„Geteilte Blutzuckerwerte sind erträglichere Blutzuckerwerte“

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„Geteilte Blutzuckerwerte sind erträglichere Blutzuckerwerte“

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Meine Idealvorstellung von einer Freundschaft hat sich seit der Kindergartenzeit nicht großartig verändert. Da ist dieser Wunsch nach der einen besten Freundin, mit der ich seilspringen, Haare flechten und Kakao trinken kann. Auch, wenn das Seilspringen irgendwann durch Shoppen ersetzt wurde und das Kakaopulver in der Milch mit den Jahren einem Schuss Likör 43 wich, funktionierte dieses Prinzip in meiner Welt sehr lange. Trotzdem wurde es nach der Diabetes-Typ-1-Diagnose anders. Vorher konnte man gegenseitig nahezu alles, was passierte, nachvollziehen: Die 5 in Mathe, die Pingeligkeit der Eltern oder das Herzklopfen beim Anblick dieses einen Jungen. Aber die Entgleisungen von Blutzuckerwerten, die passten irgendwie nicht in die Kategorie der typischen Mädchen-Sachen.

Wie erkläre ich Freunden ohne Diabetes Hypo- oder Hyperglykämie-Symptome?!

Natürlich wurde es anerkannt, dass es mir manchmal nicht gut ging. Aber ich hatte niemanden, der wusste, wie es mir ging. Und das Blöde dabei war und ist, dass ich keine Ahnung habe, wie ich beispielsweise Hypo- oder Hyperglykämie-Symptome verständlich erklären soll. Die Variante mit der Unterzuckerung beinhaltete die Beschreibung von Schwindel, Schweiß und mangelnder Konzentration. „Ach, wie, wenn man zu wenig getrunken hat quasi. Das kenne ich“, war die Reaktion. Aber nicht genug getrunken haben fühlt sich anders an. Oder aber die Version der Überzuckerung inklusive unendlichen Dursts gepaart mit Übelkeit und Schlappheit. „Ach, wie mit einem Kater nach einer langen Nacht quasi. Das kenne ich“, war hier die Reaktion. Aber auch das kam der Sache nicht ganz gleich.

Ich hatte lange Angst vor den Kontakt zu „besseren“ Diabetikern!

Ich bin weiterhin shoppen gegangen, habe aber zwischendurch in der Umkleide den Blutzucker gemessen. Ich bekam weiterhin die Haare geflochten, auch wenn mir sehr viele davon seit der Diagnose ausgefallen sind. Auch Alkohol zu trinken, war weiterhin in Ordnung, ich musste nur die Wirkung auf den Blutzucker mit einplanen. Aber mein Umfeld musste dies eben nicht. Ich kam an den Punkt, an dem ich damit nicht mehr alleine sein wollte. Trotz des Wunsches nach Verständnis fand ich andere Typ-1er lange angsteinflößend. Irgendwie wussten die mehr Bescheid, irgendwie waren die offener, irgendwie waren die „bessere“ Diabetiker – ja, die Sache mit meinem wenigen Selbstbewusstsein war in der Mission „Wollen wir Freunde mit kaputter Bauchspeicheldrüse sein“ nicht förderlich. Solange ich die einzige war, die mit Begriffen wie „Bolus“, „Pen“ und „FPE“ um sich schmiss, gab es niemanden, der es besser wissen konnte als ich. Aber der Schritt, den ich dann getan habe, hat sich gelohnt: Ich habe eine Freundschaft geschlossen, in der es gemeinsame Freude über gute Blutzuckerwerte mehrere Stunden nach dem Pizzaessen und Empathie bei einem Nüchternwert von 300 mg/dl (16,7 mmol/l) gibt. Außerdem habe ich dadurch das Gefühl erlangt, wegen des Diabetes nicht anders zu sein. Und nicht alleine zu sein.

Hey, du bist nicht allein!

Wenn ich draußen, in der „freien Wildbahn“, jemanden mit Pumpe, CGM oder anderem enttarnenden Zubehör sehe, wünschte ich mir jedes Mal, es gäbe einen offiziellen „Hey, du bist nicht alleine und ich hoffe, du hast heute ausnahmslos gute Werte“-Gruß. Denn wir sind alle nicht alleine. Aber gerade außerhalb der Online-Communities vergisst man das manchmal, oder? Darum wünsche ich allen Menschen mit Diabetes, ganz besonders den Schüchternen, dass sie wissen, wie es ist, verstanden zu werden.

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  • uho1 postete ein Update vor 1 Woche, 2 Tagen

    @calvin240
    Ich hätte eine Frage zum
    Bestellablauf und deinen Erfahrungen mit Medtrum. Könnte ich dich auch „privat“ anschreiben? Wenn du vielleicht meine Freundschaftsanfrage annimmst? Gruß Ute

  • 123novesia postete ein Update vor 1 Woche, 4 Tagen

    Bin neu hier. Typ2. Meine Werte verschlechtern sich obwohl ich nicht anders esse und mehr Bewegung eingebaut habe. Denke Stress ist hier das Hauptthema. Pflegebedürftige Mutter und Sohn steht im Stastsexsmen. Habe seit Jahren auch Depressionen und Panikattacken. Bin verzweifelt.

    • Liebe @123novesia, willkommen in unserer Community. Es tut mir sehr leid zu lesen, wie viel gerade auf deinen Schultern liegt. Die Sorge um deine Mutter, der Stress rund um das Staats­examen deines Sohnes und dazu Depressionen und Panikattacken. Dass dich das erschöpft und verzweifelt macht, ist sehr verständlich.
      Bitte mach dir keine Vorwürfe: Verschlechterte Werte bedeuten nicht automatisch, dass du etwas falsch machst. Stress und psychische Belastungen können den Blutzucker beeinflussen. Trotzdem wäre es wichtig, die Veränderungen zeitnah mit deiner Diabetespraxis oder deiner Hausärztin/deinem Hausarzt zu besprechen, damit auch andere Ursachen ausgeschlossen und die Behandlung gegebenenfalls angepasst werden kann.
      Du musst das alles nicht allein tragen. Vielleicht gibt es für deine Mutter Unterstützung durch Angehörige, einen Pflegestützpunkt oder einen ambulanten Dienst. Und auch für dich wäre jetzt Unterstützung wichtig – durch deine behandelnde Praxis oder eine psychotherapeutische/psychiatrische Anlaufstelle. Auch hier findest du vielleicht noch Halt und Unterstützung aus unserer Community. Alles Gute und pass auf dich auf. Liebe Grüße Lena

  • jseiffert postete ein Update vor 2 Wochen, 4 Tagen

    Hallo zusammen,
    heute findet unser nächstes Community-MeetUp via Teams statt.
    Alle Infos gibt es hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-september-26
    Wir freuen uns auf Euch! 🙂