- Behandlung
Husten? Darauf einen Erkältungstee!
2 Minuten
Alex Adabei wundert sich in der Kolumne Zum guten Schluss darüber, wie wenig Patienten, aber auch Ärzte, auf Selbstheilungskräfte vertrauen.
Schnupfen, schlimme Hustenanfälle – schön ist das nicht. “Geh zum Arzt”, sagt mein Mann, “und wenn du nicht selbst gehst, fahr’ ich dich mit der Schubkarre hin.” Na ja, ich bin nicht zum Arzt, aber zum Glück hat mein Mann mich auch nicht, vorbei an allen Nachbarn, in der Schubkarre in die Praxis verfrachtet.
Ich huste also weiter und werde nun doch langsam misstrauisch. Eine Erkältung dauert sieben Tage, wenn man zum Arzt geht, und eine Woche, wenn man nicht zum Arzt geht – heißt es nicht so? Also, die Woche ist längst vorbei, da stoße ich auf einen Artikel in der Ärzte Zeitung. Überschrift: “Der überschätzte Patient”. Inhalt: Bis ein Erkältungshusten bei einem ansonsten gesunden Erwachsenen abgeklungen ist, dauert es zwei bis drei Wochen. Die meisten hustenden Menschen glauben aber, es müsste sich schon nach fünf bis sieben Tagen ausgehustet haben.
Die US-amerikanischen Forscher, die diesen interessanten Umstand entdeckt haben, schreiben außerdem, dass manche von Husten Geplagte nach diesen fünf bis sieben Tagen zum Arzt gehen und ein Antibiotikum verlangen. Sie schlucken das Antibiotikum, und nach ein paar Tagen hört der Husten auf.
Allerdings: Ein Antibiotikum bekämpft nur Bakterien, wahrscheinlich aber waren es Viren, die die Erkältung ausgelöst haben. Also hat das körpereigene Immunsystem die Viren ganz allein vertrieben – toll, oder? Wer ein Antibiotikum eingenommen hat, wird seine Genesung aber trotzdem dem Medikament zuschreiben und nicht den eigenen Selbstheilungskräften.
Ich bin erst einmal beruhigt. Abwarten und reichlich Tee trinken – das ist genau meine Devise! Geschüttelt von einem weiteren Hustenanfall, überlege ich mir aber, warum hustende Patienten, die ein Antibiotikum verlangen, dieses anscheinend auch bekommen. Ein Arzt muss doch wissen, dass das meistens nichts bringt.
Aber ach, Ärzte sind halt auch nur Menschen. Genau wie Patienten, und so hängt unsere Gesundheit auch davon ab, wie wir unsere Kräfte einschätzen, ob wir positiv denken oder niedergeschlagen sind. Und es ist nicht nur wichtig, was der Arzt uns verschreibt, sondern auch, was er uns sagt und wie er es sagt – das gilt auch bei sehr ernsten Krankheiten wie Krebs und Herzinfarkt, nicht nur bei Husten.
Wer mehr wissen will über die Macht unserer Gedanken in Gesundheitsdingen, dem sei ein Blick ins SZ-Magazin 4/2013 empfohlen (www.sz-magazin.de), Das falsche Signal. Und ich, ich mache mir noch einen Tee.
von Alex Adabei

Kontakt:
Kirchheim-Verlag, Kaiserstraße 41, 55116 Mainz, Tel.: (06131) 9 60 70 0,
Fax: (06131) 9 60 70 90, E-mail: redaktion@diabetes-journal.de
Erschienen in: Diabetes-Journal, 2013; 62 (3) Seite 82
Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.
Ähnliche Beiträge
- Behandlung
- Unsere Partner
3 Minuten
Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.
Geschichten, Gemeinschaft, Gesundheit: Der Diabetes-Anker ist ein umfassendes Angebot für alle Menschen mit Diabetes – live, gedruckt und digital. Der Diabetes-Anker und die Community sind immer da, wo du sie brauchst. Für alle Höhen und Tiefen.
über deinen Diabetes?
Die Antworten werden anonymisiert gesammelt und sind nicht mit dir oder deinem Profil verbunden. Achte darauf, dass deine Antwort auch keine Personenbezogenen Daten enthält.
-
schubidu postete ein Update in der Gruppe In der Gruppe:Diabetes-Technik vor 1 Woche, 2 Tagen
Hallo zusammen,
ich möchte im Herbst auf eine Patchpump umsteigen, daher würde mich interessieren, ob jemand mit der Nano touchcare Erfahrungen machen konnte. Lieben Dank für Rückmeldungen im Voraus! -
stephanie-haack postete ein Update vor 1 Monat
Jetzt schon vormerken: Das nächste virtuelle Community-MeetUp findet am 10. Juni statt. Wir freuen uns drauf! 🙂
Alle Infos hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juni2026/
-
tako111 postete ein Update vor 1 Monat
Ich habe Ihr Heft 1-2/2026 leider erst jetzt in die Hände bekommen und war über den Bericht auf Seite 14 „Spritzen, aber kein Insulin“ schon verwundert. Zwar nennen Sie einige mögliche Nebenwirkungen der einzelnen Substanzen, jedoch fehlt ein Hinweis auf eine besonders schwerwiegende Komplikation: die Gefahr einer Schädigung des Sehnervs beziehungsweise anderer Augenstrukturen. Nach meinem Kenntnisstand kann diese Nebenwirkung unter Umständen nicht mehr reversibel sein.
Ich würde mir wünschen, dass Sie bei künftigen Berichten auch auf solche Risiken eingehen und diese entsprechend berücksichtigen. Auffällig ist zudem, dass in Ihrem Heft häufig über Menschen mit Diabetes Typ 1 berichtet wird, während der Diabetes Typ 2 deutlich weniger Beachtung findet. Darüber hinaus entsteht der Eindruck, dass die entsprechenden Spritzenmedikamente bei Typ-2-Diabetes oftmals in einem überwiegend positiven Licht dargestellt werden, ja geradezu für den Typ 2 gegenüber beispielsweise Metformin, präferiert werden.
-
katrin-kraatz antwortete vor 1 Monat
Für die Augenproblematik konnte bisher keine Kausalität gezeigt werden. Hier sind weitere Studien zu erwarten, deren Ergebnisse abzuwarten sind. Außerdem ist es ein sehr seltenes Ereignis. Details sind zum Beispiel zu finden im Deutschen Ärzteblatt unter https://www.aerzteblatt.de/themen/augenheilkunde/therapie-mit-glp-1-rezeptor-agonisten-okulaere-komplikationen-sind-selten-aber-visusbedrohend-e345aa92-a4f7-4f40-8146-b2967b577504.
Wir bemühen uns, mit unseren Beiträgen ausgewogen über die Ausgaben des Diabetes-Ankers hinweg alle Menschen mit Diabetes zu informieren – mal mehr über den einen, mal mehr über den anderen Typ und auch weitere Diabetestypen. Medikamente finden ebenfalls über die Ausgaben hinweg ausgewogen ihren Raum im Heft.
-

Hey, ja ich nutze aktuell das Medtrum Nano System also CGM + Patchpumpe. Zuvor hatte ich das Omnipod Dash (war schon sehr gut) aber das Medtrum System ist eine ganz andere Welt (im positiven) der Automodus läuft und hält die Werte größtenteils stabil. Auch die Auto Bolus Abgabe (nur auswählen Frühstück, mittag, Abendessen oder snack) Damit brauchst du bei bis bis zu 90g Kolenhydrate nicht mehr den Bolusrechner verwenden, kannst du aber bei Bedarf trotzdem jederzeit. Es hat mein Leben verändert, auch dass du wenn du möchtest eine Schnittstelle (smartphone eine App für Cgm+Pumpe) funktioniert einwandfrei. Das einzige wo man aufpassen muss, man sollte den Sensor gelegentlich kalibrieren. Der Dexcom g7 war ohne kalibrieren etwas genauer, aber die Vorteile vom Medtrum überwiegen. Ich kann’s nur empfehlen. Viel Erfolg beim Einstieg! Melde dich gerne falls du noch konkrete Fragen hast. Erfahrung in der Praxis hab icb schon einige Monate hinter mir.
@calvin240: Super, dass du geantwortet hast. Ich hatte vor einiger Zeit die gleiche Frage. Auch ich werde diese Pumpe ab Herbst nutzen. Bin aber absoluter Pumpenneuling. Darf ich dich bei Bedarf anschreiben? Viele Grüße aus der schönen Rhön!
@uho1: klar kannst du gerne machen. Wenn du Allgemein Pumpenneuling bist (jeder hat andere Anforderungen) aber aus meiner Sicht ist eine Patchpumpe also auch das Medtrum Nano die innovativste Behandlungsmöglichkeit.
Liebe Grüße