Dürfen Diabetiker Blut spenden?

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Dürfen Diabetiker Blut spenden?

Wir haben nachgefragt bei der Bundesärztekammer, ob Diabetiker Blut spenden dürfen. Manche dürfen, manche nicht, wie die Spitzenorganisation der ärztlichen Selbstverwaltung auf Nachfrage des Diabetes-Journals mitteilt.

Seit Inkrafttreten des Transfusionsgesetzes (TFG) im Juli 1998 wurden insbesondere mit der Richtlinie 2004/33/EG auf europäischer Ebene zunehmend differenzierte Regelungen für die Spenderauswahl erlassen. So wurden neben Zulassungskriterien für Fremdblutspender von Vollblut und Blutbestandteilen im Anhang III der Richtlinie 2004/33/EG verschiedene Ausschlusskriterien definiert. Für Spendewillige mit Diabetes heißt es dort:


2. AUSSCHLUSSKRITERIEN FÜR SPENDER VON VOLLBLUT UND BLUTBESTANDTEILEN
2.1. Ausschlusskriterien für Fremdblutspender
– Diabetes – Sofern mit Insulin behandelt

In Deutschland hat der Gesetzgeber die Bundesärztekammer gemäß §§ 12a und 18 Transfusionsgesetz (TFG) beauftragt, im Einvernehmen mit der zuständigen Bundesoberbehörde, dem Paul-Ehrlich-Institut, ergänzend zu den Vorschriften der Rechtsverordnung nach § 12 TFG den allgemein anerkannten Stand der Erkenntnisse der medizinischen Wissenschaft und Technik u. a. für die „Auswahl und Untersuchung der spendenden Personen“ in Richtlinien festzustellen (§ 12a in Verbindung mit § 12 TFG).

Im TFG wird festgestellt, dass nur Personen zur Spende zugelassen werden dürfen, die unter der Verantwortung eines Arztes nach dem Stand der medizinischen Wissenschaft und Technik für tauglich befunden worden sind und die Tauglichkeit durch einen Arzt festgestellt worden ist (vgl. § 5 TFG Abs. 1): „Die Zulassung zur Spendeentnahme soll nicht erfolgen, soweit und solange die spendewillige Person nach Richtlinien der Bundesärztekammer von der Spendeentnahme auszuschließen oder zurückzustellen ist.“

In der Richtlinie Hämotherapie sind verschiedene Gründe aufgeführt, die – dem allgemein anerkannten Stand der Erkenntnisse der medizinischen Wissenschaft und Technik entsprechend – im Interesse des Schutzes der Empfänger von Blutprodukten sowie der Blutspender vor gesundheitlichen Gefahren gleichermaßen – zu einer zeitweiligen Rückstellung oder einem dauerhaften Ausschluss von der Spende führen.

Warum und für wen – Spender und/oder Empfänger – wird eine Insulintherapie als riskant angesehen?

Gemäß den europäischen Vorgaben hinsichtlich der Spendereignung stellt die Richtlinie Hämotherapie fest, dass Personen mit Diabetes mellitus, sofern sie mit Insulin behandelt werden, dauerhaft von der Spende auszuschließen sind. Führend ist dabei der Schutz der Gesundheit des insulinpflichtigen Diabetikers vor möglichen Komplikationen während oder nach der Blutspende.

Welche Rolle spielen Folge- und Begleiterkrankungen des Diabetes für die Spendereignung?

Spendewillige Personen mit Diabetes, die mit einer Diät behandelt werden oder auf orale Antidiabetika (Tabletten zur Behandlung des Diabetes) eingestellt sind, werden hingegen zunächst als grundsätzlich spendefähig angesehen. Es ist dann zusätzlich zu klären, ob beispielsweise aufgrund der chronischen Erkrankung andere Gründe gegen eine Blutspende sprechen – etwa Wundheilungsstörungen, kardiale Veränderungen (Herzkrankheiten) oder Neuropathien (Nervenschäden).

Die Blutspende wird durchgeführt durch regionale Institutionen. Inwieweit dürfen diese eigene Regeln bezüglich der Spendertauglichkeit aufstellen bzw. wer entscheidet letztlich über die Spendereignung?

Die Spendereignung zu beurteilen ist Aufgabe der Entnahmeärzte, die auf der Basis der Richtlinie Hämotherapie eine individuelle Beurteilung der Spendetauglichkeit des Spendewilligen, u. a. mittels einer selbst erhobenen Anamnese und einer orientierenden körperlichen Untersuchung, vornehmen. Dabei kann auch die Einnahme von Medikamenten in Abhängigkeit von der jeweiligen Pharmakokinetik und ggf. auftretender Nebenwirkungen zu einer Rückstellung von der Blutspende führen. Die Entscheidung trifft in jedem Einzelfall letztlich der Entnahmearzt vor Ort.


Interview: Dr. med. Katrin Kraatz
Redaktion Diabetes-Journal, Kirchheim-Verlag
Wilhelm-Theodor-Römheld-Straße 14, 55130 Mainz
Tel.: (0 61 31) 9 60 70 0, Fax: (0 61 31) 9 60 70 90
E-Mail: redaktion@diabetes-journal.de

Erschienen in: Diabetes-Journal, 2020; 69 (9) Seite 33

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  • thomas55 postete ein Update vor 1 Tag, 18 Stunden

    Hallo Philipa,
    beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
    Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
    Viel Erfolg
    Thomas

  • philipa postete ein Update vor 2 Tagen, 11 Stunden

    Hallo zusammen,
    Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?

    • Hallo philipa,
      Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
      Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
      Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
      Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
      Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
      Beste Grüße

  • lena-schmidt hat eine Umfrage erstellt vor 2 Wochen, 2 Tagen

    Reminder: Das nächste Community-Meetup findet am 15. Juli statt!
    Den Link und weitere Infos gibt es hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juli/

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