- Behandlung
Die Stunde der Detektive
3 Minuten
Welche Testosteronwerte sind normal – und welche sind behandlungsbedürftig? Unser Autor nennt auch die Symptome und Beschwerden, die in verschiedenen Stadien des Mangels häufig auftreten.
Beim erwachsenen Mann gelten Gesamttestosteronwerte im Blut in der ersten Tageshälfte zwischen 12 und 40 nmol/l als normal. Ein Gesamttestosteronwert zwischen 8 und 12 nmol/l bedarf einer weiterführenden Untersuchung. Jungen vor der Pubertät haben Gesamttestosteronwerte von unter 4 nmol/l.
Zwischen der Gesamttestosteronkonzentration im Blut und dem Auftreten einzelner Symptome des Testosteronmangels besteht ein guter Zusammenhang (s. Abb. 1). Gesamttestosteronwerte zwischen 12 und 15 nmol/l gelten als Grauzone, zumal auch die Beschwerden wie Libidoverlust und Rückgang der Antriebskraft unter anderem durch psychische Faktoren stark mitbestimmt werden können.
Durch die gemeinsame Betrachtung der Botenstoffe der Hirnanhangdrüse (Gonadotropine) und dem Gesamttestosteronwert gelingt es, den Testosteronmangel in drei Gruppen einzuteilen:
Patienten mit einem niedrigen Gesamttestosteronwert, einem niedrigen freien Androgen-Index und sehr hohen Werten für die Gonadotropine:
Mediziner sprechen in dem Zusammenhang von einem hypergonadotropen Hypogonadismus. Eine sehr häufige Ursache dieses Testosteronmangels ist das Klinefelter-Syndrom, das in Deutschland bei jedem 500. Mann nachweisbar ist. Bei diesen Patienten liegt ein X-Chromosom zu viel (XXY) vor. Anders ausgedrückt: Zu den normalerweise bei Männern vorliegenden Chromosomen, also den Trägern der Erbmerkmale, kommt ein weiteres X-Chromosom hinzu.
Die Patienten fallen neben dem Testosteronmangel auf durch kleine Hoden, Zeugungsunfähigkeit wegen zu niedriger oder fehlender Spermienzahl, spärlichen Bartwuchs, ein Wachstum des Brustdrüsenkörpers, eine Anämie und Lernschwierigkeiten (um nur einige Symptome und Beschwerden zu nennen). Haben Sie bemerkt, welchen Patienten mit Testosteronmangel wir damit beschrieben haben? Genau, den Briefträger. Die Chromosomenanalyse zeigte bei ihm XXY, statt XY.
Patienten mit einem niedrigen Gesamttestosteron, einem niedrigen freien Androgen-Index und sehr niedrigen Werten für die Gonadotropine:
Für diese Patienten gilt der Begriff hypogonadotroper Hypogonadismus. In der Gruppe tauchen alle Patienten auf, bei denen eine Störung der Produktion der Botenstoffe der Hirnanhangdrüse vorliegt. Ein Ausfall oder Rückgang der Gonadotropine tritt immer auf, wenn die Hypophyse wegen eines Tumors entfernt wurde oder ein unentdeckter Tumor der Hypophyse die Zellen zerstört hat, die für die Produktion der Gonadotropine verantwortlich sind.
Im ersten Schwerpunkt-Beitrag haben wir darauf hingewiesen, dass ein hypogonadotroper Hypogonadismus sich auch durch eine Erhöhung des Stillhormons oder durch die Einnahme von Anabolika entwickeln kann; es ist weitgehend unbekannt, dass ein chronischer Schmerzmittelkonsum (vor allem Opioide) nahezu immer zu der Erkrankung führt – mit Abfall der Testosteron- und Gonadotropinspiegel. Die Ausprägung ist abhängig von der verwendeten Dosis, aber nicht von der Applikationsart.
Opioide beeinflussen auch die Sekretion des Botenstoffes für die Nebenniere, das ACTH. Die negative biologische Rückkopplung zwischen der Hirnanhangdrüse und der Nebenniere ist verändert: Abfallende Serumkortisolwerte führen nicht mehr zu einer ausreichenden Ausschüttung von ACTH. Die Kortisolproduktion in der Nebenniere läuft buchstäblich im Leerlauf – bei Stress, Operationen oder einem Unfall wird ihre Produktion wegen des nicht erhöhten ACTH-Signals nicht gesteigert, sondern verharrt im Basismodus. Die Folge davon kann eine lebensbedrohliche Nebenniereninsuffizienz sein.
Ahnen Sie, an welchen Patienten wir jetzt denken? Genau, den Sportlehrer. Aber er nahm doch keine Schmerzmittel ein, werden Sie jetzt einwenden. Stimmt. Aber jetzt kam die Stunde der Detektive: Beim zweiten ambulanten Termin fragten wir gezielt nach der chronischen Einnahme von Schmerzmitteln, speziell Opioiden. Jetzt berichtete er, dass er seit seinem Motorradunfall chronisch Schmerzmittel, auch Opioide einnehme. Er habe uns dies verschwiegen, weil er nicht wollte, dass sein Arbeitgeber es erfahre; auch habe er keinen Zusammenhang mit seinen aktuellen Beschwerden und der Einnahme dieser Medikamente gesehen.
Patienten mit einem niedrigen Gesamttestosteron, einem normalen (im unteren Normbereich liegenden) freien Androgen-Index und normalen (im unteren Normbereich liegenden) Gonadotropinen.
In dieser Gruppe, für die der Begriff normogonadotroper Hypogonadismus gilt, finden sich alle Patienten, bei denen niedrige Konzentrationen für das Bindungsprotein des Testosterons (SHBG) vorliegen. Die größte Gruppe mit einem normogonadotropen Hypogonadismus sind die adipösen Männer. Und jetzt verstehen Sie auch, warum jeder dritte männliche Typ-2-Diabetiker einen Testosteronmangel aufweist. Zu einem Abfall des SHBG kann es auch unter Einnahme von Kortikosteroiden (wie Kortison) und im Rahmen einer Unterfunktion der Schilddrüse kommen.
Bei dieser Form des Hypogonadismus finden wir aber auch viele Männer, bei denen eine chronische Erkrankung auftritt oder seit längerem besteht. Bei diesen Männern steht nicht der Abfall der SHBG-Konzentration im Vordergrund, sondern die negative biologische Rückkopplung zwischen Hirnanhangdrüse und Hoden reduziert gemeinsam ihre Aktivität. Bei dieser sehr heterogenen Gruppe von Männern finden sich Patienten mit akuten/chronischen Erkrankungen oder auch nach größeren operativen Eingriffen.
Gleichfalls kann dauerhafter psychischer Stress bei Männern zu dieser Form des Hypogonadismus führen. Die größte Gruppe sind jedoch die vielen Männer im fortgeschrittenen Alter; bei ihnen besteht aber auch ein fließender Übergang in den oben erläuterten hypogonadotropen Hypogonadismus.
Wir denken, dass es für Sie leicht war, den Patienten mit dem Beruf des Metzgers dieser Form des Testosteronmangels zuzuordnen. Durch seine Adipositas war sein SHBG erniedrigt – und sein Diabetes mellitus und der berufliche Stress hatten aufgrund des oben Gesagten seinen Hypogonadismus verstärkt.
- Testosteron: Antworten
- Drei Fälle von Testosteronmangel
- Testosteronmangel: Die Stunde der Detektive
- Die Behandlung: immer individuell
Von Prof. Dr. med. Reinhard Zick
Kontakt:
Medicover MVZ, Osnabrück,
E-Mail: der.chef@mac.com
Erschienen in: Diabetes-Journal, 2018; 67 (7) Seite 20-23
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marina26 postete ein Update in der Gruppe In der Gruppe:Für alle Höhen und Tiefen vor 6 Stunden, 4 Minuten
Huhu, ich bin Marina und 23 Jahre alt, studiere in Marburg, habe schon etwas länger Typ 1 Diabetes und würde mich total über persönlichen Austausch mit anderen jungen Menschen/Studis… freuen, vielleicht auch mal ein Treffen organisieren oder so 🙂 Schreibt mir gerne, wenn ihr auch Lust habt!
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wolfgang65 postete ein Update in der Gruppe In der Gruppe:Diabetes Typ 3c vor 1 Tag, 1 Stunde
Liebe Leute, ich habe zwei neue Erfahrungen mach dürfen, die Ursächliche nicht so schön, woraus die 2. Erfahrung (notwendig gut) resultiert!
Ich bin kein Liebhaber von Zahnärzten und meine dort geführte Gesundheitsakte ist mit einem riesigen “A” für Angspatient gezeichnet. Ende letzten Jahres ist mir beim letzten verbleibenden Weisheitszahn (nie Schmerzen gemacht) größeres Teil abgebrochen, ZA meint, da geht er nicht bei, weil Zahn quer liegt, allso OP, und danach könnte man sich über Zahnersatz unterhalten … ich natürlich in Schockstarre gefallen, – gleich am selben Tag bei OP-Zahnarzt Termin gemacht, vor Weihnachten nix mehr möglich, gleich Anfang Januar Termin bekommen, Röntgenbild lag dem Chirugen bereits vor. Vieles wurde besprochen, auch der Zahnersatz, wobei der Chirug gleich meinte, dass ausser WZ wohl 3 weitere Zähne raus müssten. Schock nr. 2! Ich wollte mir aber noch 2Meinung einholen und fand Dank guten Rat von Bekannten, einen anderen Zahnarzt, dem ich mein Leid und Angst ausführlich schildern konnte und der auch zum erstenmal die Diabetes in Spiel brachte … kurz um ein bisher bestes aufklärendes Gespräch, wie weit Diabetes auch auf die Zahne und Zahnfleisch gehen kann. Bei mir Fazit Paradontites. (die 1. unschöne Erfahrung). Der Weisheits- und daneben liegende Zahn sind inzwischen raus, – war super gute und schmerzfreie OP, danach keinerlei Schmerzen, durfte allerdings auch Antibiotika nehmen. Die 2. Erfahrung: ich konnte meine Insulindosies halbieren, – bei 10 Tg. Antbiotika, und nun 15 ohne Medizin noch anhaltend niedrige Insulinmenge, mit steigender festen Nahrungsaufnahme.
Heute bei Diabetologen bestätigt, das Diabetiker besonders auf Ihre Zähne und Zahlfleich achten sollten. Da frage ich mich warum der Zahnarzt da nicht im Vorsorgekatalog von DMP aufgenommen ist.
LG Wolfgang
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laila postete ein Update in der Gruppe In der Gruppe:Diabetes Typ 3c vor 1 Tag, 20 Stunden
Hallo ihr Lieben….Mein Name ist Laila…Ich bin neu hier…Ich wurde seit 2017 mit Diabetes 2 diagnostiziert.Da bekam ich den Diabetes durch laufen ohne Medies in den Griff.Das ging so bis Januar 2025.Ich weiss heute nochicht warum…aber ich hatte 2024 den Diabetes total ignoriert und fröhlich darauf losgegessen.Mitte 2025 ging ich Sport machen und gehen nach dem Essen.Und nahm immer megr ab.Htte einen Hb1C Wert von 8…Da ich abnahm, dachte ich, das der Wert besser ist…Bis Januar 2025…Da hatte ich einen HbA1C Wert von 14,8…Also Krankenhaus und Humalog 100 zu den Malzeiten spritzen…Und Toujeo 6 EI am Morgen…Irgendwann merkte ich, das mich kein Krankenhaus einstellen konnte.Die Insulineinheiten wurden immer weniger.Konnte kein Korrekturspritzen megr vornehmen.Zum Schluss gin ich nach 5 Mon. mit 2 Insulineinheiten in den Hypo…Lange Rede …kurzer Sinn.Ich ging dann auf Metformin…Also Siofor 500…Ich war bei vielen Diabethologen….Die haben mich als Typ 1 behandelt.Mit Metformin ging es mir besser.Meine letzte Diaethologin möchte, das ich wieder spritze.Ich komme mit ihr garnicht zurecht.Mein HbA1C liegt jetztbei 6,5…Mein Problem ist mein Gewicht.Ich wiege ungefähr 48 Kilo bei 160 m…Ich bräuchte dringend Austausch…Habe so viele Fragen…Bin auch psychisch total am Ende. Achso…Ja ich habe seit 1991 eine chronisch kalfizierende Pankreatitis…Und eine exokrine Pankreasinsuffizienz…Also daurch den Diabetes 3c.Wer möchte sich gerne mit mir austauschen?An Michael Bender:” Ich habe Deine Geschichte gelesen . Würde mich auch gerne mit Dir austauschen, da Du ja auch eine längere Zeit Metformin eingenommen hast.” Ich bin für jeden, mit dem ich mich hier austauschen kann, sehr dankbar. dankbar..Bitte meldet Euch…!!!
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suzana antwortete vor 1 Tag, 18 Stunden
Hallo Leila, ich bin Suzana und auch in dieser Gruppe. Meine Geschichte kannst du etwas weiter unten lesen.
Es ist sicher schwer aus der Ferne Ratschläge zugeben, dennoch: ich habe mich lange gegen Insulinspritzen gewehrt aber dann eingesehen, dass es besser ist. Wenn die Pankreas nicht mehr genug produziert ist es mit Medikamenten nicht zu machen. Als ich nach langer Zeit Metformin abgesetzt habe, habe ich erst gemerkt, welche Nebenwirkungen ich damit hatte.
Ja auch ich muss aufpassen nicht in den unterzucker zu kommen bei Sport und Bewegung aber damit habe ich mich inzwischen arrangiert. Traubensaft ist mein bester Freund.
Ganz wichtig ist aber ein DiabetologIn wo du dich gut aufgehoben fühlst und die Fragen zwischendurch beantwortet.
Weiterhin viel Kraft und gute Wegbegleiter! -
laila antwortete vor 1 Tag, 16 Stunden
@suzana: Ich danke Dir für die Nachricht.Könnten wir uns weiterhin austauschen?Es wäre so wichtig für mich.Vielleicht auch privat? Gebe mir bitte Bescheid…Ich kenne mich hier leider nicht so gut aus…Wäre echt super…😊
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wolfgang65 antwortete vor 1 Tag, 2 Stunden
Hallo Leila, auch von mir ein herzliches willkommen. Auch meine Geschichte liest du im weiteren Verlauf.
Zur “chronisch kalfizierende Pankreatitis” kann ich nix sagen, da ist immer das Gespräch mit dem Arzt/Diabetologen vorzuziehen, wie in allen Gesundheitsfragen. Was sagen Ärzte dazu, auch wg. der NICHTzunahme an Gewicht. Wenn ich mit einem Arzt nicht kann, oder dieser mir nicht ausreichende Infos gibt, schaue ich mich nach einem anderen Arzt/Diabetologen um, das ist Dein Recht, es geht um Deine Gesundheit!
Sollte mit der Nichtzunahme noch mehr dahinter Stecken, vielleicht
auch mal einen Psychologen in Deine Überlegung ziehen. Oder eine auf dich zugeschnittene Diabetes Schulung o.Ä., auch hier sollte Dich ein guter Diabetologe aufklären können.Soweit was mir im Moment einfällt. Lass es Dir gut gehen.
Gruss Wolfgang
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michatype3 antwortete vor 1 Tag, 1 Stunde
Hey Laila, du kannst mir gerne hier im Typ 3c Bereich oder via PN schreiben. Ich bin gerade zwar etwas gesundheitlich angeschlagen, versuche aber, so gut es geht zu antworten.
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