Jedes Jahr wieder Menschen über Diabetes informieren

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Jedes Jahr wieder Menschen über Diabetes informieren

14. November: Wer schon länger in der Diabetes-Szene unterwegs ist, dem ist dieser Tag jedes Jahr wieder als besonderes Datum begegnet. Denn den Geburtstag eines der Entdecker des Insulins haben die UN gewählt, um regelmäßig Aufklärung über Diabetes zu betreiben – weltweit. Wir bieten Ihnen hier ein paar Schmankerl zur Geschichte des Diabetes – und zwei Stimmen aus der Diabetes-Szene, was ihnen der Weltdiabetestag bedeutet und wofür er aus ihrer Sicht steht.

Seit 30 Jahren wird der Weltdiabetestag begangen. Das Ziel, das die United Nations (UN) mit solchen Tagen verfolgt, beschreiben die UN so: „Internationale Tage und Wochen sind Anlässe, um die Öffentlichkeit über wichtige Themen zu informieren, den politischen Willen und die Ressourcen zur Lösung globaler Probleme zu mobilisieren und die Errungenschaften der Menschheit zu feiern und zu würdigen.“

Genau darum geht es seit 1991 jedes Jahr wieder am 14. November – dem Geburtstag im Jahr 1891 von Frederick Grant Banting, der zusammen mit Charles Best vor 100 Jahren das Insulin entdeckte, das seitdem vielen Menschen das Leben gerettet hat.

Diabetesbehandlung entwickelt sich ­immer weiter

Seit der ersten Erwähnung von Symptomen des Diabetes um 1550 vor Christus im Papyrus Ebers, in dem eine Medizin empfohlen wird, „um die Ausscheidung von zu viel ­Urin zu vertreiben“, hat sich viel getan. Zunehmend verstehen Forscher, wie Diabetes – egal welcher Typ – entsteht, auch wenn noch vieles unklar ist. Medikamente wurden entdeckt, sowohl der Typ-1- als auch der Typ-2-Diabetes wurden behandelbar.

Dr. Jens Kröger ist Vorstands­vorsitzender der Organisation ­diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe.
Der WDT ist für die Deutsche Diabetes-Hilfe und mich ein wichtiger Tag, um Menschen mit Diabetes, ihre Angehörigen und Menschen mit einem erhöhten Risiko für Typ-2-Diabetes umfassend zu informieren.

Durch den WDT werden jährlich wichtige Aspekte der Diabetes­erkrankung durch die Blue Monument Challenges adressiert. Das Motto des ersten WDT lautete „Diabetes wird öffentlich“, hier bleibt weiterhin viel zu tun.

Der WDT sollte für Aufklärung und politische Arbeit genutzt werden. 8 Millionen Betroffene haben aber täglich die Möglichkeit, auf ihre Sorgen, Nöte, Erfordernisse hinzuweisen. Hierfür stehen in Deutschland die Blood Sugar Lounge oder #dedoc zur Verfügung. Speziell für Menschen mit Typ-2-Diabetes haben wir die #SagEsLaut-Kampagne geschaffen, um ihnen mehr Sichtbarkeit mit ihren Wünschen zu geben.

Es gibt immer wieder neue Wirkstoffe, die nicht nur den Blutzucker senken, sondern zum Beispiel auch das Herz und die Nieren schützen. Dass Menschen mit Dia­betes heute kontinuierlich oder zumindest punktuell ihre Glukosewerte messen können, ist auch eine Errungenschaft, die erst vor wenigen Jahrzehnten ihren Anfang nahm und heute, zumindest bei uns, zum Standard gehört.

Diabetes-Geschichte: manches noch aktuell, manches ­veraltet

Bei einem Blick in die Historie ist Spannendes zu entdecken. So heißt es in einer Information eines Pharmaunternehmens aus den 1930er-Jahren: „Insulin ist unentbehrlich in allen schweren Fällen von Diabetes, vor allem bei bestehendem Coma, zur Vorbereitung von Operationen und bei diabetischer Gangraen. Ueber die Therapie des Diabetes mellitus hinausgehend, wird Insulin auch für Mastkuren, bei Lebererkrankungen, ovariellen Blutungen sowie bei Stoffwechselstörungen etc. angewandt.“ Manches davon stimmt auch heute noch, manches ist definitiv keine Indikation mehr für Insulin.

„Der Zuckerkranke braucht Wissen“

Vieles von dem, was heute für das Leben mit Diabetes gilt, wurde von manchen schon früh erkannt. Ebenfalls in den 1930er-Jahren erschien „auf Veranlassung des Deutschen Diabetikerbundes“ ein Buch mit dem Titel „Was der Zuckerkranke wissen muss“. Zu Beginn wurden die Leser in mehreren Kapiteln informiert, „Was der Zuckerkranke braucht“. In den Überschriften finden sich die Begriffe „Charakter“, „Wissen“, „Zuversicht“, „einen Arzt“, „Insulin“, „Geld“ und „Stolz“.

Sandra Schneller ist Bundes­vorsitzende der Selbsthilfe-Organisation Deutscher Diabetiker Bund (DDB).
Der WDT ist für mich vor allem in diesem Jahr eine willkommene Gelegenheit, sich mit der weltweiten Diabetes-Community auszutauschen und gemeinsam zu freuen: Denn vor 100 Jahren wurde das Insulin entdeckt.

Durch den WDT wurde bereits erreicht, dass die Volkskrankheit Diabetes immer mehr in den Fokus von Politik und Gesellschaft rückt – als zentraler Appell, der sich bei jedem WDT durch die „Blue Monument Challenge“ an die ganze Welt richtet.

Der WDT sollte für Politiker*innen überall auf der Welt zum „Pflicht­programm“ gehören, um nicht nur ein Zeichen zu setzen für eine optimale Diabetes­versorgung aller Menschen mit Diabetes, sondern mögliche Verbesserungen in der Versorgung direkt nach jedem WDT auch konkret und wirkungsvoll umzusetzen, insbesondere in ärmeren Ländern.

Allgemeinbevölkerung aufklären

Im gleichen Buch heißt es im Kapitel „Welches Brot soll und darf der Zuckerkranke essen?“: „Weiter ist sehr wichtig, mit welcher Schnelligkeit die kohlehydrathaltigen Nahrungsmittel beim Verdauungsprozess ihre Kohlehydrate an den Körper abgeben. (…) Zunächst erscheint es nach dem Vorgesagten vorteilhaft, die Aufnahme der zulässigen Kohlehydratmengen möglichst an den Schluß der Mahlzeiten zu verlegen, wird doch dadurch zweifellos die Verdauung und die Aufnahme der Kohlehydrate verlangsamt.“

Daneben werden zum Beispiel Wasserbehandlungen als notwendig in der Diabetestherapie beschrieben. So steht modernes Denken neben Dingen, die sich weiterentwickelt haben. Genau dazu ist der WDT auch da: der Allgemeinbevölkerung die Krankheit Diabetes näherzubringen und den aktuellen Stand des Wissens zu vermitteln.


Autorin:

Dr. Katrin Kraatz
Chefredaktion Diabetes-Journal, Kirchheim-Verlag
Wilhelm-Theodor-Römheld-Straße 14, 55130 Mainz
Tel.: (0 61 31) 9 60 70 0, Fax: (0 61 31) 9 60 70 90

Erschienen in: Diabetes-Journal, 2021; 70 (11) Seite 14-15

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  • Hallo Philipa,
    beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
    Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
    Viel Erfolg
    Thomas

  • philipa postete ein Update vor 1 Tag, 5 Stunden

    Hallo zusammen,
    Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?

  • lena-schmidt hat eine Umfrage erstellt vor 2 Wochen, 1 Tag

    Reminder: Das nächste Community-Meetup findet am 15. Juli statt!
    Den Link und weitere Infos gibt es hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juli/

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