HbA1c besser und trotzdem…

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HbA1c besser und trotzdem…

In den letzten 6 Monaten habe ich mit meiner Diabetesberaterin wirklich sehr hart daran gearbeitet, meine Werte insgesamt zu verbessern. Zwar waren diese nicht extrem schlecht, aber eben ausbaufähig. Kennt ihr bestimmt, oder?

Gerade weil ich super viel Stress über das letzte halbe Jahr hatte, stand der Diabetes im Alltag einfach eher im Hintergrund und wir haben uns regelmäßig getroffen, um Tipps und Tricks auszutauschen, am Basal zu werkeln und meine Werte gemeinsam zu beobachten. Mittendrin im Alltag hat die Umsetzung unserer Pläne natürlich nur bedingt funktioniert. In Stressphasen kriege ich es leider oft nicht hin, regelmäßig zu essen, zu spritzen, genug oder nicht zu viel zu spritzen, nicht zu spät zu essen, Werte auszuhalten (z.B. um nicht sogenannte „Wut-Boli“ zu spritzen), bewege mich wenig oder plötzlich sehr viel und dazu kommt noch mein Zyklus, der sich seit Monaten nicht vorhersehbar auf meinen Blutzucker auswirkt und mir auf der Nase herumtanzt. Wer seine Werte in wirklich stressigen Zeiten perfekt managen kann, ohne dass der Diabetes eine größere Rolle spielen muss und ohne Loop, soll mir bitte Bescheid sagen!

Fotolia.com – inarik

Und trotzdem verbessert sich das HbA1c

Und trotzdem – mein HbA1c-Wert hat sich über die Monate wirklich verbessert. In ganz kleinen Schritten bewegt er sich in Richtung Zielwert, aber bloß nicht zu schnell. Natürlich freue ich mich darüber, logisch! Ich bin wirklich stolz darauf, dass ich in einer Stressphase nun eher schaffe, mich besser und besser um mich zu kümmern. Davon profitieren ja nicht nur meine Werte, sondern auch mein Schlaf, mein allgemeines Energielevel und meine Laune. Aber trotzdem, naja…

Wir wissen inzwischen, dass das HbA1c nicht das Maß aller Dinge sein sollte. Und dennoch freuen wir uns immer und immer wieder darüber und es wird nach wie vor alle drei Monate festgestellt. Wir wissen auch, dass ein guter HbA1c-Wert aus vielen verschiedenen Szenarien herrühren kann. Viele Hochs und Tiefs können genauso gut daran schuld sein wie eine lange Zeit im Zielbereich. Und doch, die Zeit im Zielbereich ist am Ende das, was uns weniger Schaden zufügt und gesünder für uns ist. Zum Glück trage ich die ganze Zeit einen Sensor und wir können rückwirkend meine Kurven betrachten und analysieren. An vielen Tagen schaffe ich es, viel Zeit im Zielbereich zu haben. Zwischendurch ist es eher ein Auf und Ab. Das ist ernüchternd zu sehen, wenn das HbA1c besser wird, aber der Alltag noch ein kleines Wertechaos ist.

Keine Panik vor dem HbA1c-Wert

Davon möchte ich mich aber nicht abhalten oder demotivieren lassen. Ich arbeite weiter daran. Dennoch stellt sich mir die Frage, warum der HbA1c-Wert noch immer regelmäßig gemessen wird und ihm nach wie vor so ein großer Stellenwert zugeschrieben wird, obwohl wir inzwischen wissen, dass das, was er uns sagt, gar nicht so unbedingt der alltäglichen Wahrheit entspricht. Klar, er gibt einen guten groben Überblick und lässt den Gesundheitsexperten, der uns im Behandlungszimmer gegenüber sitzt, ungefähr einschätzen, wie es um uns steht. Und trotzdem: Die ganze Wahrheit erzählt der HbA1c-Wert uns nunmal leider einfach nicht. Deswegen dürfen wir uns nur von dieser Zahl keine Panik machen lassen!

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  • thomas55 postete ein Update vor 4 Tagen, 9 Stunden

    Hallo Philipa,
    beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
    Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
    Viel Erfolg
    Thomas

  • philipa postete ein Update vor 5 Tagen, 2 Stunden

    Hallo zusammen,
    Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?

    • Hallo philipa,
      Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
      Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
      Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
      Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
      Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
      Beste Grüße

  • lena-schmidt hat eine Umfrage erstellt vor 2 Wochen, 5 Tagen

    Reminder: Das nächste Community-Meetup findet am 15. Juli statt!
    Den Link und weitere Infos gibt es hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juli/

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