- Behandlung
Corona-Angst und die fatalen Folgen
2 Minuten
Dicker geworden, kaum Bewegung, hohe Werte – viele Menschen mit Diabetes hat das Dauerthema „Corona“ in eine persönliche Krise gebracht. Häufig sitzt bei ihnen auch die Angst vor einer Ansteckung tief. Mancher Patient ist so verunsichert, dass er sich derzeit nicht (mehr) in ärztliche Behandlung traut und dringend notwendige Behandlungen, etwa zur Diabeteseinstellung, platzen lässt – fatal bei frisch diagnostiziertem Typ-1- oder Typ-2-Diabetes, stark schwankenden Werten und/oder einem diabetischen Fuß!
Kontrolltermin beim Augenarzt oder Herzspezialisten? Abgesagt. Besuch beim Diabetologen? Verschoben. Fußinspektion heute? Nicht wahrgenommen. Viele Patientinnen und Patienten scheuen sich seit Beginn der Corona-Pandemie davor, zum Arzt zu gehen. Selbst bei schweren Befunden bleiben sie weg. Dass sie dann vielleicht viel zu spät in ärztliche Behandlung kommen, kann böse Folgen haben:
„Ich selbst habe einen Patienten mitbetreut, der 3 Monate mit Geschwüren (Ulcera) an den Füßen nicht zum Arzt ging“, sagt Prof. Dr. Andreas Fritsche von der Uniklinik Tübingen. „Beide Beine waren dann nicht mehr zu retten und mussten amputiert werden.“ Ein Einzelfall? Kaum. Von seinen Kolleginnen und Kollegen höre er „allenthalben“, dass weniger Diabetespatientinnen und -patienten als sonst die vereinbarten Untersuchungstermine einhalten.
Schwerste Stoffwechselentgleisungen – jetzt häufiger!
„Auch im Diabeteszentrum Bad Lauterberg spüren wir die Angst der Patienten vor Ansteckung mit COVID-19 – es kommen deutlich weniger zur stationären Behandlung“, berichtet Dr. Thomas Werner, erster Vorsitzender des Bundesverbandes Klinischer Diabetes-Einrichtungen (BVKD). Verlegungen aus anderen Krankenhäusern nach schwersten Stoffwechselentgleisungen wie Ketoazidosen kämen jetzt häufiger vor. Auffällig seien auch viele Neumanifestationen des Typ-1-Diabetes.
„Bei den Fußpatienten sind durch verzögerte Einweisungen oft schon Fußknochen aufgrund einer begleitenden Infektion zerstört. Das macht eine konservative Therapie schwierig bis unmöglich“, warnt er. Unterschenkelamputationen ließen sich in seinem Haus bisher größtenteils vermeiden. Dennoch berichteten ihm Diabetologen aus ganz Deutschland von weitaus schwereren Fällen, denen die Amputation drohe.
Wo bleiben Zahlen und Fakten? „Das macht mich wütend!“
Die Auswirkungen von SARS-CoV-2 werde man aber erst in 1 bis 2 Jahren statistisch aufbereiten können – wenn das Robert Koch-Institut und seine Diabetes-Surveillance-Arbeitsgruppe die jährlichen Diabeteszahlen veröffentlicht. Fritsche dazu: „Für Patienten und Ärzte ist das dann zu spät, nützt im Nachhinein wenig und macht mich wütend: Im Bereich COVID-19 bekommen wir ja täglich Zahlen geliefert.“
Thomas Werner hält sich bis auf Weiteres strikt an die Vorgaben zum Infektionsschutz: Jeder Zugangspatient des Diabeteszentrums Bad Lauterberg wird zunächst isoliert. Erst bei negativem COVID-19-Abstrich geht die Behandlung los. Allein diese Maßnahme dürfte „das Infektionsrisiko schon minimieren“, betont er. Das Krankenhauspersonal trägt zudem konsequent FFP2-Masken und reduziert den Kontakt auf das Minimum.
Ein ähnliches Bild zeichnet Prof. Dr. Thomas Haak, Chefarzt der Diabetes-Klinik Bad Mergentheim und sagt: „Eigentlich sollte kein Diabetespatient die stationäre Krankenhausbehandlung verschieben.“ Die Einweisung erfolge, weil die ambulanten Behandlungsoptionen ausgeschöpft seien. „Damit besteht eine Indikation für eine möglichst zeitnahe Behandlung im Fachkrankenhaus“, so Haak.
Laut Werner gebe es bei allem „zwar immer ein Restrisiko – aber was sind denn die Folgen einer verzögerten Behandlung? Will man seinen Fuß verlieren oder an einem Herzinfarkt versterben?“ Natürlich nicht. Das zumindest dürfte zu 100 Prozent sicher sein …
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Erschienen in: Diabetes-Journal, 2021; 70 (3) Seite 50-51
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stephanie-haack postete ein Update vor 2 Tagen, 18 Stunden
Jetzt schon vormerken: Das nächste virtuelle Community-MeetUp findet am 10. Juni statt. Wir freuen uns drauf! 🙂
Alle Infos hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juni2026/
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tako111 postete ein Update vor 2 Tagen, 20 Stunden
Ich habe Ihr Heft 1-2/2026 leider erst jetzt in die Hände bekommen und war über den Bericht auf Seite 14 „Spritzen, aber kein Insulin“ schon verwundert. Zwar nennen Sie einige mögliche Nebenwirkungen der einzelnen Substanzen, jedoch fehlt ein Hinweis auf eine besonders schwerwiegende Komplikation: die Gefahr einer Schädigung des Sehnervs beziehungsweise anderer Augenstrukturen. Nach meinem Kenntnisstand kann diese Nebenwirkung unter Umständen nicht mehr reversibel sein.
Ich würde mir wünschen, dass Sie bei künftigen Berichten auch auf solche Risiken eingehen und diese entsprechend berücksichtigen. Auffällig ist zudem, dass in Ihrem Heft häufig über Menschen mit Diabetes Typ 1 berichtet wird, während der Diabetes Typ 2 deutlich weniger Beachtung findet. Darüber hinaus entsteht der Eindruck, dass die entsprechenden Spritzenmedikamente bei Typ-2-Diabetes oftmals in einem überwiegend positiven Licht dargestellt werden, ja geradezu für den Typ 2 gegenüber beispielsweise Metformin, präferiert werden.
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katrin-kraatz antwortete vor 2 Tagen, 18 Stunden
Für die Augenproblematik konnte bisher keine Kausalität gezeigt werden. Hier sind weitere Studien zu erwarten, deren Ergebnisse abzuwarten sind. Außerdem ist es ein sehr seltenes Ereignis. Details sind zum Beispiel zu finden im Deutschen Ärzteblatt unter https://www.aerzteblatt.de/themen/augenheilkunde/therapie-mit-glp-1-rezeptor-agonisten-okulaere-komplikationen-sind-selten-aber-visusbedrohend-e345aa92-a4f7-4f40-8146-b2967b577504.
Wir bemühen uns, mit unseren Beiträgen ausgewogen über die Ausgaben des Diabetes-Ankers hinweg alle Menschen mit Diabetes zu informieren – mal mehr über den einen, mal mehr über den anderen Typ und auch weitere Diabetestypen. Medikamente finden ebenfalls über die Ausgaben hinweg ausgewogen ihren Raum im Heft.
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moira postete ein Update vor 1 Woche, 6 Tagen
Hallo! Ich fahre in den Ferien nach Paris und möchte gerne auf den Eiffelturm steigen. Mein Mann macht sich deshalb große Sorgen, weil die Treppe schon sehr lang ist.
War jemand schon mal dort und hat den einen oder anderen Tipp?

