In ein paar Tagen ist der Spuk wieder vorbei

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In ein paar Tagen ist der Spuk wieder vorbei

Heute funktioniert wieder gar nichts, wie es soll – selbst wenn ich Essen auch nur anschaue, steigt der Zucker schon. Insulin? Hält mein Körper gerade für Wasser. Ich bin frustriert, genervt, und irgendwie total emotional. Nach einem Vormittag voller Frust gehe ich meine innere Checkliste durch.

Quelle: Johanna Mechler
  • Sitzt der Katheter noch richtig, oder könnte die Spritzstelle ein Problem sein? Da passt alles, und gestern lief es ja noch.
  • Ist mit meinem Insulin alles in Ordnung? Ja, das Reservoir ist gerade frisch gefüllt.
  • Habe ich genug geschlafen und genug Wasser getrunken? Jep, alles gut.
  • Habe ich mich in den letzten Tagen so viel bewegt wie sonst auch? Ja, gestern sogar mehr als sonst!
  • Habe ich in letzter Zeit ungewöhnlich viel Käse, Butter, Sahne oder Nüsse gegessen? Nein, eigentlich nicht…
  • Bin ich gestresst? Eigentlich nicht – aber so langsam schon!

Veränderter Insulinbedarf

So langsam gehen mir die Ideen aus. Als ich in meinen Kalender schaue, fällt der Groschen schließlich. Es sind die Tage um den Eisprung. Meine Insulinempfindlichkeit verändert sich im Laufe des Zyklus extrem. An manchen Tagen brauche ich insgesamt nur 24 Einheiten und bin trotzdem meist eher niedrig unterwegs, an anderen Tagen esse ich weniger, mache mehr Sport und brauche 35-40 Einheiten, ohne dass ich jemals auch nur in die Nähe einer „Hypo“ kommen würde.

Quelle: Johanna Mechler

Viele Mädchen und Frauen mit Diabetes kennen das: An einigen Tagen im Monat spielen die Werte irgendwie verrückt, entweder ist man ständig zu tief oder zu hoch, und es läuft einfach gar nichts so wie sonst. So langsam scheint das auch in der Diabetologie anzukommen. Als ich vor einigen Jahren das Thema zum ersten Mal erwähnte, meinte mein damaliger Diabetologe, so sehr könne der Insulinbedarf doch gar nicht schwanken. Eine andere Diabetologin nahm es zur Kenntnis und riet mir, meinen Körper zu beobachten und alles aufzuschreiben, um ein Muster zu finden – da gäbe es noch keine guten Daten zu. Auch heute noch kann mir niemand sagen, was denn eigentlich wann im Zyklus zu erwarten ist.

Quelle: Johanna Mechler

Mittlerweile weiß ich für mich: In der Mitte des Zyklus, um den Eisprung herum, wird mein Zucker unberechenbar und mein Körper ignoriert geflissentlich das Insulin, das ich ihm gebe. Nach vier Tagen ist der Spuk vorbei und wir sind wieder Freunde. In den zwei Wochen vor der Periode sinkt mein Insulinbedarf immer weiter, bis ich gefühlt fast nichts spritze und trotzdem häufig relativ niedrig bin (klarer Vorteil: mein Körper will in der Zeit immer Süßes, und das kann ich ihm geben, ohne meine Werte damit komplett zu zerschießen). Mit der Periode steigt dann auch wieder der Insulinbedarf, bis zum Feuerwerk um den Eisprung. Und dann geht alles wieder von vorne los.

Ein Schema erkennen

Das ist zwar nervig, aber sobald man für sich ein Muster gefunden hat, gibt es auch Vorteile. Für mich heißt das: In der Phase um den Eisprung herum kann ich völlig unbesorgt Ausdauersport treiben. Lange Wanderungen oder Radtouren klappen dann, ohne dass ich mir allzu viele Gedanken über „Hypos“ machen müsste. Kraftsport dagegen oder anderer Sport, bei dem der Zucker durch die Belastung erstmal steigt, passt gut in die zwei Wochen vor der Periode. Und wenn ich in dieser Phase wandern will, kann ich das Insulin extrem stark reduzieren und muss leider ein bisschen mehr Süßes essen 😉. Schlimmes Schicksal!

Quelle: Johanna Mechler

In jedem Fall gilt: Je besser ich meinen Körper kenne, desto besser kann ich mich mit ihm und meinem Zucker anfreunden und desto netter kann ich auch zu mir selbst sein. Gerade wenn die Hormone und Emotionen Achterbahn fahren, wenn mich der Anblick eines kleinen Kätzchens zum Weinen oder ein unerwarteter Zuckerwert an den Rand des Wahnsinns bringt, dann tut es mir gut zu wissen, dass der ganze Spuk in ein paar Tagen wieder vorbei ist.


Über den veränderten Insulinbedarf während des Zyklus sprechen auch Ramona und Katharina in der Podcastfolge Diabetes-Hormon-Chaos!

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    Hallo zusammen, ich arbeite gerade an einer Seminararbeit zum Thema „Die Behandlung von Typ-1-Diabetes mit CRISPR/Cas“ (eine Methode der Gentechnik). Dazu habe ich eine Umfrage erstellt und suche dafür Menschen mit Typ-1-Diabetes, die einige Fragen beantworten könnten zu ihrer Einstellung gegenüber dem Einsatz dieser Technologie zur Behandlung von Typ-1-Diabetes. Die Umfrage ist vollständig anonym und dauert etwa 5 Minuten, sie richtet sich ausschließlich an Menschen mit Typ-1-Diabetes. Es würde mir enorm weiterhelfen, wenn sich Teilnehmer finden würden!

    Der Link zur Umfrage lautet: https://forms.cloud.microsoft/r/PN2hqhkuLB

    Vielen Dank für eure Unterstützung! 🙂

  • mr postete ein Update vor 4 Tagen, 19 Stunden

    Hallo kann mir jemand einen Tipp geben wie ich On Pot Gerichte mit Reis besser schätzen kann.

  • moira postete ein Update vor 4 Tagen, 21 Stunden

    Hallo!
    Hat schon jemand die liberal Funktion bei der ypsopump app ausprobiert?
    Ich wüsste gerne wie gut das klappt.