- Behandlung
Gegen Corona-Verunsicherungen helfen Informationen am besten
3 Minuten
Die Corona-Pandemie hat die Welt fest im Griff. COVID-19 ist die offizielle Bezeichnung für die Krankheit, die das aktuelle Coronavirus auslöst. Über diese Erkrankung, die Anzahl Infizierter und die gesundheitlichen und finanziellen Folgen berichten die Medien rund um die Uhr. Wir werden geradezu überschüttet mit Informationen, die einerseits aufklären sollen, aber die leider oft auch verunsichern.
Die Arbeit als Journalist setzt immer auch eine gehörige Portion Verantwortung voraus. Der von manchen Journalisten gepflegte Grundsatz „Nur schlechte Nachrichten sind gute Nachrichten“ gilt hier ganz und gar nicht. Zwar erregen schlechte Nachrichten meist eine höhere Aufmerksamkeit als gute Nachrichten, aber sie belasten auch – vor allem dann, wenn Lesende selbst betroffen sind.
Daher hat die Diabetes-Journal-Redaktion über die schnell verfügbaren Onlinemedien kleine Videos gesendet, um durch solide Informationen die Angst von Menschen mit Diabetes zu nehmen. Hier fassen wir die Fragen aus Ihren Reihen kurz zusammen und antworten auf Ihre wichtigen Fragen zu COVID-19, damit Sie sich ein eigenes Bild machen können.
Sind alle Menschen mit Diabetes Risikopatienten?
Für die meisten Betroffenen lautet die Antwort: nein. Aber es gibt Menschen mit Diabetes, für die die Antwort anders ausfallen kann. Nach Ansicht der Deutschen Diabetes Gesellschaft sind Menschen mit Diabetes, genauso wie Menschen ohne Diabetes, nur dann stärker gefährdet, wenn sie schwere Begleiterkrankungen haben.
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Das erklärt auch, warum gerade ältere Menschen häufiger an COVID-19 schwerer erkranken als junge und gesunde Menschen. Wenn man dies aber berücksichtigt und gerade solche Betroffenen mit Begleiterkrankungen besonders gut abschirmt und Infektionen verhindert, dann sollte sich dieses Risiko beherrschen lassen.
Oft liest man auch, dass Menschen mit Diabetes und hohen HbA1c-Werten und starken Blutzuckerschwankungen gefährdeter sind als solche mit „guten Werten“. Dies ist sicherlich richtig und gilt für viele Erkrankungen.
Aber was heißt „gute Einstellung“?
Unter einer guten Einstellung versteht man, wenn die individuell festgelegten HbA1c-Zielwerte erreicht werden. Dies gilt in den meisten Fällen für einen Wert zwischen 6,5 und 7,5 %. Bei manchen Patienten kann aufgrund individueller Umstände auch ein etwas höherer HbA1c-Wert als zielgerecht bezeichnet werden. Viele Menschen messen auch regelmäßig ihren Blutzucker oder verfügen über einen Glukosesensor.
Wenn mehr als 70 Prozent aller gemessenen Werte zwischen 70 und 180 mg/dl (3,9 und 10,0 mmol/l) liegen, ist von einer guten Behandlung des Diabetes auszugehen. Schwere Unterzuckerungen sollten auch nicht regelmäßig auftreten. Sollten über einen längeren Zeitraum schlechtere Werte gemessen werden, soll man natürlich mit dem Diabetologen besprechen, wie diese zu verbessern sind.
Sind meine Blutdruckmedikamente im Fall einer Infektion gefährlich?
Vor Kurzem kam die Debatte auf: Haben bestimmte Blutdruckmedikamente, wie die ACE-Hemmer (der Medikamentenname endet auf -pril) oder Sartane (der Medikamentenname endet auf -sartan) im Fall einer Coronavirus-Infektion negative Effekte? Hierzu gibt es keine wissenschaftlich begründete Empfehlung. Die Experten diskutieren einerseits, dass diese Medikamente den Verlauf einer COVID-19-Erkrankung negativ beeinflussen könnten. Andere sagen, dass diese Medikamente im Fall einer Infektion sogar von Vorteil sind.
Daher warnt Prof. Baptist Gallwitz, Pressesprecher der Deutschen Diabetes Gesellschaft, eindringlich davor, Medikamente einfach abzusetzen oder gegen andere Medikamente zu tauschen. Dies könnte das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen deutlich erhöhen und somit eine größere Gefahr darstellen als eine Coronavirus-Infektion.
Probleme mit anderen Medikamenten?
Menschen mit Diabetes sollten allerdings andere Medikamente im Auge behalten: Im Fall einer Infektion mit ausgeprägten Symptomen wie Fieber muss bei Menschen mit Typ-2-Diabetes das Medikament Metformin pausiert werden. Dies gilt nicht nur für Erkrankungen wie COVID-19, sondern auch für alle anderen Erkrankungen oder schwere Operationen. Dies wird jedoch häufig vergessen.
Und es gibt ein zweites Medikament, das Menschen mit Typ-2-, selten auch Menschen mit Typ-1-Diabetes einnehmen: nämlich die SGLT-Inhibitoren (Handelsnamen u. a.: Forxiga, Xigduo, Jardiance). Auch diese Medikamente sollten im Fall einer Infektion mit schweren Krankheitssymptomen pausiert werden.
Medikamentenliste erstellen
Daher sollten Betroffene im Zweifelsfall immer Rücksprache mit ihrem behandelnden Arzt nehmen. Für den Fall, dass dieser nicht zur Verfügung steht oder man sogar in ein Krankenhaus kommt, ist es wichtig, eine komplette Medikamentenliste bei sich zu haben, damit der Klinikarzt sich rasch ein Bild von der Medikation machen kann.
Das Fazit
Leere Straßen, Restaurants, geschlossene Kindergärten, Schulen, Fabriken. Überfüllte Krankenhäuser. Lange Zeit keinerlei öffentliches Leben. Rezession: Wir alle durchleben in diesem Frühjahr 2020 eine unwirkliche Zeit und sind oft verunsichert, weil wir eine solche Situation noch nie erlebt haben. Aber auch hier hilft, wenn man sich gut informiert, Ruhe bewahrt und im täglichen Leben weiterhin sehr umsichtig handelt.
Erschienen in: Diabetes-Journal, 2020; 69 (5) Seite 10-11
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stephanie-haack postete ein Update vor 3 Wochen
Jetzt schon vormerken: Das nächste virtuelle Community-MeetUp findet am 10. Juni statt. Wir freuen uns drauf! 🙂
Alle Infos hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juni2026/
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tako111 postete ein Update vor 3 Wochen
Ich habe Ihr Heft 1-2/2026 leider erst jetzt in die Hände bekommen und war über den Bericht auf Seite 14 „Spritzen, aber kein Insulin“ schon verwundert. Zwar nennen Sie einige mögliche Nebenwirkungen der einzelnen Substanzen, jedoch fehlt ein Hinweis auf eine besonders schwerwiegende Komplikation: die Gefahr einer Schädigung des Sehnervs beziehungsweise anderer Augenstrukturen. Nach meinem Kenntnisstand kann diese Nebenwirkung unter Umständen nicht mehr reversibel sein.
Ich würde mir wünschen, dass Sie bei künftigen Berichten auch auf solche Risiken eingehen und diese entsprechend berücksichtigen. Auffällig ist zudem, dass in Ihrem Heft häufig über Menschen mit Diabetes Typ 1 berichtet wird, während der Diabetes Typ 2 deutlich weniger Beachtung findet. Darüber hinaus entsteht der Eindruck, dass die entsprechenden Spritzenmedikamente bei Typ-2-Diabetes oftmals in einem überwiegend positiven Licht dargestellt werden, ja geradezu für den Typ 2 gegenüber beispielsweise Metformin, präferiert werden.
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katrin-kraatz antwortete vor 3 Wochen
Für die Augenproblematik konnte bisher keine Kausalität gezeigt werden. Hier sind weitere Studien zu erwarten, deren Ergebnisse abzuwarten sind. Außerdem ist es ein sehr seltenes Ereignis. Details sind zum Beispiel zu finden im Deutschen Ärzteblatt unter https://www.aerzteblatt.de/themen/augenheilkunde/therapie-mit-glp-1-rezeptor-agonisten-okulaere-komplikationen-sind-selten-aber-visusbedrohend-e345aa92-a4f7-4f40-8146-b2967b577504.
Wir bemühen uns, mit unseren Beiträgen ausgewogen über die Ausgaben des Diabetes-Ankers hinweg alle Menschen mit Diabetes zu informieren – mal mehr über den einen, mal mehr über den anderen Typ und auch weitere Diabetestypen. Medikamente finden ebenfalls über die Ausgaben hinweg ausgewogen ihren Raum im Heft.
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moira postete ein Update vor 1 Monat
Hallo! Ich fahre in den Ferien nach Paris und möchte gerne auf den Eiffelturm steigen. Mein Mann macht sich deshalb große Sorgen, weil die Treppe schon sehr lang ist.
War jemand schon mal dort und hat den einen oder anderen Tipp?
