hallo philipa,
      Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
      Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
      Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
      Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
      Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
      Beste Grüße

  • lena-schmidt hat eine Umfrage erstellt vor 1 Monat, 1 Woche

    Reminder: Das nächste Community-Meetup findet am 15. Juli statt!
    Den Link und weitere Infos gibt es hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juli/

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